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Montag, 17. August 2026

... gibt es tatsächlich!

Hier muss ich es mal zugeben. 
Ich gehe nicht oft unter Leute. Auch nicht gerne und eigentlich nur dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt. 
Genauswenig interessiert es mich was gerade die neueste Mode ist, ob Jeans halblang oder über den Knöchel getragen werden. Sind Cargo-Hosen noch das Maß der Dinge oder will die keiner mehr sehen. 
Davon, wie sich junge Frauen schminken habe ich noch weniger Ahnung. Was sicher daran liegt, dass ich kein junges Mädchen bin, Bea sich gar nicht schminkt und Yolande sehr minimalistisch ist. 
 
So kam es, dass ich am Wochenende tatsächlich überrascht war, einige Frauen zu sehen (geschätzes Alter zw. 15 und 25, ich konnte das nicht einschätzen), deren Gesichter tatsächlich so aussahen, wie von den weiblichen XYZ-Promis, die einen aus der Werbung für's Trashfernsehen anspringen. 
Faltenlos, maskenhaft, "sonnengebräunt", Augenbrauen bestehend aus je einem schwarzen Strich und den Mund so mit Lippenstift bemalt, dass die Lippen
a) wie aufgespritzt aussahen und 
b) fast so breit wie hoch waren 
 
Jetzt bin ich ein Relikt einer vergangenen Zeit, aber ich fand das weniger hübsch als faszinierend. Wie teuer mag so ein Makeup sein? Wieviel Zeit benötigt ein Mensch, um es morgens aufzutragen, tagsüber instandzuhalten und abends wieder abzuschminken? Wie geht es der Haut, die da drunter kaum atmen kann?

Fragen über Fragen. 
Aber getraut habe ich mich nicht, die Kinder anzusprechen. Das wird einem heutzutage immer gleich negativ ausgelegt. Verständlich, ich fände es auch seltsam, zuzusehen, wie ein älterer Herr junge Mädchen auf ihr Aussehen anspricht. 
Bleibe ich also besser stumme und wundere mich.  

Donnerstag, 16. Juli 2026

Das Rattenrennen

The Rat Race - so wird im Allgemeinen die Konkurrenz im Arbeitsleben beschrieben, zumindest im englischsprachigen Raum. 
Das Bild passt aber gut zu unserem "Hamsterrad" - man läuft und läuft und kommt nicht zum Ziel. 
In diesem Zusammenhang möchte ich einen Strip aus "Calvin and Hobbes" zitieren. Susi schlägt vor "House" zu spielen - die Entsprechung bei uns wäre "Vater, Mutter Kind". Als Calvin fragt, wie sie das machen sollen, antwortet Susi, man käme nach Hause, beschwert sich über seine Arbeit und streitet sich dann, wer dran ist, das Essen in der Mikrowelle (Microwave-Dinner, als Junkfood) aufzuwärmen.
 
Das ist schon eine sehr dystopische Vorstellung, wenn das Leben aus Gejammer über die Arbeit und schlechtes Essen besteht.  
Calvin and Hobbes werden seit über 30 Jahren nicht mehr gezeichnet.
Eines hat sich nicht geändert: Die Unzufriedenheit über die Arbeit ist größer geworden. Warum leben wir in einer Welt, in der fast jeder ungern zur Arbeit geht, sich ungerecht behandelt fühlt und ein System herrscht, dass einen dazu zwingt, sofern man nicht obdach- und arbeitslos sein möchte. 
 
Bin ich der Einzige, den das umtreibt? 

Montag, 25. Mai 2026

Labubu 2 - die Party ist vorbei

Wer hier regelmäßig liest, kann sich mit Sicherheit noch an diesen Artikel erinnern. 
Für alle, die Links in Blogeinträgen misstrauen: Das war mein Post aus Juli 2025 über Labubus. 
La-was?
Richtig. Labubus sind schon wieder in der Versenkung verschwunden. 
 
Wer mit einer einschlägigen Suchmaschine danach fahndet wird eines sehr schnell feststellen; die meisten Artikel wurden in den Monaten 06/07/08.2025 veröffentlicht. Ganz wenige sind mit einem Datum aus September oder später zu finden. Wird ein neuerer Eintrag - also ab Januar 2026 - vorgeschlagen, handelt es sich wahrscheinlich um eine rückblickende Einschätzung des Trends. Vielleicht auch um eine kritische Analyse der "Trend-Kultur". 
 
Wer schon etwas älter ist, kann sich sicherlich an weitere Trends erinnern, aber nicht unbedingt, wie sie zuende gegagen sind. 
Denn der Hype ist laut, der Tod kommt still und leise. 
Was war mit...
...Lambada
...gecasteten Girl- und Boy-Groups
...Tamagotchi
...Arschgeweih
...Tennis
...Michael-Schuhmacher-Formel-1-Benetton-Ford
...Ice-Bucket-Challenge
...Jerusalema
...Diddel-Maus
 
Alles Trends, die mal ganz heiß waren und jetzt völlig verschwunden sind. 
Ein jeder möge einmal darüber nachdenken und in der Zukunft gut überlegen, ob jeder Trend mitzumachen ist. 

