Montag, 11. März 2013

Was die einen können...

Großeltern sind immer bass erstaunt, was ihre Enkel (egal ob 3, 5 oder 8 Jahre alt) alles schon können:
Mit einem I-Pod umgehen, ein Smartphone bedienen, die Fernbedienung vom Fernseher einfach benutzen, ohne, dass Opa es ihnen erklärt hat.
Oma und Opa sind mit solchen Sachen natürlich heillos überfordert (nicht zuletzt deshalb, weil die jugenlichen Designer winzige Zahlen auf filigranen Knöpfen platziert haben, und jede Taste mit zig Funktionen belegt haben).

Es ist natürlich schon toll, wenn die Kinder sich von modernen Geräten intuitiv führen lassen und ohne anerzogene Angst vor Fehlern einfach drauflos"spielen".

Doch sollten sich die Großeltern ruhig mal fragen, ob ihre Enkel denn das, was die Großeltern im Kindesalter konnten, auch (noch) können:
-Kartoffeln auf einem Gasherd (oder Kohleofen) kochen
-selber Brot aufschneiden und schmieren
-phantasievoll mit wenig Spielzeug spielen
-barfuß über einen steinigen Weg laufen
-mit Messer und Gabel essen, ohne, dass man Angst haben muss, gleich den Notarzt alamieren zu müssen
-sich Erwachsenen gegenüber höflich benehmen
-eine lesbare Schreibschrift auf's Papier zu bringen
-eine kleine Auswahl von Gedichten von bedeutenden Dichtern auswendig zu können
-15 Baumarten alleine an der Wuchsform zu unterscheiden

Ganz zu schweigen von Dingen, die die Enkel niemals können werden:
Ohne Navi den Weg zum Bäcker an der Ecke finden.
Sich an eine mündliche Verabredung zu erinnern, die länger als 20 min zurückliegt.
Einkaufen gehen, ohne mehrmals fernmündlich nachzufragen, welche Sorte Kekse die richtige waren.
...

Alles Dinge, die gelernt und trainiert werden mussten. Kulturleistung, die man sich selber aneignen musste.
Ist die intuitive Bedienung von Elektrospielzeug da nicht eine, eher mindere Qualität an Können?

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