Mittwoch, 5. März 2014

Die neue Ost-West-Krise

Herr Steinmeier spricht von der "schärfsten Krise seit dem Mauerfall".
 
Mal wieder vorweg: Die Sache zwischen der Ukraine und Russland ist
eine Krise und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Herr Putin hat wie ein Zeck auf der Lauer gelegen und jetzt kommt seine
Gelegenheit, endlich mal kriegspielen zu dürfen.
 
Doch ich möchte hier nur den Ausspruch von Herrn Steinmeier unter die Lupe nehmen.
Da fällt uns zunächst auf, dass Herr Steinmeier den Fall der Mauer, den Deutschland und ganz
Westeuropa als Sieg über den Kampf zweier Systeme feierten, als „Krise“ gesehen hat und sieht.
Eingedenk der desolaten Lage der annektierten Gebiete der aufgelösten DDR mag man ihm
fast zustimmen. Doch dieses Problem ist der Regierung Kohl zu verdanken, die eine schnelle
Annektierung durchgeführt hat, anstatt eine vernünftige Annäherung der beiden Teile
zu arrangieren.
Dann benutzt er den Superlativ von „scharf“ – mich interessiert nun doch, was die scharfe und
die schärfere Krise gewesen ist. Zudem wurde ich noch nie über eine stumpfe Krise informiert.
 
Abschließend deute ich seinen Satz mal dahingehend, was er wohl gemeint haben könnte:
„Dies ist die erste, ernstzunehmende Krise seit dem wir Russland als Partner und nicht als Gegner sehen (nämlich  seit Ende des Ostblocks, was im Zusammenhang mit dem Mauerfall steht).“
 
Leider ist das ein wenig sperrig, daher vereinfacht Herr Steinmeier seine Aussage so, dass sogar BILD-Leser etwas damit anfangen können.
 
Ob es dem Ernst der Lage gerecht wird, bezweifle ich.
 
 
 

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