Dienstag, 30. Juni 2020

Das Ende einer guten Idee

Gerade eben habe ich mein Altglas im Container "entsorgt".
Der Altkleider-Container daneben war rappelvoll.
Anscheinend nehmen sich Menschen vor, ihren Altkleidersack genau in diesem Moment einzuwerfen und wenn der Container schon so voll ist, dass nichts mehr reingeht, wird er eben davorgestellt. Oder doch noch reingepresst. Oder in den Griff der Klappe geklemmt.
Hauptsache das Tagesziel wird erreicht und es muss kein weiterer Container angefahren werden.

Vor dem Glascontainer lagen zwei Batterien. Die habe ich eingesammelt, denn die sind dort fehl am Platz. Bei der nächsten Gelegenheit gehen die in den Sammelkarton.
Die gibt es bei Aldi, Edeka, in jedem Baumarkt, evtl. auch bei Lidl, Netto, Penny, Markant, Rewe, Rossmann, Tengelmann, Kayser's... Habe das jetzt nicht bei jedem Laden geprüft, aber generell sollte es reichlich Möglichkeiten geben, seine alten Batterien loswerden zu können.

Sind das schon genug Beispiele für die Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und vielleicht auch Dummheit von - leider vielen  - Menschen?

Nein, ich setze noch einen oben drauf.

Bei uns und um uns herum gab es die schöne Idee, Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, kostenfrei und unkompliziert anderen zur Verfügung zu stellen.
Es gab sogenannte "Tauschhütten" oder "Geben-und-nehmen-Häuschen".
Jeder durfte kommen und sich mitnehmen, was ihm gefiel oder etwas bringen, was nicht mehr benötigt wurde. Eine schöne Idee. Sinnvoll, nachhaltig, basisdemokratisch und was man sonst noch für Modewörter verwenden möchte.
Doch es scheitert wieder am Faktor Mensch.
Da wird zerbrochenes Steingut hingestellt, Teeservice, bei denen etwas kaputt ist oder fehlt.
Bemalte Bücher, alte Illustrierte, ungewaschene, beschädigte Kleidung, stockfleckige Folianten, ausgeweidete Elektrogeräte, Stühle, de aus dem Leim gegangen sind...
Als sei "Tauschhütte" ein anderes Wort für "Müllabladeplatz".
Vielleicht laden einige auch ihr Gewissen gleich mit ab. Sie können nicht dazukommen, Tante Gerdas hässliches Kaffeeservice in die Tonne zu werfen, also stellt man es in die Hütte, so könnte ja jemand anderes noch Gefallen daran finden.
Die Mühe, diesen Tauschort in Ordnung zu halten, gutes von schlechtem zu trennen und alles sinnvoll zu präsentieren wird auch andere geschoben.

Tatsächlich sind schon mehrere Hütten wieder abgebaut oder verschlossen worden. Zuviel Müll, zuviel Beschädigung, zuviel Kosten für Stadt oder Gemeinde.
Tatsächlich funktioniert dieses Prinzip nur im Kleinen.
Im Dorf, wo es ein gewisses Maß an Sozialkontrolle gibt, die Hütte vielleicht auch auf Privatgelände liegt - vis-a-vis zur Haustür oder dem Wohnzimmerfenster. Da, wo jeder "befürchten" muss, gesehen zu werden, wie er Müll ablädt oder eine Scheibe eintritt. Dort, wo jemand die Verantwortung trägt und Wildwuchs sofort beseitigt. Denn in gepflegten Räumen ist die Hemmung größer, Müll abzuladen. Sieht es schon rummelig aus und fliegt in jeder Ecke Unrat herum, dann ist es ein leichtes, noch mehr dazuzustellen.

Wie oben beschrieben - es werden weniger.
Sehr schade, denn die Idee war wunderbar.

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