Dienstag, 1. Februar 2022

Der Verlust von ... eigentlich allem

Nach dem Verlust der Kindheit, dem Verlust der Unschuld und dem Verlust des Zusammenhalts
bleibt nicht mehr viel übrig, was wir in dieser Gesellschaft verlieren können.

Somit haben wir alles verloren, auch die kleinen Freuden des Alltags, die eigentlich das Leben so schön machen.

Weihnachtsgebäck - ist ab September zu bekommen. Im Internet bestimmt das ganze Jahr über.
Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen, Kekse - jederzeit verfügbar.
Essen - bringt der Lieferservice.
Die große Liebe - Parsh*p wird's schon richten.
Fernsehen - früher war es die "eine" Serie, die einmal in der Woche lief und wenn man die verpasste, war es ein Weltuntergang. Heute kann über einen Streamingdienst bis zum Erbrechen geguckt werden (neudeutsch: binge watching).
Kleine Geheimnisse - der Browserverlauf verrät alles, und wenn nicht der, dann die Werbung, die eingeblendet wird, weil sich die an den Sachen orientiert, die zuletzt angesehen wurden. 

Der Zauber, der dem Unbekanntem, der Unwägbarkeit innewohnte, den haben wir wegrationalisiert. 
Daraus ist letztendlich eine Leere in uns entstanden, die wir jetzt versuchen, durch lustige Filmchen auf Instagram, durch bunte Bilder auf Pinterest und alberen Postings auf Facebook zu füllen.
 
Wer sich noch an die "Unendliche Geschichte" erinnert, oder auch an "Momo" - das wird jetzt die kalte Wirklichkeit. Immer, wenn ich denken, noch schlimmer kann es ja kaum kommen, holt mich die immer schnellere Entwicklung unbarmherzig wieder ein. 


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