Montag, 27. Mai 2013

Das gesammelte Grauen der 80er Jahre

Es wird gelogen und schöngeredet, was das Zeug hält.

Diesmal rede ich nicht von Politik sonderen von den Menschen, die gute Ratschläge erteilen und meinen, auf dem Flohmarkt könne man überschüssigen Kram loswerden.

Eine kurze Analyse meinerseits, nachdem ich gestern zwei Fohmärkte besucht habe:
- Es gibt die Muttis und Omis, die Klamotten ihrer Kinder/Enkel verticken.
- Es gibt die, die aufgeräumt haben und alles verkaufen wollen, was sie wirklich nicht mehr brauchen.
In aller Regel ist das wirklich nur noch Schrott. Puzzle, Bücher, Kassetten, Atarispiele, alte Küchenutensilien, hässliche Gläser, Inliner, Hirschgeweihe...
- Dann die (Semi-)Professionellen, oftmals mit Schallplatten, CDs, Spielkonsolenspiele, hochwertige Bücher, Schleich, Kinderüberraschung, Viking, Schuco, Matchbox, Märklin, Playmobil, Lego.
Die Preise hier sind von angemessen bis hin zu unverschämt. Immerhin sind die Sachen in aller Regel auch in Ordnung.
- Die Hobby-Handwerker mit Häkeldecken, rustikalen Bänkchen, die dekorativ auf Tisch oder Schrank verstauben, Topflappen, Blumenpötte und dergleichen.
- zu guter Letzt noch die Kinder/Jugendlichen, die sich von überflüssigem Spielzeug trennen, um neues kaufen zu können.

Darunter ziehe ich einen Striche und bewerte wie folgt:
Es gehen Klamotten in gutem Zustand - von billig bis annehmbar.
Es gehen Playmobil und Lego, Preise je nach Zustand, Vollständigkeit und Mode
Es gehen Sammlerstücke, LPs, CDs, Modellautos, Märklin

Worauf man sitzenbleibt sind Geschirr, Gläser, Besteck im allgemeinen, es sei denn es ist etwas wirklich besonderes oder es passt genau zum Erbgeschirr, bei dem gerade eine Tasse zerbrochen ist.

Total tot sind die Greulichkeiten aus den 70ern & 80ern.

Ebenso Bücher. Hier und da geht mal eines weg, aber wer will sich denn noch die langatmige Belletristik der verflossenen Jahrzehnte antun?

Schallplatten sind nur dann ein Hit, wenn Cover und LP in gutem Zustand sind. Nachpressungen in Schlabberqualität fallen durch und die Jodelmusiksammlungen vom Blauen Bock oder von Wim Thoelke will auch keiner haben.
Originalpressungen der Stones, Beatles, Bowie, Fleetwood Mac usw. haben noch immer ihre Abnehmer, aber auch ihre Preise; von 15 EUR aufwärts ist alles offen.
Da sollte man sich fragen, ob man dies Scheiben besitzen und hören möchte, sie als Wertanlage sehen oder doch auf eine CD oder gar das mp3-Format zurückgreifen möchte.
Wer natürlich zu viel Geld hat, kann sich da eindecken.

Dann gibt es noch den Ramsch aus Garage und Kinderzimmer. Trampoline, die ihre besten Zeiten schon hatten, die Einräder billigsten Qualität, die keiner mehr haben möchte, hässliche Lampen, kitschige Mädchenpuzzle und und und.

Was hat das alles mit meiner Einleitung zu tun?
Wer meint, er könne seinen Tand auf dem Flohmarkt in klingende Münze umsetzen, ist auf dem Holzweg. Natürlich wechseln einige Sachen und Euros den Besitzer, ob nach Abzug der Standgebühren (DM=Euro x 2) noch etwas übrigbleibt ist so eine Sache.
Nach meinen Erfahrungen ist es günstiger, den Kram zu entsorgen und die gesparte Zeit für angenehme Dinge zu verwenden.
Nur wer das "Flohmarkt-Feeling" liebt und derartige "Events" als privates Vergnügen ansehen, werden damit glücklich werden.

Die Gleichung, seinen eigenen Hausrat zu verschlanken und dafür mehr Geld im Büddel zuhaben, geht nicht auf, und wenn, dann ist der Stundenlohn wirklich mies.

Gegenteiliges darf mir gerne bewiesen werden.

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