Samstag, 27. Juli 2013

Bedenklich

Beständig wird für Hörbücher geworben.
Kostenlos hier, günstig da, und vor allem auch für's Smartphone.

Im Moment ist ja wohl "Er ist zurück" ganz groß in Mode.
Also "grinst" einem überall die stilisierte Frisur entgegen.

Schön finde ich das nicht.
Es ist zuviel der Ehre!

Donnerstag, 11. Juli 2013

Ohrwurm nach dem Ringreiten

Ringreiten - wer das nicht kennt, hat nichts verpasst.

Reiter reiten auf ihren Pferden, haben eine Lanze in der Hand und versuchen einen etwa 2-Mark-Stück großen Ring zu treffen, der zwischen zwei Vollpfosten an einem Band baumelt.

Je nachdem, welcher Wettkampf gerade ausgetragen wird, kann der Reiter einen Preis gewinnen oder wird gar König.
Zeitgleich dazu läuft in der Regel das Schießen der Schützen. Es heißt bei uns aber dennoch nicht Schützenfest.

Zum Ringreiten gehört ein Umzug.
Morgens werden die Majestäten des Vorjahres abgeholt - da gibt es gleich einen Cognac oder Mischung oder was auch immer. Da ich nie frühstücke wäre das Alkohol auf nüchternen Magen.

Zum Glück braucht niemand mitzutrinken.
Ansonsten hätte man schon bis 8.30 3-4 Gläser Schnappes intus.

Wir von der Musik sitzen übrigens auf einem Wagen, der von einem Trecker gezogen wird.

Aufgrund von überregulierter Auflagen, müssen die Anhänger einiges an Vorschriften einhalten - im Umkreis der von uns bestrittenen Ringreiterauftritte gibt es nur einen Wagen.

Das ist gut, denn sonst gäbe es einen Umzug ohne Musik, das ist aber auch schlecht, weil der Wagen sehr eng ist.

Nicht nur die großen Saxophone (Tenor und Bariton) haben Kummer, auch die Posaunen haben kaum Platz für tiefe Töne. Es ist nicht mal mehr Raum für die kleine Trommel, was wirklich schade ist.

Sollte es regnen, reiten die Reiter unverdrossen und völlig schmerzfrei weiter.


Auch der Abschlussumzug wird dann gerne in voller Länge durchgezogen.
Rücksicht auf unsere Instrumente (unser Instrumentalwert ist mit 13.000 EUR bestimmt nur sehr knapp geschätzt) nicht genommen. Immerhin bekommen wir ja Geld für's spielen.

Dass die milde Gabe, die wir bekommen jedoch knapp ausreicht, um zwei oder drei Instrumente zu warten, von Neuanschaffungen sprechen wir besser gar nicht, will keiner was wissen.
Sowieso ist Annerkennung rar. Im besten Falle gibt es ein "wir bedanken und beim Musikzug", aber ein "gut gespielt" oder "klingt ganz passabel" gibt es eigentlich nie.

Ein Wort noch zum Abschlussumzug, bei dem die neuen Majestäten wieder weggebracht werden. Auch da gibt es reichlich Alkohol und es kommt schon einmal vor, dass von den Schützen einige aus der Reihe "tanzen" und wieder aufgesammelt werden müssen.

Ob das nötig tut, weiß ich nicht, ich für meinen Teil halte mich dann doch eher zurück.

Naja, die Ringreitersaison ist nun sowieso zuende und es bleiben nur noch wenige Wochenenden vorm Herbst.


Mittwoch, 10. Juli 2013

Räuberteller

Eine gute Idee.
Wer mit Kindern unterwegs ist, klein sind, die wenig essen und/oder nicht wissen, ob die
angebotenen Speisen schmecken, der liebt das Gericht "Räuberteller".

 Das ist in der einfachen Version ein zusätzlicher Satz Gabel oder Löffel und in der "de luxe"-Version ist ein Teller dabei.

Da kann das Kind einfach etwas von Mamas oder Papas Teller abbekommen, ohne ein eigenes Gericht bestellen zu müssen, was nicht schmeckt, zuviel ist oder nicht gewünscht wird. 

Leider haben nur wenige Lokale diese wirklich sinnvolle Einrichtung im Angebot.

Dienstag, 9. Juli 2013

coming out als Linkshänder

"Die 20 wichtigsten Fragen über Linkshändigkeit"
oder so ähnlich heißt das Buch, dass ich gerade gelesen habe.

Nun ist mir die Thematik Lingshänder nicht ganz fremd, so kommen hier und da Linkshänder in der Familie vor und sowohl Yolande, als auch Victor sind es.

Nachdem ich das Buch nun durch habe, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Linkshänder die besseren Menschen sind, die in der rechtshändigen Welt unterdrückt werden.

Ausnahmslos alle aufgeführten Schulkinder in dem Buch haben, nachdem sie endlich linkshändig sein durften, einen irren Schub gemacht:
Schluss mit Unkonzentriertheit, schlechter Schrift, Blackouts und Leistungsschwächen.
Endlich konnten und durften sie ihre Leistungen zeigen.

