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Montag, 1. Juni 2026

Wer nicht fragt, der nicht gewinnt

Letztens beim Essengehen. 
Das Essen war gut, die Bedienung freundlich, auch das Ambiente stimmte und zum Abschluss wollte der Kellner noch einen draufsatteln und brachte 5 Gläser mit Schnaps. 
Hätte er gefragt, hätte er keinen Schnaps wegschütten müssen. 
 
Tatsächlich ist es eine nette Geste, aber nachdem Yolande und ihr Freund abgelehnt hatten, war er doch etwas verunsichert und blickte etwas panisch in unsere Runde, ob er sich beim Alter vielleicht etwas vertan hat - Alkohol an Minderjährige auszuschenken, ist so eine Sache. 
Jetzt sind alle Kinder schon in den 20ern - nur trinken diese beiden eben kein Nervengift. Ich, als Fahrer, habe auch dankend verzichtet - Victor hat mich böse angesehen, weil er mein Glas gerne noch genommen hätte. Dann hat er Bea böse angesehen, die zwar aus Solidarität mit Victor und weil ihr der Kellner etwas leid tat, einen Schnaps genommen und getrunken hat. 
Denn ihr schmeckte der gar nicht und Victor meinte, er hätte den ja bekommen können. 

Vielleicht hätte der Kellner etwas ahnen können - zwei alkoholfreie Radler, ein alkoholfreies Erdinger, eine Flasche Wasser und ein Bier. 
Kann es sein, dass da jemand nicht so auf Alkohol steht?

Montag, 25. Mai 2026

Labubu 2 - die Party ist vorbei

Wer hier regelmäßig liest, kann sich mit Sicherheit noch an diesen Artikel erinnern. 
Für alle, die Links in Blogeinträgen misstrauen: Das war mein Post aus Juli 2025 über Labubus. 
La-was?
Richtig. Labubus sind schon wieder in der Versenkung verschwunden. 
 
Wer mit einer einschlägigen Suchmaschine danach fahndet wird eines sehr schnell feststellen; die meisten Artikel wurden in den Monaten 06/07/08.2025 veröffentlicht. Ganz wenige sind mit einem Datum aus September oder später zu finden. Wird ein neuerer Eintrag - also ab Januar 2026 - vorgeschlagen, handelt es sich wahrscheinlich um eine rückblickende Einschätzung des Trends. Vielleicht auch um eine kritische Analyse der "Trend-Kultur". 
 
Wer schon etwas älter ist, kann sich sicherlich an weitere Trends erinnern, aber nicht unbedingt, wie sie zuende gegagen sind. 
Denn der Hype ist laut, der Tod kommt still und leise. 
Was war mit...
...Lambada
...gecasteten Girl- und Boy-Groups
...Tamagotchi
...Arschgeweih
...Tennis
...Michael-Schuhmacher-Formel-1-Benetton-Ford
...Ice-Bucket-Challenge
...Jerusalema
...Diddel-Maus
 
Alles Trends, die mal ganz heiß waren und jetzt völlig verschwunden sind. 
Ein jeder möge einmal darüber nachdenken und in der Zukunft gut überlegen, ob jeder Trend mitzumachen ist. 

Dienstag, 13. Januar 2026

Pole-Position

Es hat geschneit. 
Damit ist jede Normalität dahin. 
 
Konkret sieht es so aus: Am Dienstagabend werden die Mülltonnen an die Straße gestellt. Da der Schneepflug (schon letzte Woche) einen Wall aus Schnee am Straßenrand hinterlassen hat - ach ja, einen Bürgersteig gibt es bei uns nicht - ist auch kein Platz für Mülltonnen mehr da. 
 
Kurzerhand habe ich bereits letzte Woche etwas Platz freigeschaufelt - darüber habe ich bereits geschrieben. 
Damit mir jetzt niemand den von mir freigeschaufelten Platz wegnehmen kann, habe ich meine Mülltonne bereits heute an Ort und Stelle gestellt. 
Mögen die anderen sich selber einen Fleck freimachen, aber ich sehe es nicht ein, für die mitzuarbeiten, die es mir so gar nicht danken. 
 
Ja, das ist echt ätzend von egoistisch von mir. Es fühlt sich auch beim Schreiben wirklich schlecht an. Trotzdem habe ich keine Lust heute Abend im Halbdunkel an der nassen Straße im Regen im vereisten Schnee rumzugraben. 
 
Folgt mir für mehr Egoismus-Tipps.  

