Donnerstag, 12. Dezember 2013

Keine Saxophone unterm Weihnachtsbaum

Bei Ebay habe ich eine lustige Verkaufsanzeige gesehen.
Ein oft gelesener Vorgang, jemand verkauft ein günstiges Saxophon, weil er am Lernen und Üben keinen Spaß oder schlicht keine Zeit hatte, sich mit dem Instrument zu beschäftigen.
Bei dieser Anzeige sind die gestellten Fragen aber der absolute Hit.
Ob ein Koffer dabei sei? Nein, aber es würde im Karton verschickt.
Mal ehrlich, wenn ich ein neues Sax im Laden kaufe, sollte zumindest ein Koffer dabei sein um es sicher transportieren zu können.
Ob das Sax in Ordnung ist? Wahrscheinlich schon - vielleicht müsste es aber gestimmt werden.
Bitte? Der hat sich wirklich nicht damit beschäftigt! Ein Saxophon wird durch das Verstellen des Mundstücks gestimmt, das liest man auf der zweiten Seite jeder Saxophonschule und normalerweise erzählt das auch ein halbwegs fähiger Verkäufer im Laden, wenn jemand ankommt und ein Saxophon kaufen möchte.
Hat das Sax Kratzer, Dellen, Schäden? Nein, nur minimale Gebrauchsspuren.
Wie jetzt, doch damit rumgespielt?
Möchte das Saxophon meinem Sohn zu Weihnachten schenken, wie ist denn die Qualität?
Ich habe keine Ahnung, aber es hat fast 1000 EUR gekostet.
Schön, da unterhalten sich schon zwei, die keine Ahnung haben. Der eine hat zwei Scheine für etwas ausgegeben, wovon er keinen blassen Schimmer hat, um anschließend festzustellen, dass er auch keinen Schimmer bekommen wird. Der andere will blind ein gebrauchtes Instrument kaufen, dass an sich schon empfindlich ist, und es klingt so, als wüsste er auch nicht recht, was er da kauft. Vor allem die Frage nach der Qualität ist bestechend.

Mein Tipp für alle:
Wer Saxophon lernen möchte, kann sich a) an eine Musikschule wenden, oft gibt es dort Schnupperstunden oder ein "Instrumentenkarussel", wenn es eine größere Musikschule ist gibt es auch oft Leihinstrumente.
Oder b) man besucht den örtlichen Instrumentebauer (kann man in der Zwischenzeit auch ergooglen!) und fragt, ob man dort ein Instrument leihen kann.
Die Kosten liegen wohl zwischen 20 und 40 EUR im Monat, die Kosten werden anschließend oft verrechnet, wenn man dort ein neues Instrument kauft (oder zumindest ein Teil der Kosten).
Wer nach zwei Monaten merkt, es gefällt ihm nicht, Saxophon zu spielen, hat mit 50-80 EUR nur wenig Geld investiert und muss nicht anschließend ein Saxophon verkaufen, dass seit dem Kauf 90% an Wert verloren hat.
Oder c) man sucht sich jemanden im weiteren Bekanntenkreis, der spielt und fragt, ob man mal probieren kann, selbst wenn man sich der Hygiene wegen ein brauchbares Mundstück und Blätter kauft (z.B. Yamaha für rund 25 EUR und 2-3 EUR je Blatt, also rund 30 EUR), ist man günstiger dabei, als oben beschrieben, weniger Aufwand und Ärger hat man so allemal.

Wer Frage hat, der darf gerne fragen.

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