Dienstag, 29. Dezember 2015

Mehr als flüssig...

...nämlich überflüssig.
Wo ich ja gestern schon am meckern war, mache ich doch heute gleich einmal weiter.
Wie der eine oder andere vielleicht weiß, spiele ich Saxophon. Im Musikzug begleite ich Saxophonlernende soweit, bis sie bei uns mitspielen können. Ein Ersatz für einen "richtigen" Unterricht ist es zwar nicht, aber  - anders ist es fast unmöglich, Nachwuchs in den Musikzug zu bekommen.
Ein Knackpunkt beim Saxophonspiel ist immer das Instrument. Da habe ich schon das eine oder andere Mal drüber geschrieben.
Heute schreibe ich über ein Saxophon, dass ich als völlig überflüssig, ja unnötig erachte.
Wer sich meine Elegie antun möchte, kann HIER einen Blick auf das Corpus Delicti werfen.

Es handelt sich um ein abgespecktes Sopransaxophon.
Um es kurz zu machen - es wurden die tiefen Töne, die ganz hohen Töne und einige Hilfsklappen weggelassen. Das macht das Sax leichter und das Klappenwerk etwas übersichtlicher.
Die Knöpfe, die mit den Fingern gedrückt werden sollen, wurden farbig gestaltet. Somit kann man den Tönen Farben zuordnen und mit bunten Noten arbeiten. Die Farbe, in der eine Note aufgemalt ist, muss folglich gedrückt werden.
Lt. Verkäufer soll das Sax für Kinder ab fünf Jahren geeignet sein.
Der Preis liegt etwa bei der Hälfte eines "normalen" Sopransaxophons (Billigklasse).

Warum ich daran rumzumeckern habe?
Allgemein wird empfohlen, mit dem Saxophonspiel zu beginnen, wenn die bleibenden Schneidezähne ausgewachsen sind. Für alle, die keine Kinder haben - das ist zwischen 8 und 11 Jahren. Der Grund ist wohl, dass man eine Fehlstellung durch den Biss aufs Mundstück verhindern möchte.
Ob diese Einschätzung sinnvoll oder nicht ist, mögen alle Eltern für sich selber entscheiden.

Machen wir doch mal beim Faktor "Coolness" weiter. Bunte Tasten mögen mit fünf in Ordnung sein. Auch mit acht ist das wohl noch kein Problem - aber mit 10 wird sich ein Spieler in Grund und Boden schämen.
Zudem halte ich den pädagogischen Nutzen für gering - schließlich müssen für den Großteil der Töne mehrere Klappen geschlossen werden. Vielleicht kennt das jemand von der Blockflöte; für ein tiefes D muss alles "zu" sein, nur der rechte kleine Finger lässt sein Loch frei. Male ich jetzt eine schwarze Note (siehe Bild vom Saxophon), muss das Kind trotzdem wissen, dass alle anderen Tasten (außer dem rechten kleinen Finger) auch gedrückt werden müssen. Da sehe ich keinen großen Vorteil zu einer normalen Grifftabelle.
Abgesehen davon sind Grifftabellen immer nur ein Notbehelf - meine Schüler versuche ich dahin zu trimmen, dass sie keine Tabelle brauchen. Alle "seltenen" Griffe werden beim Warmspielen benutzt, da bleiben keine Fragen mehr offen. ;-)

Die Hilfsklappen machen das Leben leichter. Sie können bei einigen Tönen anstelle von komplizierten regulären Griffen genutzt werden oder vereinfachen Grifffolgen bei schnellem Spiel. Die Hilfsklappen haben sich in den letzen 100 Jahren als sinnvoll herausgebildet und viele andere Klappen, Tasten und Hebelchen, die in den 20ern bis 60ern ausprobiert wurden, sind wieder verschwunden.
Das "moderne" Saxophon ist also schon ziemlich optimiert. Wenn man die Hilfsklappen weglässt, fallen so einige Klappen weg, die selten genutzt werden und es dem Anfänger auch mal etwas schwer machen, schließlich muss er sich ja auch erstmal auf dem Instrument zurechtfinden.
Doch nach kurzer Zeit... - da komme ich gleich zu.

