Montag, 8. April 2013

Der Drahtesel

In meinen Augen ist das Fahrrad eine der genialsten Erfindungen.
Vielleicht das Beste seit dem Buchdruck!

Fahrräder haben eine simple Technik, zwei Räder, zwei Pedale, eine Kette, ein Lenker.
Bremsen und Sattel sind optional :-)
Außer bei der Produktion fällt eigentlich kein weiterer Energieverbrauch an - sehen wir mal von etwas Öl und Fett zum Schmieren und dann und wann etwas warmes Wasser zum Reinigen ab.

Trotz des einfachen Aufbaus lässt sich die Reisegeschwindigkeit gegenüber der normalen Schrittgeschwindigkeit von 6 km/h verdoppeln, teils sogar verdreifachen.
Ohne dass es einen stark erhöhten Aufwand bedarf.
Gleichzeitig ist die Geschwindigkeit über eine lange Strecke und einen langen Zeitraum durchzuhalten.
Der Aktionsradius des Menschen hat sich mit dem Rad also erheblich vergrößert.

Ebenso lässt sich mit dem Fahrrad einiges mehr an Gepäck transportieren.
Sehen wir von speziellen Transportfahrrädern ab, die entsprechende Ladeflächen aufweise, hat das Standardrad die Möglichkeit, neben dem fast serienmäßigen Gepäckträger noch problemlos mit folgenden Erweiterungen aufgerüstet zu werden:
Gepäcktaschen hinten, Korb hinten, Korb vorne, Tasche im Rahmen (nur bei Herrenrädern/Diamantrahmen möglich). Damit lässt sich ein Wocheneinkauf, eine Campingausrüstung oder sonstiges Sperrgut schon sehr zuverlässig und sicher transportieren.
Auch Anhänger sind einfach anzuhängen, die das Transportvolumen noch einmal drastisch erhöhen.

Alles in allem eine Einrichtung, die bei geringem Energieaufwand zuverlässig Hilfe im Alltag bietet.

Einschränkend muss ich sagen, dass ich mich auf die "Brot und Butter-Räder" beziehe.
Sporträder, Mountainbikes, BMX-Räder und dergleichen sind aufgrund ihres speziellen Gebrauchs und/oder der anfälligeren Technik nur eingeschränkt für die o.g. Dinge zu gebrauchen.
Ideal sind die (bei uns sogenannten) "schwarzen Fahhräder" aus den 40/50/60er.
Ein stabiler Rahmen, dicke Reifen, keine Ganschaltung, einfache Bremsen.
Da geht fast nichts dran kaputt, alles ist mit geringem Pflegeaufwand gängig zu halten und auch eine Reifenpanne ist schnell behoben.
Dafür sind Nachteile im Komfort in Kauf zu nehmen.
Trotzdem sind die Räder flott zu bewegen, denn es wurde Wert auf eine ideale Übersetzung gelegt, die sowohl für die zügige Fahrt im Flachland, als auch für ein nicht zu anstrengendes Vorankommen an Steigungen ausgelegt war.
Wirklich schade, dass diese Räder fast parallel zum "Volks-Auto" entstanden.

Vielleicht  sähe unsere Kultur heute anders aus, wenn das Fahrrad mehr Raum und Nutzen hätte einnehmen können.

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