Montag, 19. Januar 2026

Fragwürdig

Es ist schon etwas makaber, wenn eine Süßwarenfirma, die so ähnlich klingt wir Katja, eine Weingummiserie namens "red list", als Rote Liste herausbringt, in der die Weingummis bedrohten Tierarten nachempfunden sind.
 
Der Mensch rodet Wälder, vergiftet Flüsse, tötet Tiere, in aller Regel aus Profitgier, manchmal auch aus Unwissendheit und nun verspeisen wir Abbilder dieser Tiere, die bedroht sind, weil wir vor allem landwirtschaftlich Flächen beraubwirtschaften.
 
Was genau ist daran in Ordnung? 
 

Dienstag, 13. Januar 2026

Pole-Position

Es hat geschneit. 
Damit ist jede Normalität dahin. 
 
Konkret sieht es so aus: Am Dienstagabend werden die Mülltonnen an die Straße gestellt. Da der Schneepflug (schon letzte Woche) einen Wall aus Schnee am Straßenrand hinterlassen hat - ach ja, einen Bürgersteig gibt es bei uns nicht - ist auch kein Platz für Mülltonnen mehr da. 
 
Kurzerhand habe ich bereits letzte Woche etwas Platz freigeschaufelt - darüber habe ich bereits geschrieben. 
Damit mir jetzt niemand den von mir freigeschaufelten Platz wegnehmen kann, habe ich meine Mülltonne bereits heute an Ort und Stelle gestellt. 
Mögen die anderen sich selber einen Fleck freimachen, aber ich sehe es nicht ein, für die mitzuarbeiten, die es mir so gar nicht danken. 
 
Ja, das ist echt ätzend von egoistisch von mir. Es fühlt sich auch beim Schreiben wirklich schlecht an. Trotzdem habe ich keine Lust heute Abend im Halbdunkel an der nassen Straße im Regen im vereisten Schnee rumzugraben. 
 
Folgt mir für mehr Egoismus-Tipps.  

Montag, 12. Januar 2026

Eine Frage der Ethik

Es wird immer wieder darüber gesprochen, ob es in Ordnung ist, Tiere erst großzuziehen und sie dann zu töten. 
Eine berechtigte Frage. 
 
Was außer Acht gelassen wird, ist die Frage, wie wir mit Pflanzen umgehen. 
Denn auch Pflanzen haben Gefühle und eine Wahrnehmung. 
Nicht erst seit dem "geheimen Leben der Bäume" ist das bekannt. Es gab schon vor 30/40 Jahren Forschung zu diesem Thema. 
Anscheinend können Pflanzen sogar Personen erkennen.  
Auch diejenigen, die mit ihren Pflanzen sprechen, wissen um den positiven Effekt, den die Zuwendung hat. 
In anderen Versuchen wurden Pflanzen mit Klassik, Pop oder Punk beschallt. 
Klassik wurde als angenehm empfunden, bei Punk machten die Pflanzen "Selbstmord". 
Aber ob sich das mit Quellen belegen lässt, oder nicht, habe ich jetzt nicht nachgeforscht. Hinweise nehme ich gerne entgegen. 
 
Mir ist dieser Gedanke zu den Pflanzen gekommen, als ich eine Chili-Pflanze aus dem warmen Wohnzimmer in die Kälte nach draußen befördert habe. 
Gerade hatte ich die letzten Schoten abgeerntet und nun wurde sie nicht mehr gebraucht. Zack und raus in die Kälte. 
Genauer gesagt: In den sicheren Tod, denn diese Pflanzen vertragen keinen Frost. 

Tatsächlich kam ich mir herzlos und unbarmherzig vor. Bloß weil die Pflanze keine Augen hat und/oder nicht schreien kann, wird sie dennoch bei ihrem kalten Tod leiden. 
Wenn auch die Pflanzen als Lebewesen wahrgenommen werden, so wie wir auch die Tiere zunehmend als Gegenüber auffassen - was werden wir in Zukunft noch essen können? Vielleicht nur noch Essen, dass im Labor gezüchtet wurde. Der Gedanke daran ist nicht weniger gruselig als alles andere. 

Freitag, 9. Januar 2026

Die Rache der festgefahrenen Sprachmuster

Frau Stöhr ist immer wieder einen Eintrag wert. 
Wie oft verdreht sie Sprichworte oder auch andere Formulierungen.  
 
Jetzt übertraf sie sich selbst. 
Wenn viel los ist, oder Ware nicht kommt, sagt sie gerne, dieses oder jenes müsse passieren: Sonst sei "Alarm in die Berge". 
 
Nun wird vor Winterwetter, leichtem Frost und etwas Schnee gewarnt. 
Sie hat sich ordentlich darüber aufgeregt und meinte, es würde mal wieder "Alarm ohne Berge" gemacht. 
 