Auch die hohen Klappen braucht man eher selten, auf dem Sopran sind die auch besonders hoch.
Die ganz tiefen Töne gehören auch wieder zu denen, die kaum gebraucht werden.
ABER: Hier endet das Saxophon beim D - normalerweise folgen jetzt noch vier Klappen.
Für die Flötenspieler unter Euch: Das tiefe C fehlt auch. Der Ton, auf dem "Alle meine Entchen" beginnt.

Jetzt mag man einwenden, dass die ganz tiefen und die ganz hohen Töne wirklich selten benötigt werden, also eine gute Möglichkeit, Gewicht, verwirrende Tastenanzahl und Kosten zu reduzieren.
Doch jede Saxophonschule (siehe z.B. HIER) kommt früher oder später ans tiefe C und auch drunter, ebenso geht es in die Höhe - alles Töne die dann fehlen. Wie schon erwähnt, selbst bei "Alle meine Entchen" fehlt schon der Anfangston.

Sinnvoll wäre es gewesen, die Tasten  für die hohen und (besonders) für die tiefenTöne so zu gestalten, dass kleine Kinderhände die leichter greifen können. Selbst Jungendlich zwischen 10 und 16, sowie Erwachsene mit kleinen Händen haben da Probleme, weil moderne Saxophon in diesem Punkt einfach dämlich ausgeführt werden.
Denn es liegt auf der Hand - nach einem halben, nach einem oder spätestens im zweiten Jahr fehlen die Töne. Um die Hilfsgriffe mag man ja drumherumkommen, aber die anderen Töne gehören einfach dazu.
Ergo muss nach kurzer Zeit ein "vollständiges" Saxophon gekauft werden.
Bleibt man beim Sopran, kommen zu den bereits ausgegebenen 222 EUR noch weitere 400 EUR dazu.
Schon hat man die 600 EUR-Marke übersprungen und hat ein Instrument im Schrank liegen, dass eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist.

Wer sagt da, dass 200 EUR in Ordnung sind, wenn man gar nicht weiß, ob das Kind dauerhaft spielt und dann hätte man weniger Geld aus dem Fenster geworfen, als hätte man gleich ein teures Instrument gekauft.

Viele Musikschulen und Instrumentenhändler bieten eine Mietkauf an.
Gegen monatliche Miete bekommt man ein Saxophon und wenn man dann etwas eigenes kaufen möchte, wird ein Teil der Miete auf den Kaufpreis angerechnet. Das ist allemal sinnvoller.
Oder es wird halt doch ein günstiges Instrument angeschafft, dass später über E-Bay weiterverkauft werden kann. Der Verlust ist zwar auch groß, aber nicht mehr oder weniger, als beim "vereinfachten" Instrument, das später - ich prophezeihe es Euch - wie Blei im Schrank, auf dem Dachboden, im Keller, selbst auf dem Flohmarkttisch liegen wird.

Wer bis hier gekommen ist, den könnte auch DIESER BEITRAG interessieren.

Montag, 28. Dezember 2015

Mrs. Bombastic

Wer nun meint, hier Anzüglichkeiten lesen zu können, der kann schon jetzt enttäuscht wegklicken. 

Priscilla, eine Freundin von Françoise brachte als kleines Weihnachtespräsent selbstgemachte Orangenmarmelade mit. 
Selbstgemachte Marmelade (jaja, auch Konfitüre...) wird bei uns hochgeschätzt. 
Nach Priscillas Worten schmecke ihre Marmelade "bombastisch", die Gläser für den Eigenverbrauch wären bereits leer. Als einzige Einschränkung wäre anzumerken, dass die Marmelade etwas flüssig geblieben sei.

Heute habe ich zum Frühstück endlich gewagt, die Marmelade zu probieren. 
Mein Fazit: Süß, flüssig, schmeckt wie eingedickter Organgensaft (der aus der Tüte/aus der Flasche, nicht der selbstgepresste).

