Freitag, 17. Mai 2013

Das namenlose Grauen

Vorweg:
Es sind bei uns schlimme Unfälle mit Schwerverletzten passiert.
Mein Mitgefühl gehört den Beteiligten, meine Achtung den Helfern der freiwilligen Feuerwehren, den Sanitäter und der Polizei.

Aber was die Zeitung draus macht, muss kommentiert werden:
Ein Zusammenprall forderte zwei schwer Verletzte.
Da kommt also so ein dahergelaufener Zusammenprall und stellt Forderungen.
Bei wem stellt er diese?
Bei der Straßenmeisterei?
Gibt es ein Anforderungsformular für Verletzte?
Kann dort "leicht", "normal" oder "schwer" angekreuzt werden?
Wer sucht die Personen aus, die verletzt werden?

Natürliche und juristische Personen können fordern.
Umstände können besonders Handeln erfordern.

Aber physikalische Ereignisse können nichts fordern. Sie passieren.
Unheimlich genug sind sie sowieso, aber wenn die nun noch personifiziert werden, dann wird es nicht besser!

Als zweites fällt mir der Satz: "Die Vorderachse war bei dem Unfall völlig beschädigt worden."
Tut mir leid, aber "völlig beschädigt" klingt völlig falsch. Fällt das denn niemandem auf?
"Die Vorderachse wurde völlig zerstört" - kurz und bündig. Ohne Formulierungen, die einem die Tränen in die Augen treiben, denn die Unfälle dort sind schlimm genug!

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