Dienstag, 15. Juli 2025

Jünger, als man aussieht

Aufgrund der Sorgen, die man sich so macht, wenn die Jahre dahingehen, habe ich einen Termin beim Kardiologen gebucht. Konkrekt habe ich dann und wann ein merkwürdiges Pochen in der Brust. 
Spoiler: Es konnte nichts festgestellt werden. 
 
Das charmante Kompliment, dass ich bekommen haben war dieses: Meine Halsschlagadern seien "30 Jahre alt". 
Keine Ablagerungen, keine Verengung, dünne und flexible Wandung.  
Der Onkel Doktor sagte, dafür habe es sich gelohnt, nicht zu rauchen. 
 
Vielen Dank, in dieser Hinsicht bin ich nun etwas beruhigter. 
Aber warum es in meiner Brust manchmal so puckert, weiß ich noch immer nicht.  

Dienstag, 12. November 2024

Was wird hier eigentlich passiert?!

Gute Frage: Was passiert eigentlich gerade so um uns herum?
Die FDP begeht politischen Selbstmord, die SPD stolpert hinterher. 
Die CDU gibt Töne von sich, die sie anscheinend von den 10 Jahre alten PEGIDA-Parolen abgeschrieben haben, die AFD lehnt sich zurück, reibt sich die Hände und freut sich, dass ihre böse Saat aufgeht und Sarah Wagenknecht arbeitet daran, ihr neues Bündnis auf Linie zu bringen - mit dem Ergebnis, dass sie auch die Partei implodieren lässt - wie zuvor schon die Linke. 
Es bleiben die Grünen, die aber auch nicht mehr viel vom frechen Witz der 80er haben erhalten können. 
Sieht also düster aus. 
Nun stellt sich auch noch heraus, dass Taylor Swift auf ihrer Eras-Tour von Autopitch unterstützt zu Musik vom Band trällert und einige Gesangspassagen sogar gänzlich vom Band kommen. 
Da wird es doch gleich noch etwas düsterer. 
 
An solchen Tagen möchte ich mich eigentlich nur etwas in die Sonne stellen und ihre Wärme auf meiner alten Haut spüren. 

Dienstag, 17. September 2024

Die Stirne bieten - wer kann, der kann.

 Freistunde in der Schule und das Gemüt von einigen schlägt über die Stränge. 
Man solle doch über eine nicht so sehr beliebten Klassenkameradin eine "lustige" Präsentation über den Beamer zu jagen - zur allgemeinen Belustigung. 
 
Warum steht nur Victor auf und benennt es als das, was es ist: Mobbing.
Einer stachelt auf, andere machen mit, die Mehrheit schweigt. 
Nur einer lehnt sich auf. 
 
Was ist bei der Erziehung von 24 Jugendlichen schiefgelaufen?

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Der große Umsturz 7

Heute Morgen fehlte die Zeitung. 
Das ist ein "no-go" bei uns. Vor allem ist unser Zeitungsmensch immer sehr pünktlich. 
Zack, um halb fünf klappert der Briefkasten und wir wiessen Bescheid. 

Heute dagegen: Nüscht!

Da frage ich mich unwillkürlich, ob der große Umsturz jetzt da ist und wir nichts gemerkt haben. 
Aber Strom und Wasser sind da, kein Militär auf der Straße...

Um halb acht war dann auch die Zeitung da. 
War dann wohl doch bloß die Urlaubsvertretung, die jetzt ein Gebiet mehr verteilen muss und nicht alle Haushalte vor sechs Uhr schaffen kann. 

So ein Glück.

Dienstag, 4. Juli 2023

Der Feind in meiner Tasche

 Dies ist der elfte Beitrag in diesem Jahr - damit habe ich 2022 also endlich übertroffen. 
Zwar bin ich noch weit von denbesten Zeiten entfernt, aber über den Zustand der Bloglandschaft habe ich ja auch schon einmal geschrieben. Seitdem hat sich nichts verbessert. 

Einerlei! 

Ein Gerücht besagt, dass die Smartphones ständig in Habacht-Stellung und auf Stichwortsuche sind. 
So wundert man sich nicht, wenn man auf Thomann.de nach Musikinstrumenten geguckt hat, plötzlich auf der bevorzugten Nachrichten-Seite entsprechende Werbung von diesem oder einem anderen Musikalienenhandel angezeigt wird. 

Kritisch wird es aber wenn man sich über Merly Streep unterhalten hat und der nächstbeste Streamingdienst mit "Brücken am Fluss" oder "Der Teufel trägt Prada"um Gunst und Aufmerksamkeit wirbt. 
Wer soetwas noch nie erlebt hat, möge sich bitte in den Kommentaren verewigen. 