Montag, 19. Januar 2026

Fragwürdig

Es ist schon etwas makaber, wenn eine Süßwarenfirma, die so ähnlich klingt wir Katja, eine Weingummiserie namens "red list" - also Rote Liste - herausbringt, in der die Weingummis bedrohten Tierarten nachempfunden sind.
 
Der Mensch rodet Wälder, vergiftet Flüsse, tötet Tiere, in aller Regel aus Profitgier, manchmal auch aus Unwissendheit und nun verspeisen wir Abbilder dieser Tiere, die bedroht sind, weil wir vor allem landwirtschaftlich Flächen beraubwirtschaften.
Vielleicht werden auch dort Sachen angebaut, die von genau dieser Firma verarbeitet werden.  
 
Was genau ist daran in Ordnung? 
 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Die Bildung in der Tonne

Es schneit. An sich ist das nichts sonderbares, denn es ist Winter. 
Nun stellt es sich aber so dar, dass die Gewohnheiten des Alltages plötzlich nicht mehr so gelebt werden können, wie man es gewohnt ist. 
Es stand an, die Restmülltonne der Abfuhr bereitzustellen. 
Also bin ich mit meiner Schneeschaufel bewaffnet an die Straße gestiefelt und habe einen Stellplatz für die Tonne geschaffen. Weil ich ausgesprochen nett bin, habe ich die Lücke genügend groß gestaltet, um mindestens zwei Tonnnen aufstellen zu können. Meine Nachbarin hat ihre Tonne etwas unglücklich auf ihrem Weg geparkt und es stand zu befürchten, dass die Müllabfuhr diese nicht geleert hätte. 
Kein Problem für mich und ihre Tonne habe ich neben meine gestellt. 
 
Am Morgen des Folgetages war die Müllabfuhr trotz der widrigen Wetterbedingungen pünktlich um halb sieben bei uns "durch" und als ich zur Arbeit sollte, wollte ich die Tonne wieder bei uns reinstellen. 
Ups, es standen nun drei Tonnen da - der Platz war doch etwas knapp, die dritte stand auf der Straße und war randvoll, sogar der Deckel stand auf. 
Meine Tonne war zwar geleert worden, aber es befanden sich schon wieder zwei Tüten mit Müll darinnen, die nicht aus unserem Haushalt stammten. 
 
Irgendwer hat nach der Abfuhr seine volle Tonne dazugestellt und weiteren Müll in den geleerten Tonnen verteilt. 
Das wäre die offensichtlichste Erklärung. 
Die zweite wäre, die dritte Tonne kam vor der Abfuhr und besagter jemand hat seinen Müll bei uns "oben drauf" gepackt. 
Da die Müllwerker angehalten sind, einen prüfenden Blick in die Tonnen zu werfen, damit kein falscher Müll mitgenommen wird, kann es sein, dass die dritte Tonne wegen "Fehlbefüllung" nicht geleert wurde und ggfls. fehlbefüllte Tüten anschließend in den anderen Tonnen verteilt wurden. Beim Schreiben merke ich schon, wie sehr sich das nach Blödsinn anhört. 
 
Unser Haushalt ist knapp mit Müll. Die Kinder sind aus dem Haus und viel fällt bei uns nicht an. Die Zeiten, wo wir die 60L knackevoll hatten, sind lange schon vorbei. Daher kann ich damit leben, dass wir zwei Tüten mit "Fremdmüll" bis zur nächsten Leerung beherbergen müssen. 
Trotzdem konnte ich nicht umhinkommen, mir den Müll genauer anzusehen. Tatsächlich hatte ich auf einen Brief(-umschlag) mit Anschrift gehofft, denn dann hätte ich den Kram freundlich zurückgebracht. Aber der Gefallen wurde mir nicht getan. Sollte ich den Müll allerdings analysieren, stächen zwei Punkte heraus: 
Es ist ein Raucherhaushalt - unüberriechbar. 
Anscheinend ist das Bildungsniveau niedrig oder Mülltrennung ist besagter Person ganz egal, vielleicht auch unbekannt.
Ich habe eine pfandfähige Dose gefunden - die Mülltüte ist transparent, war also leicht zu durchschauen. Außerdem noch eine Energiesparbirne. 
Das sind beides keine Sachen, die man wegschmeißen sollte. Das eine bringt unfassbar viel Geld, das andere sollte einer Entsorgungsstelle zugeführt werden (damit wird das Problem von giftigen Leuchtmitteln nicht gelöst, aber immerhin bin ich meine Sorge los). 
Den Rest habe ich wieder in meiner Tonne versenkt. Doch die Müllmenge hätte sich noch gut reduzieren lassen: Verpackung, Lebensmittel, Metalle (aka Besteck), Papier. Da der ganze Kram dermaßen nach Kippen stank, habe ich davon Abstand genommen. 
 
