Freitag, 17. November 2023

Aldidente

 Gerade habe ich einen Artikel gelesen, dass es in Mexiko wohl die zweithöchste Dichte an Fastfood-Buden gibt und auch ein überdurchschnittlicher Teil der Bevölkerung ist dick. 
Dagegen ist die traditionelle Ernährung, die zwar auch kalorienreich, dafür aber aus natürlichen Zutaten bestand und als "gesund" eingestuft wird, innerhalb weniger Generationen fast völlig vergessen worden. 

Wer lehnt sich da zurück und meint, er wäre im germanisch-europäischen Kulturraum den anderen Nationen überlegen, weil wir besseres Essen hätten und einfach auch wüssten, wie ungesund Fastfoood sei. 

Es ist sicher schon 25 Jahre her, da haben findige Köche (?) ein kleines Büchlein herausgebracht, das auf den bei Aldi erhältlichen Artikeln basiert und allerlei Rezepter darauf abgestimmt. 
Es war kein "Basics"-Kochbuch, sondern da wurden teils extravagante Gerichte beschrieben. 
Allerdings verwendete das Kochbuch vor allem "Grundnahrungsmittel". 
Aldi hatte damals nur einen geringen Teil an Fertigfutter und das waren vor allem Dosen:
Ravioli, Erbsensuppe, Rindsrouladen und die berühmte serbische Bohnensuppe. 
Heute hat sich die Lage geändert. 
Die Auswahl an unverarbeiteten Sachen ist deutlich eingeschränkt worden, dafür gibt es sehr viel Dosenfraß, eingeschweißte Fertiggerichte, Mikrowellen-Essen, Tiefkühlpizza und die aufgebackenen Pappbrötchen aus dem "Backshop".

Vielleicht verbinden wir mit "Fastfood" das goldene M, den Börger König oder Dollis Imbiss an der Straßenecke. Tatsächlich ist die Masche der Fastfoodketten bis in den heimischen Supermarkt/Discounter geschwappt. Es sind nicht nur verarbeitete Lebensmittel, die uns im Laden entgegenlachen, es sind stark verarbeitete Waren. Jetzt will ich gar nicht über die Auswirkungen von Zusatzstoffen jeglicher Colleur lamentieren, aber es muss mal gesagt werden, dass der Fertigfraß aus Dose, Folie oder Pappschachtel nicht besser ist als ein Cheeseburger, Hamburger oder fette Fritten. 

Kommen wir also zurück auf den ersten und zweiten Absatz: Nur, weil wir unsere Dose Gulaschsuppe mit einem Biosiegel versehen oder Fleisch durch vegane Ersatzstoffe austauschen, essen wir weder gesünder oder besser, als der durchschnittliche Mexikaner, der seine Taccos an der Ecke holt. 

Die Lösung wäre, sein Essen selbst und aus frischen Zutaten zuzubereiten. Alles andere ist auf Dauer ungesund. Eigentlich ist das auch allen klar. Aber warum fahren die Supermärkte dann so tolle Umsätze mit ihren Fertiglösungen ein?

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