Tatsächlich gibt es Untesuchungen dazu. Test, die das gewünschte Ergebnis provozieren und beweisen sollen. Ihr findet entsprechende Dokus im Internet. 
Eigentlich ist es absurd. Wieviel Rechnerleistung und Speicher würden benötigt, wenn das Smartphone aus dem beständigen Tonbrei, den es erreicht, werbeträchte Stichworte oder Themen heraus"hören", also erkennen muss. 
Ist das technisch überhaupt sinnvoll umzusetzen?
Geben wir doch zu. Auch wenn uns da die eine oder andere Auffälligkeit untergekommen ist, haben wir es hier nicht mit einem Ergebnis zu tun, das eindeutig ist. 
Spreche ich innerhab von 5 min. über Hundefutter, LEGO und Hansaplast müsste kurzfristig entsprechende Werbung auftauchen. Das passiert aber nicht. 
Vielleicht werden die erfassten Stichwörter auch mit dem Browserverlauf abgeglichen und nur bei einer Übereinstimmung wird das "go" für die Werbung gegeben. 

Andererseits hatte ich gerade dieses Erlebnis. 
Des Abends sprach ich mit Yolande und blätterte in einer Illustrierten, da stieß ich auf ein Rezept für selbstgemachten alkoholfreien Gin. 
Zudem habe ich über ein Forum gerade einen Tipp für einen alkoholfreien Gin bekommen, der wohl vernünftig schmeckt. 
Gin mag Yolande, Gin mag ich.
Alkohol dagegen muss gar nicht unbedingt sein. 
So habe ich mich mit ihr über das Rezept, den Vorschlag aus dem Forum und auch die Marke namens T. unterhalten. Das ganze waren nicht mehr als drei Minuten - wobei sie Instagram geöffnet hatte. 

Ergebnis: Eine Stunde später hatte sie Werbung für genau diesen Gin auf dem Handy. 
Zufall oder nicht. Es sieht einfach nicht gut für die Wahrheit aus.

Montag, 3. Juli 2023

Von Äpfeln, Birnen und Eiern

 Gestern hat Frau Stöhr wieder eine hübsche Verdrehung "herausgehauen". 
Sie beschwerte sich über mangelhafte Angaben und man könne jetzt ja nicht
"Äpfel mit Eiern vergleichen". 
Zack!
Das saß. 
 
Wer etwas günstig gekauft hat, spricht davon, etwas für "'nen Appel und 'n Ei" bekommen zu haben. 
Andere sprechen bei einem unpassenden Vergleich davon, dass "Äpfel nicht mit Birnen verglichen werden dürften".
Doch hier wurden zwei Sprichwörter - gekonnt oder auch nicht - zusammengeworfen. 
Was auch wirklich keinen Sinn ergibt. So mögen Äpfel und Birnen beides Kernobst sein und an ähnlichen Bäumen wachsen. Es gibt auch Äpfel, die ein leichtes Birnen-Aroma haben. 
So gesehen sind sie vergleichbar, aber dennoch unterschiedlich genug. 
Äpfel und Eier sind dagegen nicht einmal beides Obst. 
Völlig daneben.
Danke Frau Stöhr.

Dienstag, 13. Juni 2023

Der Zug hat keine Bremse

Bea und ich waren zu einer Goldenen Hochzeit eingeladen. 
Für alle, die das nicht wissen - Goldene Hochzeit bedeutet, 50 Jahre ohne Unterbrechnung mit der gleichen Person verheiratet zu sein. 
 
Die gut in Mathe sind, haben schnell mitgerechnet und wissen, dass die Hochzeit 1973 stattgefunden haben muss.
 
Damit ich nicht noch mehr langweile, als ich das sowieso schon tu, bringe ich die Pointe zuerst. 
Es wurde exakt so gefeiert, wie die Alten es schon Anno '73 gemacht haben. 
 
Das "Hochzeitsessen" war klassisch (zumindest für unsere Region): Vorsuppe, zwei Sorten Fleisch, Soße, Gemüse, Kartoffeln, Kroketten. Etwas genauer gesagt: Es gab zwei Soßen, passend zu den zwei Sorten Fleisch. Von allem reichlich - ein Zugeständnis an die neue Zeit war dann doch zu finden; wer wollte, konnte vegetarisch essen. 
Nach dem Hauptgang gab es Eis, genauer: Eistorten. Viele Eistorten. 
Ja, zugegeben, die Auswahl war vermutlich nicht nur größer, als '73, die Sorten waren auch sehr modern. 
Tatsächlich schmeckte alles, was aufgetischt wurde. 
 
