Montag, 25. März 2019

Einerlei und Dreierlei

Weg A zur Arbeit ist schnell, effektiv und nicht sehr reizvoll.
Weg B ist etwas langsamer, dafür kürzer, nicht ganz so effektiv und er führt durch mehrere Dörfer.

In einem dieser Dörfer komme ich an drei Häusern vorbei.
Das ist eigentlich sehr uninteressant und es liest hier ja sowieso niemand.

Es sind drei traditionelle Bauernhäuser in der hier weit verbreiteten Bauweise.

Haus 1 wurde liebevoll renoviert und restauriert.
Schlanke Fensterrahmen, jedes Fenster in vier Segmente unterteilt, traditionell in weiß und grün gestrichen, die Haustür - in gleichen Farben - kunstvoll geschnitzt, Messing-Beschläge, die Wände verputzt und geweißt.

Haus 2 wurde - schätzungsweise - in den 80ern des letzten Jahrhunderts renoviert.
Braune Fensterrahmen, jeweils mit sechs Segmenten und "bauchigen" Scheiben, ebenso die Haustür, ebenso wie die Fenster aus Mahagoni oder dergleichen, auch mit den bauchigen Scheiben, die zu der Zeit en vogue waren.
Die Wände verputzt und geweißt.

Haus 3 - zugegeben das kleinste der drei Häuser, sieht aus als sei es in den frühen 2000ern renoviert worden. Ja, die Wände sind verputzt und weiß - doch die Fenster sind ohen Segmente.
Schlichte dunkelblaue Kunststoff (?) Rahmen, dazu eine ebenso schlichte Tür gleicher Farbe.

Warum erzähle ich das?
Eigentlich nur, weil ich das schon lange mal machen wollte.

Diese drei Häuser sind sich so ähnlich und wirken durch die unterschiedlichen Fenster völlig anders.
Beim ersten ist deutlich zu sehen, dass viel Mühe drauf verwendet wurde, es in seiner klassischen Form zu erhalten.
Beim zweiten Haus hat der schwülstige Zeitgeist der 80er voll durchgeschlagen. Die alten einfachverglasten Fenster flogen raus, energiesparende, moderne Fenster, die doch irgendwie das Thema "Nostalgie" aufgenommen haben, wurden eingesetzt. Immerhin scheinen die alten Fenstermaße nicht verändert worden zu sein. Speziell in den 70ern wurden gerne auch riesige Fenster eingebaut, um viel Licht nach inne zu lassen, die heute an den Bauernhäusern als Bausünden fast in den Augen wehtun.
Das dritte Haus ist schlicht und glattflächig gehalten. Eine Verbindung von Tradition und Moderne. Es sieht wirklich gelungen aus, ohne gesichtslos zu wirken und ohne seine Wurzeln zu verleugnen.

Achtet bei Euch mal auf die alten Häuser - sie haben viel zu erzählen.

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