Einige Jahre hat Françoise zu Weihnachten selber Orangenmarmelade gemacht; Orangen selbst ausgepresst, Gewürze zugefügt und mit viel Gefühl eingekocht. Die hätte das Prädikat bombastisch verdient.
Aber das sind Klassen, die man gar nicht miteinander vergleichen kann. 
So wie Formel 1 mit der Cart-Bahn um die Ecke.

Wo ich gerade bittersüß am austeilen bin:

Zu einem Geburtstag baten wir Peggy eine Torte mitzubringen. 

Tat sie auch - einen Käsekuchen mit Fruchtirgendwas. Durchaus das, was abgesprochen und vorgesehen war. 
Aber leider in einer Qualität, die ich nicht abliefern würde. Der K.kuchen war nicht schlecht und schmeckte auch. Aber mehr als ein "OK" bekam er nicht von mir. Er war zu feucht und war schlecht zu schneiden. Tatsächlich hätte ich in so einem Fall eher etwas vom Bäcker geholt, als diesen Kuchen abzuliefern.
Nein, mir gelingt auch nicht alles und auch bei mir geht mal etwas schief. 
Aber ich habe gelernt und backe, wenn es drauf ankommt, Sachen, die ich kann - keine Experimente. Das kann ich mir für Tage aufheben, wo ich nur aus Spaß für uns etwas backe. Einmal habe ich Françoise' Geburtstag mit so einer riskanten Aktion fast ins Wasser fallen lassen. Einmal und nie wieder. 

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten allen Lesern und allen Nichtlesern.
Der ganzen Welt.
Und Frieden auf Erden!

Sonntag, 20. Dezember 2015

Es begab sich aber zu der Zeit...

... als es noch Ost und West gab, an den Grenzen noch kontrolliert wurde und relativ einfach zwischen Guten und Bösen unterschieden werden konnte.
Da lebte ich im Zollgrenzbezirk. Ein Streifen rum um Deutschland, in dem der Zoll jeden und alles zu jeder Zeit ohne Angabe von Gründen überprüfen durfte - einzig der Verdacht, etwas geschmuggelt zu haben reichte aus.
So kam es, dass mein Vater, sein Bruder und einige Freunde (Emanzipation gab es damals noch nicht), alljährlich in ein kleines Gasthaus kurz vor der Grenze fuhren, eine Kleinigkeit tranken und dann am nahegelegenen kleinen Grenzposten in den Nachbarstaat eindrangen.
Dort wurden einge Tannenbäume erlegt, der Förster bekam 10 Mark für jeden Baum und die Mannen kehrten auf das eigene Territorium zurück, um zunächst im Gasthaus noch einiges zu konsumieren, später den Baum daheim abzuliefern und anschließend eine Männertour durch verschiedene Kneipen zu machen.

Der Tannenbaum wurde stets im (neudeutschen) Carport gelagert, geschützt vor Schnee oder Regen und wartete dort auf den nächsten Tag, wo er aufgestellt werden sollte.

Eines nächsten Morgens jedoch war der Platz an dem tags zuvor der erlegte Baum abgeladen wurde leer.

Da ein toter Baum nicht mehr laufen kann, muss ihn jemand gestohlen haben.
Tatsächlich - wer stiehlt einen Weihnachtsbaum? Gibt es keinen Anstand mehr unter den Menschen.
So musste mein Vater am 23. Dezember noch los, um einen Baum zu KAUFEN! sowas hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

Seitdem wanderte der Baum in die Garage und lag nicht mehr frei herum.

Tatsächlich haben wir bis 2005 weiterhin dort geschlagen, bis ein neuer Förster kam, der nicht wollte, dass wir dort Bäume schlugen.
Wir suchten einen anderen Forst, aber die Tradition schlief ein, als mein Vater starb. Sicherlich auch, weil es dort nicht mehr recht Bäume in passender Größe gab.

Geblieben ist aber, dass wir unseren Baum erst wenige Tage vor dem Fest frisch vom Feld holen. Das ist hier möglich, auch wenn es kommerziell und nicht so wildromantisch wie *damals* zugeht.