Etwas, dass ich so nicht bestätigen kann. Victor ist einer der gepriesenen Linkshänder, hat aber weder eine schöne Schrift, noch ist er ein schulischer Überflieger und Konzentration ist auch ein "Thema".
Dabei ist er vom ersten Augenblick an als Linkshänder erkannt und gefördert worden.

Mir scheint, dass da jemand nur die positiven Aspekte in den Vordergrund stellt, ohne das Bild nach "unten" abzurunden, denn genauso, wie es bei Rechtshändern eine Bandbreite von gut bis schlecht gibt, wird es das auch bei Linkshändern geben.
Denn nicht jeder Linkshänder ist hochbegabt, auch wenn es ich in dem Buch manchmal so anhört.

Nun ist meistens auch Sonne, wenn irgendwo Schatten liegt.
Der Autor schneidet viele Themen an, die bedacht werden sollten, wenn man Linkshänder ist oder solche als Kinder hat.
Sei es die Handhaltumg beim Schreiben, Küchenutensilien oder Computerzubehör.
Ebenso rät er zur Zurückschulung, wenn jemand auf rechts umgeschult wurde, mahnt dabei aber zur Geduld und veranschlagt bei einem Erwachsenen eine Zeitspanne von 3-5 Jahren. Das handschriftliche Schreiben nimmt er dabei sogar aus und verweist darauf, möglichst elektrisch zu schreiben, da Handschrift eine Höchstleistung von Hirn und Hand ist.

Der Autor vertritt die Ansicht, Linkshändigkeit würde vererbt werden. Wikipedia meint das auch, allergings nicht ganz so absolut, wie im o.g. Buch beschrieben.

Im Buch wird die These aufgestellt, linkshändige Kinder hätten auch linkshändige Eltern und wer ein linkshändiges Kind habe, könne sich mal fragen, ob Mama oder Papa vielleicht ein Umgeschulter sei.

Jetzt geht es los.
Bin ich ein Linkshänder? Hat man je von einem linkshändigen Yeti gehört?
Sich dann unvoreingenommen zu beobachten und zu sehen, ob und wie man spezifische Dinge mit rechts oder links macht, in welche Richtung man den Kaffee/Tee rührt und wie herum man seine Zeitschrift durchblätter. Welche Stärken hat man - rechnen, schreiben, Logik, erzählen, analysieren, tanzen oder werkeln.
Alles kann ein "Zeiger" für Linkshändigkeit sein - weil man es entweder besonders gut, oder eben nicht so gut kann.
Feuer frei!

Montag, 8. Juli 2013

Keiner hat's gewusst!

Sieh an, sieh an!
Herr Snowdon holt aus, nachdem ihm Westeuropa, das seine Botschaft über Spitzelattacken bereitwillig aufgenommen hat, ihn nicht als Asylanten aufnehmen will - immerhin ist er nicht farbig und spricht auch noch ganz passabel englisch - schlägt das Imperium Herr Snowdon zurück:
Die Europarianer haben nicht nur von den Bespitzelungen gewusst, sondern auch noch davon profitiert!
Unerhört! Unsere Angie soll über diesen Schweinkram bescheidgewusst haben? Bestimmt nicht!
Die ist immer so ehrlich und kennt das ja mit Guck und Horch.
Allen anderen traue ich das zu, aber Angie-Maus nicht!

Aber Moment, war da nicht noch dieses europäische Spitzelprogramm...?

Mein Weltbild vom einigen alten Europa gerät bedenklich ins Wanken!

Ganz zu schweigen davon; in Deutschland gab es schon einmal eine Zeit, in der keiner etwas gewusst, gesehen oder gehört haben möchte. Da ging es auch um schlimme Dinge.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Der Teufel steckt im Detail

Es ist, wie es halt so oft ist.
Englisch ist nicht Deutsch, aber es klingt halt "besser".
Daher werden Produktnamen auch gerne in englisch ausgeführt.

Ein Staubsauger, den wir nicht benutzen, heißt "Dirt Devil" - zu Deutsch wäre das ein "Schmutzteufel".
Der sich darauf reimende "Putzteufel" ist jemand, der übertrieben putzt.
Was schließe ich dann aus dem Namen "Schmutzteufel"?

Dass der mehr verschmutzt, als reinigt?
Die beutellosen Sauger sind ja berüchtigt.

Und zu guter Letzt: Soll man den Teufel wirklich an die Wand malen? Geschweige denn, ihn in sein Haus holen?