Was bleibt, ist der Ärger, dass jemand so dummdreist ist und seinen Müll anderen zuschiebt. Ich habe dann aufgehört, mich zu ärgern, denn nichts anderes machen wir "zivilisieren" Kulturen; unser Plastikmüll, unsere Altkleider und die Online-Fehlkauf-Retouren verklappen wir im globalen Süden und dann wundern wir uns, wenn Umweltflüchtlinge zu uns kommen. 
In diesem Sinne ist der gute Vorsatz für dieses Jahr: Weniger Artikel zu konsumieren, die in Verpackungsmüll eingewickelt, gekauft werden müssen.   

Donnerstag, 18. September 2025

Einmal, zweimal - und dann ist auch gut

Lange ist es her. 
Da schrieb ein Herr Boy Lornsen das Buch "Robbi, Tobbi und das Fliwatüt".
 
Eine schöne Geschichte über Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Mut.  
Eine Nebenperson die dort auftaucht, ist ein Sergant (den Namen müsste ich jetzt nachschlagen), der die Angewohnheit hatte, Dinge zweimal zu sagen. 
Zum Beispiel: "Das ist ja verrückt, das ist ja verrückt!" oder auch "So machen wir das, so machen wir das!"
 
Es war als "Spleen" eines englischen Polizeibeamtens gedacht und man hat etwas darüber geschmunzelt. 
Was stelle ich jetzt fest? Die "junge Generation", also die um die 20 herum haben diesen Spleen übernommen. 
Wie oft wird "genau, genau" gesagt oder "so machen wir das, so machen wir das".
 
Wenn ich daraus eine mathematische Reihe ableite, wird über kurz oder lang ein Roboter an mein Fenster klopfen. 
Ist das nun gut oder beängstigend? 

Mittwoch, 23. Juli 2025

Predicted, predicted!

Um die Simsons gibt es immer wieder Gerede, weil in der Serie angeblich Dinge richtig vorhergesagt wurden. Sei es Corona, Umweltkatastrophen oder die 1. Regentschaft von Donald Trump. 
In der Zwischenzeit gibt es immer mehr Ausschnitte, die angeblich dieses oder jenes vorhergesagt haben. Doch da werden oft Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, Bilder manipuliert oder nachbearbeitet oder einfach etwas behauptet, was gar nicht stimmt. 
 
Beschränken wir uns nicht auf die Simpsons. Wenn wir wollen, können wir überall Hinweise auf die Zukunft finden. Sowohl die, die jetzt gegenwärtig passiert, als auch die vergangene Zukunft (das lässt sich immer am leichtesten vorhersagen, denn man muss nur noch das was passiert ist, mit der angeblichen Vorhersage in Einklang bringen und/oder richtig interpretieren). 
Doch wer etwas kritischer denkt, sieht auch Vorhersagen, wohin die Menschheit vielleicht gerade steuert und findet Vordenker, die weit vorausgeblickt zu haben scheinen. 
 
So möchte ich mal den Blick von den Vereinigten Staaten von Amerika abwenden (als wenn man das im Moment nicht am liebsten immer tun würde) und sehen uns eine Serie aus den 1980er an. 
Produziert in der damaligen Tscheoslowakai, die Zielgruppe waren Kinden und sie lief als Mehrteiler im Ferienprogramm der ARD. 
Alle Daten habe ich alle aus meinen Gedächtnis hervorgekramt - sollte jemand auf Wikipedia oder sonstwo anderslautende Informationen lesen, so soll derjenige sich gewiss sein, dass ich es besser weiß. ;-)
 
Der Plot ist eigentlich ganz simpel:
Die Menschheit lebt in Frieden und wird von einem Zentralrechner "regiert". Dieser hat berechnet, dass die Erde von einem Kometen getroffen und voraussichtlich zerstört wird. 
Daraufhin wird ein Team ins Jahr 1984 geschickt, um das Notizheft von Adam Bernau zu retten. Bernau entwickelt im zarten Jugendalter eine Theorie, um (keine Ahnung, so gut ist meine Erinnerung auch nicht mehr) mittels irgendwas die Flugbahn des Kometen zu verändern, oder die der Erde oder die Raum-Zeit-Konstante aufzulösen. Adam Bernau erhält später den Nobelpreis, aber als Knabe wird sein Genie nicht erkannt und er versteckt sein Notizheft in einem geheimen Fach in seinem Zimmer. Als das Haus abbrennt, geht auch das Heft verloren und Bernau verfolgt seine Idee nicht weiter (sonst wäre das irgendwann publiziert worden und der Zentralrechner könnte drauf zugreifen).
Das Team mit seiner Zeitmaschine (war das ein Lada?) stößt auf Schwierigkeiten; zum einen ist die Gesellschaft 1984 ganz anders als in der Zukunft und sie stolpern etwas unbeholfen durch den für uns gewohnten Alltag. Zum anderen hat schon der junge Bernau einen Hang zum weiblichen Geschlecht und hat in sein Notizbuch Bilder von leichtbekleideten Frauen geklebt. Das sieht dessen Vater und konfisziert das Heft just an dem Tag, als das Bernau'sche Haus abbrennt. 
Demzufolge liegt es nicht im Geheimfach, das Team kann es nicht retten und muss unverichteter Dinge wieder in die Zukunft zurückkehren. 
Allerdings stoßen sie kurz vor der Zeitreise zurück auf Adam Bernaus (alten) Lehrer und Mentor, der maßgeblich zu Bernaus Entwicklung beigetragen hat. Der Lehrer steigt ins Auto und zurück bleibt nur sein Fahrrad - später wird er erst als vermisst, dann als tot gemeldet. 
Doch er reist mit in die Zukunft und stellt fest, dass der Zentralrechner nicht ganz waagerecht steht. Er schiebt einen kleinen Holzkeil drunter und der Rechner stellt kurz darauf fest, dass er sich verrechnet habe: Der Komet fliegt vorbei. 
Ende gut, alles gut. 
 
