Mittwoch, 14. Oktober 2026

Mit jedem Update wird es besser.

Mit Sicherheit bin ich der Einzige, der sich über die ständigen Updates, die alle paar Tage kommen, ärgert. 
Jedes Update bedeutet mehr Daten auf dem Smartphone oder auf dem Rechner. Gleichbedeutend mit weniger Speicherplatz für Dinge, die mir wichtig sind. 
Vor allem gibt es ständig Updates für Apps, die ich gar nicht nutze, die aber zwangsweise auf dem Handy vorinstalliert sind. 
Google drängt einem so Sachen auf, die gar nicht nötig sind und wenn es Menschen gibt, die genau das brauchen, sollen sie sich das eben runterladen.  
Für meinen Teil kann ich nur sagen: Diesen Kram brauche ich nicht. 

Nun kam eine Meldung, dass mein Smartphone "tolle neue Funktionen" hätte, die ich jetzt "entdecken" könne. 
Um es kurz zu machen: Müll, den ich nicht brauche. 
Weder tolle Kommunikationserlebnisse, noch irgendwelche Bildbearbeitungssachen. 

Mein Smartphone soll eine Funktion zum Telefonieren haben, und es sollen die paar Apps, die ich sinnvoll nutzen möchte, darauf laufen können. 
Alles andere kann und sollte runter. Teilweise weiß ich nicht einmal, was das ist und die Beschreibung ist so schwammig, dass ich dadurch auch nicht herausfinde, was es ist. Ergo: Brauche ich nicht. 

Fazit: Wir werden mit Sachen überschwemmt, die wir nicht brauchen, von denen uns aber weisgemacht wird, dass wir es täten und letztlich müssen wir es so hinnehmen, weil wir von den Funktionen der Telefone abhängig sind. 
 
Das Metaversum entsteht um uns herum in Echtzeit - und wir wollen es nicht wahrhaben. 

Samstag, 26. September 2026

Komm' auf die dunkle Seite

Als der erste StarWars-Film herauskam, war es klar: Das Imperium ist das personifizierte Böse und die Yedis sind die Guten. 
Tatsächlich ist diese ganze Filmserie so aufgebaut. Wobei man kritisch anmerken kann, dass die "Macht" sehr nebulös ist und bleibt. 
 
In der Zwischenzeit scheint aber die "dunkle Seite" ihre Anhänger zu finden. Nicht alle wollen "gut" sein. 
 
Hier ein kleiner Schritt zu "Momo" und ihrem Kampf gegen die Zeitdiebe. 
Ein auch nicht großer Schritt zu "1984" und der totalen Überwachung.
 
Mir scheint, es haben einige Leute diese Filme gesehen, diese Bücher gelesen und fanden die Visionen ansprechend. 
Dabei war deren Fokus nicht auf dem Kampf gegen das übermächtige Böse, sondern sie wollten diese neue Welt gestalten und davon profitieren. 

An den Schalthebeln der Macht sind nicht die Yedis, nicht die Erben Momos oder die, denen der totalitäre Staat von 1984 verhasst ist. 
Es sind diejenigen, die die grauen Herren losschicken, die jede Möglichkeit suchen, Menschen zu überwachen und ihnen alle Freiheit zu nehmen. 
Das ganze mit den gleichen Lügen, die schon Michael Ende vorausgeahnt hat:
"Das ist Fortschritt, das ist gut, Kontrolle gibt Sicherheit, Sicherheit gibt Freiheit."  
Genau so, wie die Erwachsenen in "Momo" Stück für Stück tiefer in die Spirale der Zeitsparkasse gezogen wurden, erst unmerklich, dann unumkehrbar, so passiert es nun mit uns allen. 
Willig umgesetzt von den Stormtroopers, die sich für die dunkle Seite entschieden haben, ohne zu wissen, welche Rolle sie eigentlich spielen. 
 
Wir fragen uns: Wo bleibt Luke Skywalker, wo bleibt Momo?
Das sind nur literarische Gestalten. Setzt keine Hoffnung auf sei. 
Aber die Wirklichkeit, die in diesen Geschichten beschrieben wurde, ist nun unsere Gegenwart. 

Alles in allem ist das ein erschreckender Gedanke. Ich habe gehofft, wer würde nicht wahr werden. 

