Dienstag, 6. September 2016

Zurück aus dem Mittelalter

Lange Stille - auch ein Yeti braucht mal Urlaub, daher habe ich meine Höhle verlassen und war in der Welt der Menschen unterwegs.

Seltsame Dinge habe ich erlebt - so war ich auf einem mittelalterlichen Markt.
Wenn man es genau nimmt, war es ein Wikingermarkt.

So ein Markt, wo man nie weiß, wo der Markt endet und die Privatsphäre der Teilnehmer beginnt, da die dort auch schlafen und wohnen.

Ich finde sie etwas merkwürdig, diese Menschen.
Einerseits sind sie und ihresgleichen so sehr auf Authentizität bedacht, dass niemand mit seinem Stand am Markt teilnehmen darf, der nicht 100% den Anforderungen entspricht.
Andererseits laufen da viele Kurzgeschorene mit teuren Schwertern herum.
Nun muss man wissen, dass langes Haar ein Zeichen der Freien war und nur Sklaven und gedemütigten wurden die Haare geschoren.
Schwerter hatten den Wert eines heutigen Einfamilienhauses - also wirklich nur etwas für Adlige, zudem war es in der Regel auf Märkten verboten, ein Schwert zu tragen - schließlich kam man in friedlicher Absicht.

Dann laufen da wirklich viele dicke Männer mit merkwürdigen Tatoos, kurzen Haaren und langen Bärten rum. Mit "viele" meine ich überproportional viele.
Ganz zu schweigen davon, dass die Wikinger im Mittelalter ein karges Leben führten, da war dickwerden wirklich ein Privileg...

Etwas albern fand ich die Preisschilder, auf denen "Silberlinge" oder "Taler" gefordert werden.

Interessant dagegen der Kollege, der Fische abschuppte, die verblieben Haut in Urin gerbte und das Endprodukt als "Fischleder" verkauft - sehr gerne für Taschen und Handschuhe genommen.
Tatsächlich kann man mit vielen gut ins Gespräch kommen und es wird gerne erzählt was und wie gemacht wird.

Putzig sind die Kinder, in ihren altertümlichen Gewändern barfuß durchs Gras laufen.

Aber ob es wirklich so gewesen ist?

Eine Bekannte meinte mal, diese Freizeit-Mittelalterlichen seien ihr zuwider, weil sie tags die Vorzüge des 21. Jahrhunderts genössen und am Wochenende auf "authentisch" machten.
Zum Teil mag ich ihr zustimmen, zum Teil finde ich es schon interessant, was diese Menschen machen, weil so manches Rätsel der Archeologie von ihnen praktisch ausprobiert und gelöst wurde/wird.


Nachtrag:
Auch diese seltsame Angewohnheyt, das "i" bei jedem "ei" durch ein "y" zu ersetzen, finde ich eyn kleyn wenig albern und historisch nicht so richtig authentisch - aber sey's drum; jeder blamiert sich so gut er eben kann.

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