Betrachten wir mal einige Details:
Als erstes fällt auf, dass die Menscheit zwar einen "hohen Rat" hat, der allerlei diskutiert, aber anscheinend ist der Zentralrechner derjenige, der tatsächlich die Entscheidungen trifft = regiert. 
Die Menscheit hat sich also der Maschine untergeordnet und damit wurde die Erde befriedet. Eine Utopie, solange der Zentralrechner "gutes" tut, eine Dystopie für alle, die ihre Unabhängigkeit als höchtes Gut sehen. 
Die Berechnungen des Zentralrechners werde nicht angezweifelt, es findet also keine Kontrolle statt. 
Eigentlich der Traum des Silicon Valley: Handeln ohne Kontrolle. Wobei es hier scheint, als sei der Zentralrechner tatsächlich darauf ausgelegt, der Menscheit in der Form zu dienen, dass es allen gleich gut geht. Alle sind gleiche unter gleichen. Da ist sie wieder, die Utopie. Vielleicht auch gesteuert aus der Zentrale des damaligen Ostblocks. 
Ein Raumfahrtprogramm gibt es nicht. Denn sonst wäre eine Umlenkung des Kometen sicher möglich gewesen. 
Dafür sind Zeitreisen möglich. 
Die Vorstellung ist schon etwas schräg, aber tatsächlich waren sowohl Zeitreisen, als auch eine Kometenabwehr in den 80ern noch Sience-Fiction. 
 
Dass sich das Team in den 1980 etwas unbeholfen aufführt - seien wir mal ehrlich. Setzen Sie mal einen heute 15- oder 20-jährigen mit einer Handvoll Bargeld an einer Landstraße im Jahre 1970 oder 1985 aus. Was wird wohl passieren?
Ohne Handy und ohne Navi ist er angewiesen, eigene Entscheidungen zu treffen, fremde Leute anzusprechen und sich mit Bargeld etwas in einer fremden Währung zu essen zu kaufen, dass nicht in in Plastik verschweißt ist und auch noch größtenteils aus natürlichen Zutaten besteht. 
Es wäre für besagten Jugendlichen ein Kulturschock; die umständliche Sprache ist schwer verständlich, rückständige Technik und Verhaltensweisen, die ihm ziemlich fremd sind. Auch er wäre etwas unbeholfen und vielleicht auch hilflos - was nicht seine Schuld ist, denn wir sind alle Kinder unserer Zeit. 
Während wir über die vier Besucher lachen konnten, würde es uns auch schlecht ergehen, wenn wir plötzlich 100 oder 200 Jahre in der Zeit zurückversetzt würden. Sogesehen hat der Autor (oder die Autoren) eine gute Beobachtung gemacht. Leider weiß ich nicht mehr, ob das in der Serie selbst auch reflektiert wurde.

Jetzt zu meiner Deutung:
Der Mensch wird der Maschine untertan und sei es nur aus Bequemlichkeit, die Auswirkungen sehen wir ja schon jetzt. Texte mit KI schreiben - kein Problem. Musik mit KI zu erzeugen - kein Problem. Probleme bei der Arbeit durch KI lösen - noch nicht ganz, aber man kann sich helfen lassen. 
Wann wir durch KI regiert werden? Ein vernünftig programmierter Rechner, der sich nicht durch fanatische Einflüsterungen verwirren lässt - der könnte sicher ausgewogener und von kurzfristigen/persönlichen Interessen unabhängig agieren. DAS wäre mal ein Fortschritt. Aber so weit sind wir noch nicht. 
 
Der Mensch hört auf, sich und sein Sein zu hinterfragen, damit hinterfragt er auch nicht mehr, ob der Zentralrechner alles richtig macht. 
Auch das ist schon zu beobachten. Aber die Navis sind besser geworden - habe schon lange nicht mehr gelesen, das ein LKW seinen Sattelzug in der falschen Richtung durch eine 2,5m breite Einbahnstraße lenken wollte oder dass Autofahrer reihenweise in einem See landen, weil der Navi dachte "Mühlenteich" sei eine Durchgangsstraße. 
 