Tatsächlich bezweifle ich, dass sie ihren Versprecher überhaupt bemerkt hat.  

Donnerstag, 8. Januar 2026

Die Bildung in der Tonne

Es schneit. An sich ist das nichts sonderbares, denn es ist Winter. 
Nun stellt es sich aber so dar, dass die Gewohnheiten des Alltages plötzlich nicht mehr so gelebt werden können, wie man es gewohnt ist. 
Es stand an, die Restmülltonne der Abfuhr bereitzustellen. 
Also bin ich mit meiner Schneeschaufel bewaffnet an die Straße gestiefelt und habe einen Stellplatz für die Tonne geschaffen. Weil ich ausgesprochen nett bin, habe ich die Lücke genügend groß gestaltet, um mindestens zwei Tonnnen aufstellen zu können. Meine Nachbarin hat ihre Tonne etwas unglücklich auf ihrem Weg geparkt und es stand zu befürchten, dass die Müllabfuhr diese nicht geleert hätte. 
Kein Problem für mich und ihre Tonne habe ich neben meine gestellt. 
 
Am Morgen des Folgetages war die Müllabfuhr trotz der widrigen Wetterbedingungen pünktlich um halb sieben bei uns "durch" und als ich zur Arbeit sollte, wollte ich die Tonne wieder bei uns reinstellen. 
Ups, es standen nun drei Tonnen da - der Platz war doch etwas knapp, die dritte stand auf der Straße und war randvoll, sogar der Deckel stand auf. 
Meine Tonne war zwar geleert worden, aber es befanden sich schon wieder zwei Tüten mit Müll darinnen, die nicht aus unserem Haushalt stammten. 
 
Irgendwer hat nach der Abfuhr seine volle Tonne dazugestellt und weiteren Müll in den geleerten Tonnen verteilt. 
Das wäre die offensichtlichste Erklärung. 
Die zweite wäre, die dritte Tonne kam vor der Abfuhr und besagter jemand hat seinen Müll bei uns "oben drauf" gepackt. 
Da die Müllwerker angehalten sind, einen prüfenden Blick in die Tonnen zu werfen, damit kein falscher Müll mitgenommen wird, kann es sein, dass die dritte Tonne wegen "Fehlbefüllung" nicht geleert wurde und ggfls. fehlbefüllte Tüten anschließend in den anderen Tonnen verteilt wurden. Beim Schreiben merke ich schon, wie sehr sich das nach Blödsinn anhört. 
 
Unser Haushalt ist knapp mit Müll. Die Kinder sind aus dem Haus und viel fällt bei uns nicht an. Die Zeiten, wo wir die 60L knackevoll hatten, sind lange schon vorbei. Daher kann ich damit leben, dass wir zwei Tüten mit "Fremdmüll" bis zur nächsten Leerung beherbergen müssen. 
Trotzdem konnte ich nicht umhinkommen, mir den Müll genauer anzusehen. Tatsächlich hatte ich auf einen Brief(-umschlag) mit Anschrift gehofft, denn dann hätte ich den Kram freundlich zurückgebracht. Aber der Gefallen wurde mir nicht getan. Sollte ich den Müll allerdings analysieren, stächen zwei Punkte heraus: 
Es ist ein Raucherhaushalt - unüberriechbar. 
Anscheinend ist das Bildungsniveau niedrig oder Mülltrennung ist besagter Person ganz egal, vielleicht auch unbekannt.
Ich habe eine pfandfähige Dose gefunden - die Mülltüte ist transparent, war also leicht zu durchschauen. Außerdem noch eine Energiesparbirne. 
Das sind beides keine Sachen, die man wegschmeißen sollte. Das eine bringt unfassbar viel Geld, das andere sollte einer Entsorgungsstelle zugeführt werden (damit wird das Problem von giftigen Leuchtmitteln nicht gelöst, aber immerhin bin ich meine Sorge los). 
Den Rest habe ich wieder in meiner Tonne versenkt. Doch die Müllmenge hätte sich noch gut reduzieren lassen: Verpackung, Lebensmittel, Metalle (aka Besteck), Papier. Da der ganze Kram dermaßen nach Kippen stank, habe ich davon Abstand genommen. 
 
Was bleibt, ist der Ärger, dass jemand so dummdreist ist und seinen Müll anderen zuschiebt. Ich habe dann aufgehört, mich zu ärgern, denn nichts anderes machen wir "zivilisieren" Kulturen; unser Plastikmüll, unsere Altkleider und die Online-Fehlkauf-Retouren verklappen wir im globalen Süden und dann wundern wir uns, wenn Umweltflüchtlinge zu uns kommen. 
In diesem Sinne ist der gute Vorsatz für dieses Jahr: Weniger Artikel zu konsumieren, die in Verpackungsmüll eingewickelt, gekauft werden müssen.