Früher hatten wir immer Rotfichten, die ganz böse gepiekst haben. In der Zwischenzeit sind ja nur noch Nordmanntannen zu bekommen. Bäume für Weicheier. Sorry, aber Rotfichten riechen besser, sind stabiler und oft schöner im Wuchs. Dafür sind sie aber auch stachelig und verlangen mehr Hingabe beim Schmücken.

So denke ich dieser Tage oft an die alte Gemeinschaft und an das jährliche kleine Abenteuer im Winterwald.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Der Yeti schreibt Weihnachtspost

Zuerst hole ich die Weihnachtskarten.
Anschließend koche ich Tee.
Karten sortieren.
Liste ansehen, die einfachsten Adressaten raussuchen.
Erste Karten schreiben.
Tee trinken.
Lucky Luke-Comic lesen.
Erledigte Leute von der Liste streichen.
Tee "wegbringen".
Liste erneut durchsehen.
Karten schreiben an die, die bereits geschrieben haben und auf deren Post Bezug nehmen.
Aus dem Fenster starren.
Keine gute Idee in Sicht.
Schreibe imaginäre Karte und lasse meinem Frust über dieses dämliche Kartenschreiben freien Lauf.
Schreibe eine weitere Karte und versuche positiv über das Wetter zu schreiben.
Neuer Tee.
Kekse.
Weiterer Lucky Luke-Comic.
Sehe Karten noch einmal durch.
Suche die hässlichsten raus und versuche damit einen Aufhänger zu haben, um einen kurzen Text zu schreiben.
Kekskrümel vom Tisch wischen.
Geschriebene Karten durchsehen.
Weitere Karte geschrieben - schreibe über Kekse.
Nehme mir vor, jetzt den Rest einfach fix zu schreiben.
Starre aus dem Fenster - wird schon dunkel.
Hole die Kiste mit Briefmarken und frankiere die fertigen Karten.
Überlege mit dem Stift im Anschlag, was ich schreiben kann.
Sortiere die Karten nach Farbe.
Fange wohlgemut mit der Anrede an.
Sortiere die Karten neu - diesmal nach Größe.
Setze einen Stempel mitten auf die Karte, so habe ich nur noch wenig Platz zum schreiben.
Sortiere Karte nach Adressen und Alphabet.
Male Frau Merkel in der Zeitung einen Schnurrbart - ist ja sehr modern.
Beende endlich die gestempelte Karte.
Nur noch eine Karte und ich habe es geschafft.
Lege fröhlich los und verschreibe mich.
Falte einen Papierflieger aus einer Weihnachtskarte.
Neuer Versuch.
Hole noch einen Tee.
Suche den Kugelschreiber - ist unter den Tisch gerollt.
Todesmutiger neuer Versuch.
Einfach munter schreiben.
Irgendwie wirds doch was.
Letzte Briefmarke aufkleben.
Festliche Erleichtung macht sich breit.

Bis nächstes Jahr :-)

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Ist das Tee??

In einem Tee-Ratgeber der 70er Jahre las ich, man möge Omas Tee-Ei doch bitte aus dem Fenster werfen und wenn es in 1000 Stücke zerspränge, solle man sich erleichtert und frei fühlen.
Denn Tee benötige Raum, um sich entfalten zu können.
In einem Tee-Ei sei aber dieser Raum nicht gegeben und so käme das Arome nicht zur Geltung.

Nun, wir sind jetzt in einem neuen Jahrtausend.
Das Tee-Ei ist passé!

Jetzt gibt es Tea-Sticks!








Etwas Tee in einem Plastikröhrchen mit Löchern.
Wohlgemerkt ist es BIO-Tee.
Wieviel Bio noch übrig ist, wenn man den armen Tee in ein Plasteröhrchen stopft, möchte ich gar nicht wissen.

Eines ist mir aber klar: Der Tee hat keinen Raum um sich zu entfalten.
Ob das Plastik evtl. Gifte an das Teewasser abgibt, kann ich nicht sehen oder schmecken. Die Befürchtung ist aber doch da.
Eine Verwertung im Kompostwerk ist auch nicht möglich - das ist Restmüll, der verbrannt wird.
Total Bio!

Da wäre mir ein Tee-Ei wirklich lieber - so wie damals, in den 70ern...