Raumfahrt mag toll sein, aber sie löst keines unserer Probleme - zu Recht wurde das Programm eingestellt. 
 
Menschen geraten außerhalb ihrer gewohnten Umgebung umgehend in einen leicht verwirrten Zustand (s.o.) - auch das ist zu beobachten, sobald mal ein Funkloch oder ein Stromausfall kommt. 
 
Die Lösung von Problemen ist nicht immer von einem Rechner oder einem tollen Programm abhängig, sondern auch mal von etwas eigenem Nachdenken und dass man mal anpackt und etwas versucht, vielleicht sogar etwas wagt. 
 
Zum Schluss: Wir haben es mit einer unterhaltsamen Serie für Kinder zu tun, aber die Gesellschaft, deren Träume, Wünsche und Utopie wurden genau beobachtet und zum Teil sehr weit vorausgedacht. 
Leider rutschen wir immer weiter in die Dystopie, da nicht der "Rat der Weisen" über KI und deren Einsatz befinden, sondern profitorientierte Unternehmen, die sich nicht um Mensch und Umwelt scheren, sondern nur um den eigenen Geldbeutel. 
 
Die dystopische Zukunft ist kein Gesetz - was setzen wir ihr entgegen? Wo und wann beginnt unser Aufstand - nicht gegen die Maschine, sondern gegen diejenigen, die sie lenken und als einzige davon profitieren?


Dienstag, 15. Juli 2025

Jünger, als man aussieht

Aufgrund der Sorgen, die man sich so macht, wenn die Jahre dahingehen, habe ich einen Termin beim Kardiologen gebucht. Konkrekt habe ich dann und wann ein merkwürdiges Pochen in der Brust. 
Spoiler: Es konnte nichts festgestellt werden. 
 
Das charmante Kompliment, dass ich bekommen haben war dieses: Meine Halsschlagadern seien "30 Jahre alt". 
Keine Ablagerungen, keine Verengung, dünne und flexible Wandung.  
Der Onkel Doktor sagte, dafür habe es sich gelohnt, nicht zu rauchen. 
 
Vielen Dank, in dieser Hinsicht bin ich nun etwas beruhigter. 
Aber warum es in meiner Brust manchmal so puckert, weiß ich noch immer nicht.  

Mittwoch, 17. Juli 2024

Ein Blick nach oben.

Der Sommer ist nicht der schönste. Es gibt viel Regen und die Sonne macht sich rar. Wobei wir solche Sommer schon des öfteren gehabt haben. ich kann mich an die 80er erinnern, wo auch nicht jeder Sommer Sonne und Wärme gebracht hat.
 
Nun hat sie wieder (verbal) zugeschlagen. 
Frau Stöhr hat geoffenbart, dass es keinen blauen Himmel mehr gäbe, weil die Regierung Flugzeuge fliegen lässt, die Chemtrails verteilen. 
 
Früher hätte sie da auch nicht dran geglaubt, aber in der Zwischenzeit hätte sie schon einige überzeugende Argumente dazu gehört. 
 
Ein Diskussion schätze ich als nicht sinnvoll ein, da eigentlich nur die Aussicht auf Erfolglosigkeit besteht. Leider muss man hier auch feststellen, dass bei ihr ein wirklicher Mangel an Allgemeinbildung besteht. Sie mag herzensgut sein, aber das Bildungssystem hat hier (zumindest in Teilen) versagt.

Montag, 22. April 2024

Keine Party für Niemand

Natürlich weiß ich, dass es in der Überschrift "Keine Party für niemanden" heißen muss - abgesehen davon, dass wir es hier mit einer doppelten Verneinung zu tun haben, also heißt es eigentlich: Party für alle!
Aber es war als Anlehnung an einen bekannten Text der "Scherben" gedacht. 
Hier ist der Moment, wo ein Raunen durch die Menge gehen darf, weil die Andeutung endlich verstanden wurde. 
 
Worum es geht, sind aber weder Liedtexte, noch Musikgruppen. 
Es geht um das Verhalten von Menschen, das nicht der Erwartung entspricht, die man an sie hat. 
 
So hat Victor vor kurzem eine Party bei uns gefeiert. Die Runde war recht klein, weil einige wegen mentaler Probleme abgesagt haben. 
Jetzt erwartet man, dass eine Punker-Fete laut und schrill wäre. Dass gegröhlt wird und gesoffen, die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und sich die Nachbarn beschweren. 
 