Es gab eine Rede vom Goldpaar, die Kinder haben etwas vorgeführt und dann wurde getanzt. 
Was können die Alten tanzen!!
Obwohl es wirklich warm war, blieb das Jacket am Mann und der Schlips am Hals. 
Dabei wurde wirklich viel getanzt. "Damals" war die Tanzschule noch gut und die haben ja schon viel in ihrem Leben getanzt. Das war zu merken, die konnten nicht genug bekommen. 
Keine Rede davon, dass die Feier lahm war oder sich die Reihen gegen 10 Uhr abends lichten. 
Die Alten waren gut dabei. 

Nur die Musik war nicht so das Wahre. Warum muss auf einer goldenen Hochzeit der deutsche Schlager gespielt werden, der nur von Andrea Berg bis Helen Fischer reicht. 
Waren die in den 70er Jahren nicht in ihren Zwanzigern. Haben die wirklich nur Schlager gehört? Die internationalen Tanzhits wurden auch im Nachkriegsdeutschland gespielt. 
Leider Fehlanzeige. Kein Jefferson Airplain, kein Elton John, kein Pianoman, kein Queen, nichts von den Jackson Five - alles Sachen die tanzbar sind und sicher auf jeder Fete gelaufen sind. 

Gegen 2 haben dann einige junge Leute noch eine Polonäse organisiert, zu "Der Zug hat keine Bremse" ging es durch den Saal. Ob das jetzt einer der Höhepunkte der Feier oder der Tiefpunkt der Musik war, bleibt dem Betrachter überlassen. Für uns war es Zeit die Alten zurückzulassen - man ist ja keine Vierzig mehr.

Mittwoch, 14. September 2022

Nimm Abschied und gesunde!

Tja, die Überschrift hatte ich schon ausformuliert (bzw. Herr Hesse hat das für mich übernommen) und meinte dann dann wohl, ich wüsste noch, was ich schreiben wollte, denn seit Juni steht dieser Post als Entwurf im Hintergrund und harrt der Dinge, die ich schreiben wollte. 
 
Aber was wollte ich denn eigentlich schreiben?
Vielleicht von Victors Abschluss aus der Schule?
Der Abschied von den Nappels aus seiner Klasse. 
Ebenso von liebgewonnen und weniger liebgewonnenen Lehrer.
usw. usw. usw. 
 
Es mag sich ein jeder selber ausdenken, denn ich weiß gar nicht mehr, worum es ging. 
Tatsächlich habe ich auch gar nicht viel Lust zu schreiben. 
Mir ist da nicht nach. 
Zuviel Arbeit und viel zuviel, was ich privat um die Finger habe. 

Also bis bald.


Dienstag, 1. Februar 2022

Der Verlust von ... eigentlich allem

Nach dem Verlust der Kindheit, dem Verlust der Unschuld und dem Verlust des Zusammenhalts
bleibt nicht mehr viel übrig, was wir in dieser Gesellschaft verlieren können.

Somit haben wir alles verloren, auch die kleinen Freuden des Alltags, die eigentlich das Leben so schön machen.

Weihnachtsgebäck - ist ab September zu bekommen. Im Internet bestimmt das ganze Jahr über.
Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen, Kekse - jederzeit verfügbar.
Essen - bringt der Lieferservice.
Die große Liebe - Parsh*p wird's schon richten.
Fernsehen - früher war es die "eine" Serie, die einmal in der Woche lief und wenn man die verpasste, war es ein Weltuntergang. Heute kann über einen Streamingdienst bis zum Erbrechen geguckt werden (neudeutsch: binge watching).
Kleine Geheimnisse - der Browserverlauf verrät alles, und wenn nicht der, dann die Werbung, die eingeblendet wird, weil sich die an den Sachen orientiert, die zuletzt angesehen wurden. 

Der Zauber, der dem Unbekanntem, der Unwägbarkeit innewohnte, den haben wir wegrationalisiert. 
Daraus ist letztendlich eine Leere in uns entstanden, die wir jetzt versuchen, durch lustige Filmchen auf Instagram, durch bunte Bilder auf Pinterest und alberen Postings auf Facebook zu füllen.
 
Wer sich noch an die "Unendliche Geschichte" erinnert, oder auch an "Momo" - das wird jetzt die kalte Wirklichkeit. Immer, wenn ich denken, noch schlimmer kann es ja kaum kommen, holt mich die immer schnellere Entwicklung unbarmherzig wieder ein. 


Montag, 24. Januar 2022

Freund Hein schaut rein.