PS: Diesen unseligen Kram habe ich geschenkt bekommen. Kein Gedanke daran, dass ich es mir selber kaufte!

Dienstag, 15. Dezember 2015

Frohe Weihnachten

...tatsächlich.

Mit dieser Botschaft anstelle einer Zielangabe kam mir heute morgen ein Bus entgegeben.

Montag, 14. Dezember 2015

...immerhin ein warmes Plätzchen!

Dieses Jahr habe ich nur wenig gebacken.
Die Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch, daher bin ich abends nicht mehr
recht in Stimmung, noch was zu machen und die Wochenenden sind auch gut gefüllt.
Aber etwas an Weihnachtsplätzchen muss ja doch sein:
Ich habe die "Spekulatius" ausprobiert, die eine Nachbarin in meinen Kindertagen gebackenhat. Das Rezept liegt schon seit Jahrzehnten bei mir und kam nie zum Zuge. Eigentlich handelt es sich um eine Variation der beliebten Ausstechplätzchen, die schmecken auch gar nicht nach Spekulatius, aber sind mal etwas anderes, als die ewigen Butterplätzchen.

Butterplätzchen mussten dann aber doch noch sein - denn Yolande verschenkt an Kumpels und Kumpelinen Tütchen mit Keksen.
Alle sorgsam mit Widmung versehen; TCM sei Dank - wir haben "Plätzchen-Buchstaben-Stempel...!

Zu guter Letzt habe ich auch noch Himbeerkringel gebacken - nur mit Aprikosenmarmelade anstelle von Himbeer.
Die haben einer Kollegin von Françoise so gut gefallen, dass wir noch eine weitere Fuhre nachgeschoben haben.

Jetzt reicht das aber auch.
Dieses Jahr gab es keine Pfefferkuchen, keine Haselnusskekse, kein Pfefferkuchenhaus und kein Schwarzweiß-Gebäck.
Auch keine Zimtsterne, keine gefüllten Lebkuchenschnitten und keine Elisenlebkuchen.

Nächstes Jahr...
Mal sehen, ich hätte da so einige Ideen.
:-)

Montag, 7. Dezember 2015

Witzig!

Heute auf die Statistik geguckt und gesehen, dass ich 12.345 Zugriffe hatte.

Das passiert mir wohl kein zweites Mal...

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Verkehrssicherheit

Manchmal frage ich mich wirklich, ob diejenigen, die in Sachen Verkehrssicherheit etwas zu entscheiden haben, wirklich wissen, was sie da tun.

Ein wirklich großes Ärgernis sind die Blinker heutiger Autos.
Designmäßig toll integriert und so unauffällig, dass sie auch kaum wahrgenommen werden. Tiefpunkt war der Blinker dem Frontscheinwerfer des Golf IV eingebaut war - viel besser ist es aber nicht geworden.
Wer bei Regen, latent beschlagenen Scheiben und vielen Autos mit Scheinwerferlicht auf der Straße unterwegs ist, kann manchmal erst im letzten Moment erkennen, ob da eine blinkt oder nicht.

Andere blinken vielzuviel.
Tieflader, die mit großer Fracht unterwegs sind, müssen ja anscheinend ein auf Augenhöhe (von nachfolgenden Fahrern) montiertes gelbes Rundumblinklicht montiert haben.
Ist ja richtig, dass die Rückleuchten solcher Fahrzeuge oftmals niedrig sitzen, verdreckt sind und auch viel zu klein ausgelegt wurden. Somit ist der Tieflader durch die orange Lampe schon von weither gut zu sehen.

Aber wer dahinter fahren muss und nicht überholen kann, weil die Straße glatt, kurvig, im schlechten Zustand ist oder Überholverbot herrscht, wird dauerhaft geblendet.

Dient das wirklich der Verkehrssicherheit, wenn man bei Autos die gewünschte Richtungssänderung nicht sehen kann, während einen LKWs dazu verdammen, im Blindflug hinter ihnen herzuschleichen?