Nichts davon. 
Gut, es gab einen Alkoholabsturz nebst Erbrechen - das war's. 
Ansonsten gab es gute Musik (naja, überwiegend), Lautstärke völlig in Ordnung. Es wurde Gemüse in Dipps getaucht und "gesnackt" (das heißt, als "Snack gegessen"). Neben Bier gab es selbstgemachte Liköre und sonst kaum etwas hartes. 
Sogar Salzstangen - Inbegriff der Spießigkeit - waren beliebt.  
Dazu dann Deep Talk vom feinsten und wir als Eltern wurden willkommengeheißen, sollten einen mittrinken und wurden in ernsthafte Gespräche verwickelt. 
Die Party war gegen 1.00 Uhr vorbei (hat ja auch schon um 19.00 Uhr angefangen). 
Dabei sprechen wir hier nicht von einem Kindergeburtstag, sondern 18+ mit lauter wildaussehnden Personen.
 
Vergangenes Wochenende war Victor zu "Freunden" gefahren. 
Mit unserem Auto, über die Staatsgrenze, in eine fremde Stadt und diese Freunde hat er auf einer Schulexkursion im vergangenen Jahr nur einmal kurz gesehen. 
Natürlich auch Punks. Die gibt es ja anscheinend in jeder größeren Stadt. 
 
Kurz und gut: Er ist gut angekommen und hat eine schöne Zeit in der Punk-WG verbracht. Zwischendurch hat er uns geschrieben: 
"Sind am Strand spazieren."
"Kochen leckeres Essen."
"Haben Spiele gespielt."
"Gehen bald zu Bett." (Das war gegen 23.00 Uhr)
"Habe gut geschlafen, wir frühstücken auf dem Balkon."
"Fahren zu einer Aussichtsplattform, die Sonne genießen."

Bitte, was sind das für Punks? Ich hatte erwartet, dass die zu einer wilden Feier gehen, die Nacht zum Tage machen und er völlig übermüdet und kaputt wieder zuhause ankommt. Aber nichts - er kommt nach Hause und geht ersteinmal eine Runde joggen, weil er noch Energie und Bewegungsdrang hat. 

Finde nur ich dieses Verhalten merkwürdig?

Donnerstag, 7. September 2023

Die Grundlage von allem

Frau Stöhr erzählte, wie sie eine Soße zubereitet. 
Sie begann ihre Erklärung mit der Grundbasis für eine gute Soße.
Der Rest war uninterressant.

Mittwoch, 30. August 2023

Absolut kein Verlass!

Da musste ich außerplanmäßig zum Arzt, habe mich angemeldet, durfte im Wartezimmer platznehmen und habe mich auf eine entspannte Lektüre von Spiegel und Stern gefreut. 
Zack, wurde ich aufgerufen und hatte doch gerade erst das Editorial (oder wie das Vorwort beim Stern auch immer heißt) fast(!) durchgelesen. 
 
Wie kann das angehen, wo sind die Stunden Wartezeit hin verschwunden?
Es ist auf nichts mehr Verlass!

Montag, 24. Juli 2023

Perlen vor die Säue

 Das hier ist ein Schnellschuss.
Eben gesagt, schon veröffentlicht. 
 
Es ging darum, dass sich Dinge im Moment schnell ändern. 
Landläufig spricht man von einer "schnelllebigen Zeit" .
 
Frau Stöhr für Ihren Teil macht da gekonnt  eine "schnellläufig Zeit" draus. 

Klar, die Zeit läuft schnell, aber läufig sind Hundedamen und das nur zu bestimmten Zeiten. 
Diese Zeit ist schnelllebig, weil sie so schnell läuft - aber sie ist nicht läufig, weil sie schnell lebt. Denn die Zeit an sich lebt vermutlich gar nicht, sie existiert und das nicht einmal linear.

Montag, 3. Juli 2023

Von Äpfeln, Birnen und Eiern

 Gestern hat Frau Stöhr wieder eine hübsche Verdrehung "herausgehauen". 
Sie beschwerte sich über mangelhafte Angaben und man könne jetzt ja nicht
"Äpfel mit Eiern vergleichen". 
Zack!
Das saß. 
 
Wer etwas günstig gekauft hat, spricht davon, etwas für "'nen Appel und 'n Ei" bekommen zu haben. 
Andere sprechen bei einem unpassenden Vergleich davon, dass "Äpfel nicht mit Birnen verglichen werden dürften".
Doch hier wurden zwei Sprichwörter - gekonnt oder auch nicht - zusammengeworfen. 
Was auch wirklich keinen Sinn ergibt. So mögen Äpfel und Birnen beides Kernobst sein und an ähnlichen Bäumen wachsen. Es gibt auch Äpfel, die ein leichtes Birnen-Aroma haben. 
So gesehen sind sie vergleichbar, aber dennoch unterschiedlich genug. 
Äpfel und Eier sind dagegen nicht einmal beides Obst. 
Völlig daneben.
Danke Frau Stöhr.

Dienstag, 13. Juni 2023

Der Zug hat keine Bremse

Bea und ich waren zu einer Goldenen Hochzeit eingeladen. 
Für alle, die das nicht wissen - Goldene Hochzeit bedeutet, 50 Jahre ohne Unterbrechnung mit der gleichen Person verheiratet zu sein. 
 
