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Montag, 11. September 2023

Wie wir sprechen und gesprochen haben.

Der Blick zurück offenbart oft,wie sich die Dinge verändern. 
"ALF" war in den 80ern ein großer Hit. Victor hat sich mit seiner Freundin auch mal einige Folgen angesehen und wir ebenso. 
Wie spannend, dass Lynn ihm sagt, der für ihn gebackene Kuchen sei eine "fertige Mischung" gewesen. 
Da schließe ich draus, dass "Fertigmischungen" zu der Zeit bei uns noch unbekannt waren.
Dafür wird dem Zuschauer aber zugemutet, dass er weiß, was ein "Nassauer" ist.
Vielleicht wurde dem Publikum damals noch eine halbwegs umfassende Allgemeinbildung unterstellt. 

Bei "Friends" geht es in einer Folge darum, dass Joey seinen "privaten Fan" habe. Im Original ist es ein "Stalker" - auch das ist ein Begriff, der uns Mitte der 90er noch unbekannt war. Heute klingt das sehr merkwürdig, aber bestimmte Dinge sind erst später zu uns rübergeschwappt. 

Ein letztes Beispiel?
In "Frühstück bei Tiffany" erzählt Holly von ihrem Bruder Fred, der so groß geworden sei und führte es auf den großen Konsum von Haferflocken zurück. 
Haferflocken?? Echt jetzt?
Nein, im Original (und auch im Buch (deutsche Übersetzung) spricht sie von Erdnussbutter (bzw. Peanut Butter), was auch mehr Sinn ergibt, denn Erdnussbutter ist sehr energiereich. Aber dem deutschen Publikum war dieser typische amerikanische Aufstrich in den 50er Jahren wohl nicht zuzumuten. Heute ist er jedem Kind bekannt, aber damals anscheinend nicht, sonst hätte man es nicht gegen Haferflocken ausgetauscht. 

Haltet die Augen und Ohren offen, welche Worte uns in 10 Jahren begegnen, die bei uns heute unbekannt sind und ausgetauscht werden, aber anderswo schon lange gebräuchlich sind.

Donnerstag, 19. April 2018

Deutsch oder English oder doch lieber beides.

Eigennamen sind ja immer so eine Sache.
Wir sagen Dschordsch Härrissen und Donneld Trammp und brechen uns einen ab, um alle Namen politisch korret auszusprechen.

Natürlich muss man nicht unbedingt darauf besehen, Georg Harrison oder Donald Trump so auszusprechen, wie sie geschrieben werden (also mit G und a und u), aber machen sich die "anderen" Gedanken darum. Sagt irgendwer in den US-Nachrichten wirklich "Angela" mit Betonung auf dem "A"? Oder wird sie da zu "Ändschela Mörkl",  Herr Gabriel zu "Gäjbriel", so wie Peter (ehemals von Genesis).

Vor diesem Hintergrung könnten wir vielleicht mal etwas unverkrampfter an die Sache rangehen.

Mir fiel das jetzt auf, als Frau Barbara Bush gestorben ist.
Im gleichen Atemzug wurde sie als Mutter von "Dschordsch Dabbelju Busch" bezeichnet.
Warum nicht "Dschordsch We Busch"?
Hätte man genausogut verstanden.

Aber Eigennamen sind ja immer so ein Sache...

Freitag, 31. Januar 2014

Hochkultur

Chinesisch ist ja voll im Trend.
Jungendliche Erwachsene und nicht erwachsene Jugendliche lassen sich chinesische Schriftzeichen auf Handgelenk, Rücken oder Knöchel tätowieren.
In "jungen" Wohnungen werden Schriftzeichen auf die Tapeten geklebt.
Gerne die Zeichen für "Geld" (soll Reichtum bringen) und "Sex" (ist wohl klar, oder?).

Zum einen wüsste ich gerne, ob die Zeichen, die sich einige für den Rest ihrer Tage aufbringen lassen wirklich das bedeuten, was erzählt wird (und richtig geschrieben sind).
Zum anderen fällt mir auf, dass Denglisch also nicht mehr ausreicht, um mit nebulösen Umschreibungen Bedeutung vorzuheucheln.

Die Faszination, die von chinesischen Zeichen ausgeht, beruht - wie bei allen "geheimnisvollen" Schriftzeichen - darauf, dass sie nur von "Eingeweihten" gelesen werden kann.

In unser "aufgeklärten" Gesellschaft ist der Wunsch nach Geheimnissen, Mystik und dergleichen nach wie vor ungebrochen.

Aber ob die Gesellschaft dadurch besser und weiser wird - das bezweifel ich sehr!

