Montag, 8. Oktober 2018

Müllmänner Blues

Meine Mutter räumt auf.
Sie liest noch einmal alte Bücher und versenkt sie dann im Altpapier.
Manchmal fragt sie uns, ob wir etwas haben möchten.
So sind auch viele Kinderbücher aus meiner Kindheit wieder zu uns gelangt.
Ebenso Zeitschriften und Bücher, die von ihrer Arbeit mit Kindern übrig geblieben sind.

Auch wir räumen auf.
Vor allem Victor räumt auf.
Alte Zeitschriften: Lego, Playmobil, Sharky, Schlümpfe, Löwenzahn, egal was...
Alte Bücher, die er nicht mehr liest,
Kuscheltiere, Selbstgebasteltes.
Alles muss raus. Nachdem es Jahre gab, in denen sein Zimmer vollgestopft mit verschiedensten Utensilien war, oft aus Resten zusammengebaut, übt er sich jetzt in Askese.

Auch der Dachboden muss dran glauben. Alles, was sich in Flohmarktkisten angesammelt hat, wird sortiert:
- Flohmarkt, zweiter Versuch
- Tauschhütte oder Sozialladen
- Müll

Spielzeugkisten werden ebenso durchgesehen - eigentlich alles, was da oben steht.

Wenn ich jetzt sehe, was darauf wartet, mit der Mülltonne "entsorgt" (=verbrannt) zu werden, und bedenke, dass es bei anderen Familien wahrscheinlich in Keller und Dachboden genauso aussieht, dann schwant mir, wieviel Müll anfällt und produziert wird.
Von den Dingen, die nur produziert werden, um nach Einmaligem Gebrauch weggeworfen zu werden, reden wir besser gar nicht. Überraschungen in kleinen gelben Eiern, Verpackungen, in denen Verpackungen mit Spielzeugen ohne Spielwert stecken. Zeitschriften mit "Gimmick" (was in den 80ern mit "Yps" eingeführt wurde, ist heute gang ung gäbe), die nach kurzer Zeit kaputt sind...

Würden wir doch alle mal ein wenig mehr nachdenken und weniger Sachen kaufen, die nicht benötigt werden.

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