Dienstag, 8. April 2014

Verlorene Kulturleistung

Tatsächlich sind es die Grenzen und Beschränkungen, die uns Menschen kreativ werden lassen.
Heute gibt es MPR-Plärrer, die mehr Musik speichern können, als man in einem Monat hören kann.

In den 70ern und 80ern war das anders.
Es gab Singles, das waren kleine Schallplatten mit nur einem Lied auf jeder Seite, LPs, das waren Langspielplatten und ganz selten EPs, das waren Platten mit je 2 Liedern auf jeder Seite, irgendwann kamen dann noch die Maxi-Singles auf, die hatten die Größe einer LP, wurden aber auch mit 45/min. abgespielt. Einerseits war eine aufgeblasene Version eines Hits, andererseits zwei normale Lieder.

UND - es gab Musikkassetten, nicht nur welche, die man alternativ zur Schallplatte kaufen konnte, sondern auch welche zum selber bespielen.

Hier zeigte sich, wer es wirklich drauf hatte;
denn auf einer Kassette war nicht unbedingt soviel Platz wie man brauchte.
Daher musste mit der Reihenfolge der Lieder jongliert werden -
war es möglich, durch geschicktes zusammenstellen alle Lieder aufs Band zu bekommen?
Oder mussten welche weggelassen werden?
Wenn mehr Platz und damit noch freies Band vorhanden war, konnte man zusätzliche Stücke aufnehmen - Singel-B-Seiten oder ganz andere Stücke, die gerade in waren.

Wer anderen eine Freude machen wollte, stellte ganz individuelle Kassetten zusammen.
Nur Rock, nur Schmuselieder, nur Stücke, die mit "E" anfangen, alles in einer Tonart oder einfach die momentanen Lieblingslieder.

Vor allem brauchte es Zeit.
Zeit und Hingabe, man beschäftigte sich mit der Musik, hörte sich durch Plattensammlungen von Freunden, um seinen Horizont zu erweitern und stellte sich dann zusammen, was gefiel.

Ein deutlicher Unterschied zu heute, wo man einfach und auf Knopfdruck Daten von A nach B läd.

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