Es gab mal etwas, dass sich "gesunder Menschenverstand" nannte - im Zuge von Regulierungswahn und politischer Korrektheit ist der aber wohl allgemein abhandengekommen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Bibi-Girl - die Zweite

Je länger ich über Puppen, die drahtlos mit dem Router und somit mit der Weltöffentlichkeit vernetzt sind, nachdenke, um so irrer finde ich die ganze Sache.

Selbst wenn ich den Spielzeugunternehmen glaube, dass die Kindergespräche sicher sind und auch nur anonym ausgewertet werden, um das "Spielerlebnis zu verbessern", beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl.

Bibi-Girl soll dem Kind antworten.
Aber was antwortet eine ferngesteuerte Puppe auf die Fragen eines Mädchens?
"Mustafa und ich habe hinter der Pausenhalle geknutscht - was mache ich, wenn ich jetzt Kinder bekomme?"

"Letzte Woche hat Anton mit mir geknutscht - diese Woche mit Jolie-Jaqueline - außerdem hat er seinen Pipimax mit dem von Mustafa verglichen - was mache ich, wenn die beiden miteinander knutschen?"

"Mama und Papa streiten so oft - ob sie sich scheiden lassen wollen?"

Manche Fragen muss ein Kind vielleicht gar nicht beantwortet haben, andere dürfte es im Vertrauen an seine Eltern stellen - übernimmt Bibi-Girl nun diese Aufgabe? Liegt die Aufklärung der Kinder nun in der Hand eine Gummipuppe, die standardisierte Antworten abspult?

Oder antwortet sie folgendermaßen:
"Es ist in Ordnung mit Jungs zu knutschen - wichtig ist ein kussechter Lippenstift. Bitte Deine Mutter Marke XYZ zu kaufen - das ist das richtige für dich."

"Es ist schlimm, wenn Mamas und Papas streiten - es hat nichts mit dir zu tun.
Übrigens fühle ich mich viel besser, wenn ich neue Klamotten habe. Warum gehen wir nicht zusammen shoppen? Die neue Kollektion von XYZ ist raus - vielleicht können wir bald im Partnerlook gehen?"

Bekommen die Eltern nur die Aufzeichnungen der Kinder-Äußerungen oder auch die Antworten?
Welchen Einfluss nimmt ein Spielwarenunternehmen auf mein Kind und kann ich deren Sprachbotschaften kontrollieren?

Da will man seine Kinder vor schädlichen Einflüssen bewahren, sondert Bücher und Filme nach Eignung und Altersstufen aus und durch die Hintertür setzt man dann eine ganz neue Einflussquelle direkt ins Kinderzimmer...


Was die Sicherheit anbelangt - gerade wurde eine App von VTech gehackt und lauter Kinderdaten (Name, Geschlecht, Alter) sind abgegriffen worden.
Sicher sind Daten nie, aber so unsicher wir heutzutage waren sie auch nie.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Türchentag

Zum Advent gehört der Adventskalender.
Sozusagen eine Sichtbarmachung der Zeit.
Während Türchen für Türchen geöffnet wird, nähert sich unaufhaltsam der Tag der Bescherung.

Yolande bevorzugt selbstgemachte Kalender mit Kleinigkeiten, gerne auch mit dunkler Schokolade.
Dieses Jahr war es, so sagte mir Adventskalenderfrau Françoise, noch schwieriger als in den Jahren zuvor, überhaupt Zartbitter oder dergleichen zu finden.

Pflegeleichter ist Victor, Playmo oder Lego ist nicht mehr dran - jetzt sind es die ??? - jeden Tag ein neues Rätsel.

Victor hat auch für uns wieder etwas gebastelt - unter 24 Post-its sind 24 Irgendetwas versteckt. Bilderchen, Wörter, Hinweise, Aufkleber.
Etwas unkonventionell, aber mit Liebe und bedacht gefertigt.

Da fällt mir ein, dass ich noch einen Tannenbaum besorgen muss, eine Ente bestellen, und auch den sonstigen Bedarf an Lebensmitteln noch etwas planen muss.

Seid gewarnt! dieses mal ist es ein wirklich langes Wochenende!
Drei ganze Tage kann man nicht einkaufen.
Es wird das Chaos schlechthin werden.

Am Adventskalender kann man ablesen, wann es losgeht...