Mittwoch, 3. Juli 2013

nackt bis auf die Unterhose

Victor soll/darf etwas Ergotherapie bekommen.
Er hat es nicht so einfach, sich auf schulische Sachen zu konzentrieren und zieht sich recht viel an blauen Flecken und dergleichen zu. Manchmal hoffen wir, gerade *jetzt* nicht zum Kinderarzt zu müssen, weil das Kind aussieht, als hätten wir es misshandelt (das ist natürlich etwas übertrieben :-)

So, nun gibt es also Ergo und das Vorgespräch hat zwischen der Therapeutin und Françoise statt und es gab einen Fragebogen.
Ehrlicherweise muss man sagen, es ist ein Fragenarbeitsbuch.
Gesundheitliche Vorgeschichte, Tagesablauf, Wochenübersiche, wer verbringt wieviel Zeit mit ihm und was wird in der Zeit angestellt, Vorlieben des Kindes, der Eltern, hat es Freunde, wenn ja, wieviele und warum, was spielt das Kind, wie ist es in der Schule...

Mal unter uns: Ich kenne Eltern, die wären beim Ausfüllen dieses Fragebogen intellektuell überfordert. Schon die Fragestellung ist teilweise komplex und dann soll in einem freien Text geantwortet werden, manchmal auch in Stichpunkten.
Von Eltern, die der deutschen Sprache nicht oder nur teilweise mächtig sind, rede ich besser gar nicht.
Da wird ein Teil der Eltern - und damit auch das Kind - schon gleich in der Schublade "bildungsfern" sein, bevor das Kind überhaupt in der Praxis aufgetaucht ist.

Ob das im Sinne des Erfinders ist?
Vor allem kommt man sich wirklich bis auf die Knochen ausgezogen vor.
Wie lange sieht das Kind am Tag fern?
Statistisch gesehen 4 Stunden. Unsere Kinder kommen im Wochenschnitt auf eine eine knappe Stunde täglich, wenn überhaupt so viel.
Ist das jetzt schlecht, weil wir unter dem Statistikmittelwert liegen?
Oder ist das schlecht, weil wir unseren Kindern vorenthalten, was ihnen dem Bundesschnitt nach zusteht?

Gibt es andere Praxen, die nicht so vorgehen?
Ich weiß es nicht, aber gespannt, bin ich, wie Victor (ich-bin-der-kritische-Kunde-und-es-steht-nicht-in-Ihrer-Macht,-mich-zufriedenzustellen) und die Therapeutin miteinander auskommen.
Ich hoffe natürlich gut, im Sinne, dass es Victor bei seiner persönlichen Entfaltung hilft.

Dienstag, 2. Juli 2013

Schockbilder auf Zigaretten

Soll es jetzt ja bald geben.
Mehr Bild als Name auf der Packung.
Schreckt das ab?

Wie ist das mit Kleinkindern, die mit den Zigarettenpackungen in visuellen Kontakt kommen?
Werden die Schaden nehmen?
Immerhin werden Filme mit entsprechenden Bildern nicht unter FSK12 freigegeben.

Montag, 1. Juli 2013

George Orwell war ein naiver Optimist

Wer sich im Netz bewegt, hinterlässt Spuren.
Diese zu sammeln und auszuwerten, geben sich viele Firmen, hinter denen Menschen, wie Du und ich stehen sehr viel Mühe.
Mehr noch, es wird damit Geld gemacht.
Wer nach Musikinstrumenten und Noten auf Am*z*n sucht, wird anschließend mit Werbung dichtgeschüttet.
Das ist die harmlose Seite der Medallie.

Im Deutschlandfunk lief ein sehr interessanter Bericht über die Möglichkeiten, die schon heute erprobt werden.
Auch Wikipedia hat einige, wie ich finde, lesenswerte Berichte, z.B. über Indect, das Programm der europäischen Union zur Ausspähung aller Personen in der EU.

Gefährlich daran ist vor allem, dass darüber kaum etwas Beachtung in der Öffentlichkeit erfährt.

Gefährlich daran ist vor allem, dass ein jeder verdächtigt wird. Die Unschuldsvermutung gilt nicht mehr und jeder kann, aus welchem Grund auch immer, ins Visir der Überwacher geraten und ist dann für alle Zeit der Welt dort gespeichert, mit allen Daten, die sich zu ihm auftreiben lassen.

Gefährlich daran ist vor allem, dass viele, ja fast alle sich die Überwachungs"tools" für den privaten Raum selber ins Haus holen: X-Box, Smartphone, Kameras mit GPS, Smart-TV, Webcam...
Die stehen im ständigen Austauch mit wem auch immer über Internet und Satellit und wo die Daten abbleiben, wissen wir nicht!

Wer die Vorteile dieser Medien nutzen möchte, muss um die Nachteile wissen.
Also: stöpselt die Webcam ab, wenn sie nicht gebraucht wird. Zieht den Stecker der X-Box, wenn ihr nicht spielt. Kauft Bücher/Musik/Zeitschriften/egal was im Laden nicht übers Netz.
Benutzt keine Kundenkarten, mit denen Euch lächerliche 2% Umsatz je Einkauf gutgeschrieben werden. Schaltet Euer Smartphone ab, wenn es nicht unbedingt gebraucht wird. Wechselt Eure IP, so oft es geht.

Wehrt Euch!