Die gut in Mathe sind, haben schnell mitgerechnet und wissen, dass die Hochzeit 1973 stattgefunden haben muss.
 
Damit ich nicht noch mehr langweile, als ich das sowieso schon tu, bringe ich die Pointe zuerst. 
Es wurde exakt so gefeiert, wie die Alten es schon Anno '73 gemacht haben. 
 
Das "Hochzeitsessen" war klassisch (zumindest für unsere Region): Vorsuppe, zwei Sorten Fleisch, Soße, Gemüse, Kartoffeln, Kroketten. Etwas genauer gesagt: Es gab zwei Soßen, passend zu den zwei Sorten Fleisch. Von allem reichlich - ein Zugeständnis an die neue Zeit war dann doch zu finden; wer wollte, konnte vegetarisch essen. 
Nach dem Hauptgang gab es Eis, genauer: Eistorten. Viele Eistorten. 
Ja, zugegeben, die Auswahl war vermutlich nicht nur größer, als '73, die Sorten waren auch sehr modern. 
Tatsächlich schmeckte alles, was aufgetischt wurde. 
 
Es gab eine Rede vom Goldpaar, die Kinder haben etwas vorgeführt und dann wurde getanzt. 
Was können die Alten tanzen!!
Obwohl es wirklich warm war, blieb das Jacket am Mann und der Schlips am Hals. 
Dabei wurde wirklich viel getanzt. "Damals" war die Tanzschule noch gut und die haben ja schon viel in ihrem Leben getanzt. Das war zu merken, die konnten nicht genug bekommen. 
Keine Rede davon, dass die Feier lahm war oder sich die Reihen gegen 10 Uhr abends lichten. 
Die Alten waren gut dabei. 

Nur die Musik war nicht so das Wahre. Warum muss auf einer goldenen Hochzeit der deutsche Schlager gespielt werden, der nur von Andrea Berg bis Helen Fischer reicht. 
Waren die in den 70er Jahren nicht in ihren Zwanzigern. Haben die wirklich nur Schlager gehört? Die internationalen Tanzhits wurden auch im Nachkriegsdeutschland gespielt. 
Leider Fehlanzeige. Kein Jefferson Airplain, kein Elton John, kein Pianoman, kein Queen, nichts von den Jackson Five - alles Sachen die tanzbar sind und sicher auf jeder Fete gelaufen sind. 

Gegen 2 haben dann einige junge Leute noch eine Polonäse organisiert, zu "Der Zug hat keine Bremse" ging es durch den Saal. Ob das jetzt einer der Höhepunkte der Feier oder der Tiefpunkt der Musik war, bleibt dem Betrachter überlassen. Für uns war es Zeit die Alten zurückzulassen - man ist ja keine Vierzig mehr.

Montag, 20. März 2023

Zahnpulszeit

Da wollte ich einfach mal fix von Frau Stöhr berichten, die immer mal wieder Sachen sagt, bei denen sich einem die Nackenhaare aufstellen. 
Schon muss ich sehen, dass Bastian Sick mir um fünf Jahre zuvorgekommen ist. 

Frau Stöhr meinte, man müsse am Zahn der Zeit sein
Sie meinte allerdings am Puls der Zeit, was heutzutage niemand mehr sagt. 
Es ist noch mehr aus der Mode gekommen, als der Zahn der Zeit, der an allem nagt. 

Aber diese Formulierung hat es 2017 schon in einen Artikel geschafft, wahrscheinlich von einem "Jornalisten" geschrieben, der es nicht besser wusste. 
Somit ist Frau Stöhr nicht die Erste gewesen, die sich da vertan hat. 
Bleibt abschließend nur anzumerken, dass sie sicherlich auch nicht die Letzte sein wird.

Freitag, 9. Dezember 2022

Der große Umsturz 6

Nu' is' die Bombe ja doch geplatzt. 
25 potentielle Umstürzler sind hoppsgenommen worden. 
Wollten sie doch doch die verhasste, demokratisch gewählte Regierung unserer Republik ausschalten und eine militärisch gestützte "Übergangsregierung" einsetzen. 

Das klingt sehr nach dem, was Frau Stöhr immer von sich gegeben hat. 
Nein, sie hat bestimmt keinen Anteil daran, denn sie plappert nur nach, was sie auf Telegram liest, ohne zu hinterfragen oder etwas infrage zu stellen (so ist die Queen schon 2015 gestorben und jetzt ist eben auch die Doppelgängerin drangewesen...). 
Auffällig finde ich aber, dass die jetzt zerschlagene Gruppe erst seit "spätestens November 2021" agiert haben soll.
Frau Stöhr hat uns schon im September 2021 gewarnt, dass bald "etwas passiert" und dann "alles besser" sein wird. 
Nun kann es mehrer Gruppen geben oder gegeben haben.
Vielleicht sind einige auch schon einmal früher ausgeschaltet worden, eher zufällig und aus anderen Gründen darum ist dann bei denen und durch die, nichts mehr passiert. 
Oder es sind einfach nur Schwurbler gewesen, die meinten, wenn sie lange genug vom Umsturz schwafeln, werden andere die Sache einfach angehen oder es wird einfach über Nacht wahr. Hokospokus. 