Donnerstag, 23. Januar 2014

Back in The Jungle

Auf GMX hieß es vor einigen Tagen "Dschungel-Camp - wer guckt so einen Trash?"
Gute Frage.
Wenn man aus versehen mal reinzappt, darf man ja mal gucken, aber im Großen und Ganzen ist mein Würgereiz zu stark.

Interessant finde ich, dass GMX, die einerseits das Camp als "Trash" bezeichnen, trotzdem jeden Tag an erster Stelle "Meldungen" verbreitet.

Von daher schließe ich daraus: GMX-Nutzer wollen diesen "Trash" gucken und darüber lesen - oder GMX möchte gerne, dass deren Nutzer sowas tun.

Wie schnell wäre das Dschungel-Camp passé, wenn keiner drüber berichten würde...

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Der Telefonjoker

Schon wieder gibt es ein neues "englisches" Wort, das kritiklos und willig von der breiten Masse übernommen wird, obwohl es erstens für deutsche Zungen sperrig und zweitens ein Kunstwort aus anderen englischen Wörten ist.
"Phubbing"
Es sieht nicht nur mistig aus, es spricht sich auch so, als ob jemand Schnupfen hätte und besser im bett geblieben wäre.
Aus "Phone" (Telefon) und "stubbing" (etwa: jemanden von den Kopf stoßen) zusammengesetzt soll es beschreiben, wie manche nur noch auf ihr Smartphone starren und damit ihrer Umwelt zu verstehen geben, sie sei unwichtig und eigentlich nicht existent.
Selbst der "Knigge" soll das Wort schon übernommen haben.

Mein Vorschlag dafür wäre das einfach und allseits verständliche
"unhöflich"
Kurz, prägnant, aussprechbar und zudem gar nicht neu.

Wer nun meint, es reiche nicht, "unhöflich" zu sagen, weil es ja um den Umstand des "ständig auf das Telefon starren"s gehe, dem sei gesagt, dass es mir ziemlich egal ist, ob mich jemand ignoriert, weil sein Smartphon alle Aufmerksamkeit braucht, er ein Buch nicht aus der Hand legen mag oder mir einfach "so" die kalte Schulter gezeigt wird.
Unhöflich bleibt unhöflich, egal, was oder womit ein anderer die Unhöflichkeit verursacht.

Übrigens argumentieren einige ähnlich bei dem Wort "Power" - nur anders herum.
Das kann nicht nur Kraft, Macht und Energie bedeuten sondern auch alles mögliche andere, was in den gleichen Topf gehört.
Da wird es als Vorteil gesehen, mit einem Wort alle Möglichkeiten zu erschlagen, anstelle ein Wort bemühen zu müssen, mit dem man sich ja tatsächlich auf einen Aspekt festlegen muss.
Wer will sich heutzutage schon festlegen?

Donnerstag, 4. Juli 2013

Der Teufel steckt im Detail

Es ist, wie es halt so oft ist.
Englisch ist nicht Deutsch, aber es klingt halt "besser".
Daher werden Produktnamen auch gerne in englisch ausgeführt.

Ein Staubsauger, den wir nicht benutzen, heißt "Dirt Devil" - zu Deutsch wäre das ein "Schmutzteufel".
Der sich darauf reimende "Putzteufel" ist jemand, der übertrieben putzt.
Was schließe ich dann aus dem Namen "Schmutzteufel"?

Dass der mehr verschmutzt, als reinigt?
Die beutellosen Sauger sind ja berüchtigt.

Und zu guter Letzt: Soll man den Teufel wirklich an die Wand malen? Geschweige denn, ihn in sein Haus holen?

Freitag, 28. Juni 2013

Friends

Die Serie "Friends" wurde von 1994 bis 2004 gedreht und ausgestrahlt - in D natürlich mit etwas Verzögerung.
In einer Folge, die etwa 95 oder 96 gelaufen ist, hat Joey eine Rolle als Arzt in "Zeit der Sehnsucht" ergattert und dadurch einigen Erfolg.
So verwundert es nicht, dass eine Folge sich mit der Schattenseite der Berühmtheit befasst; Joey wird von einem "Fan" verfolgt. Der Fan in der Serie ist eine Frau und meint, Joey sei wirklich Arzt.
Die Schauspielerin spielt ihre Rolle als Fan, als sei sie nicht ganz zurechnungsfähig oder vielleicht auch von ihrer Verehrung für den "Arzt" Joey "besessen".

Im englischen Original wird von "Joey's personal stalker" gesprochen, die deutsche Übersetzung macht daraus "Joeys persönlichen Fan".
Das tut der ganzen Handlung keinen Abbruch, doch zeigt es ganz deutlich, dass "Stalker" Mitte der 90er in D noch kein Thema waren.

Zumindest keines, dass mit diesem Namen benannt wurde.
Es weiß nur heute niemand mehr, was man damals dazu sagte.