 Da gibt es die Morgene, an denen man die Zeitung aufschlägt und bei den Todesanzeigen blickt einem ein bekannter Name entgegenen. Kein Freund, kein naher Bekannter, einfach jemanden den man kennt, vielleicht sogar schätzt. 
Plötzlich steht sie oder er in der Zeitung. 
Vermissen schmerzlich... Nach kurzer Krankheit... Aus dem Leben gerissen... In Dankbarkeit...

Dass die 20er Jahrgänge des letzten Jahrhunderts jetzt oft in der Zeitung stehen, auch die 30er und schon erschreckend oft die 40er - das bringt die Zeit wohl mit sich. 
Aber wenn der eigene Geburtsjahrgang zu lesen ist, beginnt man sich schon zu fragen, wie lange an selbst noch hat.

Dienstag, 18. Januar 2022

Das Glück des Einfachen

 Das Einfache ist oft das Schwerste, denn es ist nicht einfach, es auszuhalten. 

Das Angebot an Tees im Supermarkt ist unüberschaubar. Inflationär zugenommen hat in den letzten Jahren die Fülle an Schickimicki-Tees. 
Die Fa. Teepott hat so eine Harmonie-Serie mit Kalendersprüchen auf den Pappdingern, an denen man den Teebeutel rausziehen soll, dafür sind die Tees oft zum Hände und Füße wärmen: Harmonie, Magengut, Schlafeschön, Warmesherz, Klarerkopf, Sonnenschein...
So oder so ähnlich heißen die und es sind Teemischungen. 
Auch bei anderen Firmen gibt es vor allem "kreative" Variationen. 

Was aber weniger wird, sind einfache Tees. 
Ja, es gibt noch immer die Klassiker Kamille und Pfefferminze.
Aber nach Brennnessel ohne Beimischung muss man ebenso suchen, wie nach Salbei. 

Teilweise sind es die teuren Firmen, die "einfache" Tees haben, z.T. sind es die Eigenmarken, bei denen man zugreifen muss. 
Aber bei "Brennnessel und die 7 Kräuter" bleibt die Brennnessel auf der Strecke. "Salbei mit Eukalyptus" schmeckt wie Knüppel auf den Kopf und die wohltuende Wirkung, die der normale Salbeitee hat, ist auch nicht festzustellen. 

Liebe Leute, warum muss immer alles verschlimmbessert werden? Lasst doch die Sachen einfach und rein - und wenn das nicht geht, weil das Marketing meint, Schickimicki müsse sein, dann lasst doch bitte den Menschen mit Geschmack und Verstand Tees ohne billige Zusatzstoffe. 

Es könnte so einfach sein.

Montag, 10. Januar 2022

Wissen ist Nacht!

Der Satz "Wissen ist Nacht" spiel im Roman "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" eine zentrale Rolle.
Wer das Buch kennt - also das Buch, nicht das Hörbuch - weiß, dass es eine Schwarte ist. 
700 oder 800 Seiten - mit Abzügen bei der B-Note. Es gibt viele Zeichnungen, teilweise über eine ganze Seite, der Schrift ist nicht allzuklein und es gibt einen Rand, an dem Unterüberschriften stehen. 
 
Worauf ich hinausmöchte: Nicht jedes Kind mag lesen. War vor 30 Jahren nicht anders als heute, mit dem Unterschied, dass es außer Fernsehen und Gameboy wenig anderes gab.  
Sofern wir von basteln, Modellbau, Sport, draußen spielen, Freunde treffen, musizieren/Musik hören, zeichnen oder backen/kochen absehen. Das sind halt alles Dinge, die Aktion bedeuten. 
Wer sich nicht langweilen wollte, musste aktiv werden. 
Heute nimmt uns das Smartphone jede Langeweile. 

Alles in allem kein großer Anreiz mehr das Lesen zu kultivieren. 
Hier habe ich in einer Fußnote beschrieben, dass Victor Mühe beim Lesenlernen hatte. 
Vielleicht gibt es sogar einen "richtigen" Beitrag darüber, aber den habe ich nicht gefunden. 
Tatsächlich habe ich viel mit ihm geübt und unser beider Geduld wurde arg strapaziert. 

Er hat lesen gelernt, aber es war nie sein liebstes Hobby. 
Doch irgendwann hat er entdeckt, dass er neues lernen kann, wenn er liest. Neue Welten taten sich auf. Er ist geschichtlich interessiert und so waren plötzlich Bücher im Fokus, in denen deutsches Zeitgeschehen als Roman verarbeitet wurde. 
Siehe da, er liest fleißig, gerne, versteht, was er liest. 
Bücher mit 200, 300, 400 Seiten. 
Das hätte ich vor 10 Jahren noch nicht gedacht. 

