Dienstag, 21. Mai 2013

Das Haus am Montevideo

Es ist jetzt klar.
Das Haus wird verkauft werden.
In wenigen Tagen wird das Haus, das mir stets eine Heimstatt war, nicht mehr mein Haus sein.
Der Besitzer, der Eigentümer wird wechseln und dann ist die Tür und der Garten für immer für mich geschlossen.
Das ist ein befremdliches, ein wehmütiges Gefühl.
Nun muss in den nächsten (nicht mal mehr) zwei Wochender letzte Kram, die allerletzen Möbel, alles, was noch mit soll oder mit muss, rausgeholt werden.
Heute abend habe ich im Halbdunkel, wie ein Dieb in der Nacht noch Blumen ausgegraben.
Tulpen, die seit 40 Jahren blühen und eine Pfingstrose, die schon aus dem Garten meines Großvaters stammen soll (so entstehen Legende).
Aber alles das bedeutet doch nur, dass ich ein Stück meines Herzens aufgeben werden.
Räume, die ich bisher frei betreten konnte, sind dann verschlossen. Alles, was dort passierte und wie es dort aussah, ist dann nur mehr Erinnerung und kann nicht mehr an Ort und Stelle aufgefrischt werden.
Ja, es ist mir klamm ums Herz.

Dabei war mir das Haus im vergangenen Jahr oft ein Klotz am Bein, ein Kostenfaktor (immerhin satte 500 EUR im Monat) und auch sonst hatte man die Verantwortung zu tragen. Die Sorge auch, das im Sturm was passieren könnte, Jugendliche auf Entdeckungstour oder einfach Gelegenheitsdiebe, die nochmal stöbern wollen, ob nicht doch etwas zu holen sei.

Ein sehr seltsames Gefühl, dabei habe ich seit fast 10 Jahren doch schon eigenen Grund un Boden.
Leben mein eigenes Leben in meinen eigenen vier Wänden.

Doch ist das nun ernst.

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