Bleibt festzuhalten: Die 24 Umstürzler um Prinz Heinrich herum waren und sind nicht die einzigen. 
Auch wenn jene nur Armbrüste und Signalwaffen hatten (so wie es jetzt scheint), so sind diese noch immer aktiv, jetzt gewarnt und werden weiterhin ihr Ziel eines Umsturzes verfolgen. 
(Jetzt rächt es sich, wer in Grammatik nicht aufgepasst hat - auf wen bezieht sich "jene" und auf wen "diese"....)

Bleibt zu hoffen, dass andere durch diesen Fall aufgerüttelt werden und ihnen das "den Tod anderer in Kauf nehmen" ein wenig aus ihrer Wohlfühlphantasie aufweckt; "alles wird besser", "freie Energie für alle" und der übrige Schwurbelkram ist nichts, auf dem man einen Staat gründen kann.

Mittwoch, 14. September 2022

Nimm Abschied und gesunde!

Tja, die Überschrift hatte ich schon ausformuliert (bzw. Herr Hesse hat das für mich übernommen) und meinte dann dann wohl, ich wüsste noch, was ich schreiben wollte, denn seit Juni steht dieser Post als Entwurf im Hintergrund und harrt der Dinge, die ich schreiben wollte. 
 
Aber was wollte ich denn eigentlich schreiben?
Vielleicht von Victors Abschluss aus der Schule?
Der Abschied von den Nappels aus seiner Klasse. 
Ebenso von liebgewonnen und weniger liebgewonnenen Lehrer.
usw. usw. usw. 
 
Es mag sich ein jeder selber ausdenken, denn ich weiß gar nicht mehr, worum es ging. 
Tatsächlich habe ich auch gar nicht viel Lust zu schreiben. 
Mir ist da nicht nach. 
Zuviel Arbeit und viel zuviel, was ich privat um die Finger habe. 

Also bis bald.


Dienstag, 5. Juli 2022

Outlook tötet mich!

Wirklich wahr - was sich die Entwickler von Microsoft, hier Outlook im speziellen, so ausdenken, ist mit dem gesunden Menschenverstand nicht mehr zu erklären. 

So habe ich gerade nach einer E-Mail gesucht, die ein Angebot enthält. 
Suchbegriff QWERTY123456 (ja, es hieß natürlich anders, aber der Absurdität tut es keinen Abbruch).
Hat Outlook sogar gefunden. 
Nicht ohne mich zu fragen: Meinten Sie QWERZ 123456?

Spaßeshalber habe ich den Outlook-Vorschlag angeklickt. 
Das Ergebnis: Keine entsprechenden Einträge vorhanden. 

Warum wird dann so ein Müll vorgeschlagen. 
Falls Computer eines Tages die Macht übernehmen, wird die Menschheit entweder ganz fix untergehen,  weil KI den Mensch an sich als auszumerzenden Fehler erkennt, oder die Computer werden untergehen, weil sie einfach dämlich sind. 
Dazwischen gibt es nix.  

Dienstag, 1. Februar 2022

Der Verlust von ... eigentlich allem

Nach dem Verlust der Kindheit, dem Verlust der Unschuld und dem Verlust des Zusammenhalts
bleibt nicht mehr viel übrig, was wir in dieser Gesellschaft verlieren können.

Somit haben wir alles verloren, auch die kleinen Freuden des Alltags, die eigentlich das Leben so schön machen.

Weihnachtsgebäck - ist ab September zu bekommen. Im Internet bestimmt das ganze Jahr über.
Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen, Kekse - jederzeit verfügbar.
Essen - bringt der Lieferservice.
Die große Liebe - Parsh*p wird's schon richten.
Fernsehen - früher war es die "eine" Serie, die einmal in der Woche lief und wenn man die verpasste, war es ein Weltuntergang. Heute kann über einen Streamingdienst bis zum Erbrechen geguckt werden (neudeutsch: binge watching).
Kleine Geheimnisse - der Browserverlauf verrät alles, und wenn nicht der, dann die Werbung, die eingeblendet wird, weil sich die an den Sachen orientiert, die zuletzt angesehen wurden. 

Der Zauber, der dem Unbekanntem, der Unwägbarkeit innewohnte, den haben wir wegrationalisiert. 
Daraus ist letztendlich eine Leere in uns entstanden, die wir jetzt versuchen, durch lustige Filmchen auf Instagram, durch bunte Bilder auf Pinterest und alberen Postings auf Facebook zu füllen.
 
Wer sich noch an die "Unendliche Geschichte" erinnert, oder auch an "Momo" - das wird jetzt die kalte Wirklichkeit. Immer, wenn ich denken, noch schlimmer kann es ja kaum kommen, holt mich die immer schnellere Entwicklung unbarmherzig wieder ein.