Damit möchte ich eines hervorheben: Eltern, lest mit Euren Kindern! Nehmt Euch Zeit. Lest vor, macht neugierig, verbringt "Quality Time" mit den Blagen. Führt sie positiv an Bücher heran. 
Es lohnt sich. Gemeinsam "erlebte" (erlesene) Geschichten verbinden. Das können immer wieder Anknüpfpunkte für Gespräche sein, ihr bleibt im Gespräch und "verliert" die Kinder nicht. 

Das Ergebnis zählt! Selbst wenn Sie Groschenromane lesen oder Fanfic, Disneys lustige Taschebücher oder auch Mangas. Die Fähigkeit einer Handlung zu folgen, geschriebene Inhalte aufzunehmen und zu verstehen sind auch in einer "digitalisierten" Welt unbezahlbar. 
Nehmt Euren Kindern diese Chance nicht sondern eröffnet ihnen durchs Lesen neue Welten. 

Victor liest gerade "Käptn Blaubär", ein Wälzer mit 700 Seiten oder mehr - natürlich ist das keine deutsche Hochliteratur, aber er liest freiwillig und gerne. Zu sagen, er kämpft sich da durch, wäre falsch. Er erobert sich spielend einen Kontinent namens Zamonien und das alles ohne Druck und Ärger. 

Eltern - nehmt Euch Zeit für die Kinder und lest - es zahlt sich tausendfach zurück!

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Weitere Anpassung

Vor einiger Zeit habe ich diesen Beitrag geschrieben.
Es ist wieder an der Zeit, die Blog-roll anzupassen. 
Eher etwas auszumisten. 

London-Leben ist tot, das Plot-Kaninken und auch der Dauerleser schreiben seit einem Jahr nicht mehr und auch Tiramisu hat lange, lange nicht mehr von sich hören lassen. 
Einzig der Einradfahrer berichtet halbwegs regelmäßig von seinen Spazierfahrten. 

Nun werde ich wohl mal nach neuen Blogs ausschau halten müssen, die sich zu lesen und auch zum verlinken lohnen - ansonsten wäre da ziemlich tote Hose. 

Aber tatsächlich habe ich den Eindruck, dass das (oder der) klassische Blog nicht mehr in Mode ist. Hauptsächlich findet man gesponsorte Blogs, wo für Backkrams, Kochutensilien, Klamotten oder Outdoor-Tüddelü geworben wird. 

Die "richtigen" Blogs, in denen echte Menschen echtes Leben ausbreiten sind selten geworden. 
Aber was beschwere ich mich, habe ich doch auch kaum Zeit, zu schreiben. Die Erde dreht sich immer schneller dem Abgrund entgegen. Da bleibt wenig Raum, sich sinnreich auszudrücken.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Bienenstich...

Dieses Jahr hatten wir wenig Mücken. 
Nicht, dass ich um entgangene Stiche weine - aber es ist auffällig, dass es so wenige Viecher gibt, obwohl uns ein Mückenjahr prophezeit worden ist. 
Auch das Wetter passte gut für sie. 
In unserer Wäsche (besonders den dunklen Hosen), die draußen trocknet, haben sich die Jahre zuvor gerne dicke Nachtfalter versteckt. Grundsätzlich musste man die Wäsche einmal wenden, bevor man sie in den Wäschekorb legte. Dieses Jahr gab es kaum fette Falter. 
Klar, es gibt immer mal Schwankungen, aber es fällt auf - wenig Motten, wenig Weberknechte, wenig Mücken, wenig Vögel. Selbst in den relativ unaufgeräumten Gärten in der Nachbarschaft mit wilden Ecken und allem drum und dran, macht es sich bemerkbar, dass die "wilden" Tiere auf dem Rückzug sind. 

Dienstag, 28. September 2021

Homosexuelle sind der Untergang des Abendlandes

Na, auch wegen der provokanten Überschrift hierhergeklickt?
Dann sage ich das am besten gleich:
Hier wird einfach ein Gedanke etwas überspitzt und satierisch auf den Punkt gebracht.
Ich schreibe das lieber gleich, weil Satiere, Ironie und selbst blanker Unsinn in Deutschland generell ernst und für bare Münze genommen wird.

Wem verdanken wir einige der besten Stücke Literatur, unvergessliche Musik und bahnbrechende Filme?
Ganz klar, homosexuellen Künstlern.
Thomas Manns "Zauberberg" und "Tonio Kröger"
Tennessee Willams "Katze auf dem heißen Blechdach" oder die "Glasmenagerie"
Freddy Mercurys Musik
...
Jedem werden wohl Beispiele einfallen, sei es in Kunst oder Bildung, Forschung oder Technik.

Die Beatles sind bekannt geworden, weil Brian Epstein von den Jungs fasziniert war und aus einschlägig bekannten Gründen keine Familie gegründet hat.
Also wurden die Beatles seine Familie und er kümmerte sich intensiv um deren Erfolg.

In Manns Werken stecken viele Anspielungen auf seine unterdrückte Neigung und auch bei anderen Künstlern ist die verdrängte Sexualität oft zur Triebfeder ihrer Werke und Arbeiten geworden.

Die Kinder, die aus den evtl. geschlossenen Ehen hervorgingen haben die künstlerischen Neigungen oft geerbt und auf die eine oder ander Weise umgesetzt.

Aber was sehen wir jetzt?

In unserer pluralistischen Gesellschaft darf jeder so homo oder bi oder hetero sein, wie gerne möchte.
Wer mit Latexmaske zur Arbeit geht oder sich als Pferd verkleidet durch die Straßen treiben lassen möchte, kann das tun. Es interessiert irgendwie auch niemanden mehr so richtig.

Wo bleibt jetzt der Untergang?
Ganz einfach, da wo kein Zwang mehr besteht, entsteht auch keine Kunst mehr. Die Kraft, die Energie, die sich vorher kreativ entladen hat, kann nun auf ein normales Leben aufgewendet werden.
Also verarmt die Künstlerlandschaft, weil keiner mehr den Drang verspührt, sich auf einer Metaeben auszutoben - geht jetzt ja auch einfacher.

Weiterhin pflanzen sich diejenigen, die sich dennoch künstlerisch ausdrücken müssen, nicht mehr fort. Für den Einzelnen ist es ein Segen oder eine Befreiung, denn mit einer unterdrückten Sexualität zu leben ist kein Spaß, wieviele Selbstmorde auf das Konto von Unterdrückung Repressalien geht, ist wohl nirgendwo erfasst, müsste aber enorm sein.
 
Doch die Kultur-Gesellschaft zwingt es in die Knie.
Kein künstlerischer Ausdruck, keine frischen Ideen, niemand mehr, der uns den Spiegel vorhält.
Zu guter Letzt werden auch die kreativen Gene nicht mehr weitergegeben und in dieser Folge verarmt die Kultur Europas.  
 
Freue mich auf Eure geschätzten Kommentare zu diesem brisanten Thema.  

Dienstag, 31. August 2021

Der große Umsturz

Frau Stöhr platzte damit heraus: Eine Freundin hätte ihr gesteckt, dass innerhalb der nächsten sieben Tage ein General-Lockdown geplant sei. 
Kein Strom, kein Wasser und danach solle alles besser werden. 
Sie würde sich jetzt eindecken und wir sollten das auch tun. 

Nun sind wir gut eingedeckt. Victor hat sich eingehend mit verschiedenen Szenarien beschäftigt und daher haben wir die offizielle Notrationen-Liste zwar nicht 1:1 umgesetzt, aber doch als Orientierung genommen. Allerdings hängen wir das nicht an die große Glocke. 
Es kann jederzeit etwas passieren. 
Das europäische Stromnetz ist fragil, teils marode und ein Stromausfall kann uns täglich treffen. 
Da sprechen wir auch gleich von Tagen ohne Strom und nicht nur für ein oder zwei Stunden. 

Was mich aber umtreibt ist der Umstand, wie sich die Nachricht vom "großen Lockdown" verbreitet und auch unreflektiert weitergegeben wird. 
Vor allem höre ich immer "die" und "es wird alles besser" und "wird umorganisiert"...
Auf die Nachfrage, wer denn den Lockdown ausrufen, wer ihn umsetzen und überwachen wird, bekomme ich keine Antwort. Auch was "alles besser" werden soll, bleibt nebulös. 

Noch hat die Woche ein paar Tage, es kann viel passieren, aber was ist nun, wenn die Sache einfach so dahingeht, ohne Lockdown, ohne Umsturz, ohne Stromausfall...
Dann sitzt Frau Stöhr auf einem Zentner Grillkohle, 30 Dosen Ravioli und einigen Kisten mit Dauerwurst.

Freitag, 12. Februar 2021

Februar im Schnee

Tatsächlich muss ich mich ranhalten. 

 
2020 habe ich im Schnitt einen Post in der Woche geschrieben, bis jetzt schaffe ich mit Ach und Krach einen im Monat. 
Tatsächlich geht es in diesem Post wenig um den Februar, gar nicht um Schnee, auch nicht um Corona oder die albernen Spam-Mails, die alle paar Tage aufpoppen.  

Nein, dieses Mal maule ich über mein Handy und die moderne Technik im allgemeinen. 

Mein Samsung habe ich schon zwei oder drei Jahre, es ist ein Android-Gerät der Einsteigerklasse. 
Display, unten ein schwarzer Rand, der kein Display ist, aber einen mechanisch wirkenden Knopp aufweist, der sich sogar richtig drücken lässt. 
Rechts und links sind je ein Sensor - einer ist die "Zurück-Taste", der andere ein "Zeige-alle-Fenster-an-damit-sie-einzeln-oder-komplett-geschlossen-werden-können-Taste". Dafür gibt es bestimmt einen total kurzen englischen Begriff. 
Von Anfang an war zu sehen, dass diese Berührungsfelder - wie soll ich das sinnvoll beschreiben? - "da" sind.
Die Felder sind eigentlich "unsichtbar", aber wenn man in einem bestimmten Winkel draufguckt, dann sieht man je ein lustiges Symbol. 
Mehr nicht. 
Jahrelang habe ich blind gedrückt, weil ich wusste, dass sie da sind, auch wenn sie sich nicht (oder nur schemenhaft) zu erkennen geben.
Mehrfach habe ich im Menü einen Hinweis darauf gesucht, ob und wie da eine Beleuchtung einzuschalten wäre.  Aber weder die (völlig nutzlose, weil nichts findende) Hilfefunktion bringt da etwas Licht ins Dunkel (haha, was für eine treffende Beschreibung), noch durchsteigt man das, bestimmt total intuitiv zu bedienende, Menü an sich. 
Meine Intuition scheint ein anderes Release zu sein, als das von den Handyentwicklern und ist auf keinen Fall kompatibel.
 
Jetzt - nach JAHREN - sind, nach dem letzten Update, diese Felder plötzlich illuminiert. 
Welche Freude. Es ist wie jeden Tag Weihnachten. 
Und der Clou daran ist: Das Lichtlein leuchtet nur ganz kurz auf. 
a) Wenn ich das Display aktiviere
b) Wenn ich eine der Tasten benutzt habe. 
 
Wirklich, a) kann ich verstehen. Wenn das Display aktiviert wird, zeigt mir das Handy: 
"Hier kannste mich drücken. 2 Sekunden lang offenbar ich Dir mein Geheimnis." 

Aber b) erschließt sich mir nicht. Wenn ich den Sensor benutzt habe, wusste ich, wo ich ihn finden kann. Ganz ohne Licht, ganz ohne tolles Zeichen. 
Aber das Handy zeigt mir an: "Hey - Du hast diesen oder den anderen Sensor gerade benutzt! Guck Dir nochmal die tollen Icons an! Schick, was? Nach zwei Sekunden verschwinden die wieder, also genieße den Anblick" ... und schon sind beide Felder wieder schwarz. 

Wer hat sich diesen Unsinn ausgedacht?
Das ist so, als würde ich (um doch mal das Wetter nicht ganz auszublenden) mit meinem Auto in den Graben rutschen und wenn ich da so liege, erscheint eine Anzeige im Display: "Die Straße ist glatt."
Danke - dass weiß ich jetzt selbst. 
Oder ich trinke einen Schluck Tee und verbrühe mir die Zunge. Anschließend erscheinen auf dem Tee die Worte: "Vorsicht, heiß!"

Leider finde ich mal wieder niemanden, der mir erklären kann, warum Hinweise eingeblendet werden, nachdem man sie gebraucht hätte. 
Oder ist das eine Allegorie auf's Leben, in dem ich die Erfahrung erst dann bekomme, nachdem ich sich gebraucht hätte?

Programmierer müsste man sein. 
Man denkt sich krausen Kram aus, spielt das per Update auf Millionen von im Betrieb befindliche Handys und die Endnutzer müssen damit klarkommen, egal wie schwachsinnig das neue "Feature" auch sein mag. 

Fortsetzung folgt. 

 

Nachtrag nach einem halben Jahr: Die Freude war nur kurz. In der Zwischenzeit sind die Tasten wieder ohne Licht. Rational nachvollziehen lässt sich das alles für mich nicht.  

Wer eine sinnvolle Erklärung hat, darf die gerne als Kommentar dalassen.