Donnerstag, 24. September 2026

Der Fleck von Canterville

Unlängst habe ich auf einem weißen T-Shirt einen Fleck entdeckt. Nicht groß, aber ziemlich prominent über meinem Sternum platziert. 
Zunächst ist er mir kaum aufgefallen, weil es mehr wie ein Schatten wirkte. 
Doch nun tritt der Fleck mit jeder Wäsche stärker hervor und es ist auch noch ein zweiter, etwas kleinerer dazugekommen. 

Langsam finde ich das unheimlich. 

Freitag, 11. September 2026

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt...

... dann mache Limonade draus. 
So heißt der blöde Spruch weiter und ich wette drum, dass der aus Amerika kommt. 

Heute ist mir eine schöne Entsprechung eingefallen: 
Wenn das Leben Dir Arsen gibt, bringe einfach ein paar Leute um.  

Dienstag, 8. September 2026

Mal richtig die Muskeln spielen lassen...

Letztens im Fittnesscenter:
Ein junger Mann/älterer Jugendlicher, mit dem Gesicht einer Person, die etwas schlechtschmeckendes im Mund hat, hänget von einem Sportgerät sorgsam alle Gewichte von der "Aufbewahrungsstange", verteilte die auf umliegende Geräte und anschließend holte ich er sich zwei mittlere Gewichte, hat die auf die "Aufbewahrungsstange" von besagtem Gerät geschoben - eines auf die linke und einers auf die rechte Seite - und hat angefangen zu trainieren. 
 
Ich bin auch an diesem Gerät und schon ohne Zusatzgewicht ist es schwer, das Ding zu bewegen und zu stemmen. Daher kann ich es verstehen, dass er kein extra Gewicht draufhaben wollte. Aber warum er dann vorher so einen Aufwand getrieben hat - das erschließt sich mir dann doch nicht. 

Montag, 17. August 2026

... gibt es tatsächlich!

Hier muss ich es mal zugeben. 
Ich gehe nicht oft unter Leute. Auch nicht gerne und eigentlich nur dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt. 
Genauswenig interessiert es mich was gerade die neueste Mode ist, ob Jeans halblang oder über den Knöchel getragen werden. Sind Cargo-Hosen noch das Maß der Dinge oder will die keiner mehr sehen. 
Davon, wie sich junge Frauen schminken habe ich noch weniger Ahnung. Was sicher daran liegt, dass ich kein junges Mädchen bin, Bea sich gar nicht schminkt und Yolande sehr minimalistisch ist. 
 
So kam es, dass ich am Wochenende tatsächlich überrascht war, einige Frauen zu sehen (geschätzes Alter zw. 15 und 25, ich konnte das nicht einschätzen), deren Gesichter tatsächlich so aussahen, wie von den weiblichen XYZ-Promis, die einen aus der Werbung für's Trashfernsehen anspringen. 
Faltenlos, maskenhaft, "sonnengebräunt", Augenbrauen bestehend aus je einem schwarzen Strich und den Mund so mit Lippenstift bemalt, dass die Lippen
a) wie aufgespritzt aussahen und 
b) fast so breit wie hoch waren 
 
Jetzt bin ich ein Relikt einer vergangenen Zeit, aber ich fand das weniger hübsch als faszinierend. Wie teuer mag so ein Makeup sein? Wieviel Zeit benötigt ein Mensch, um es morgens aufzutragen, tagsüber instandzuhalten und abends wieder abzuschminken? Wie geht es der Haut, die da drunter kaum atmen kann?

Fragen über Fragen. 
Aber getraut habe ich mich nicht, die Kinder anzusprechen. Das wird einem heutzutage immer gleich negativ ausgelegt. Verständlich, ich fände es auch seltsam, zuzusehen, wie ein älterer Herr junge Mädchen auf ihr Aussehen anspricht. 
Bleibe ich also besser stumme und wundere mich.  

Freitag, 31. Juli 2026

Wasser ist knapp? Nehmt doch Salz!

Es war mal wieder soweit. 
Frau Stöhr hat einen ihrer Verwechsler von Sprichworten herausgehauen. 
Sie fühlte sich ungerecht behandelt und dieses Mal musste ich ihr sogar Recht geben. Kurz zuvor hatten wir drüber gesprochen, da trat diese Situation ein.
Das veranlasste sie zu sagen, das sei "Salz auf ihre Mühlen". 
Ja, Wasser ist knapp, aber es bleibt bei der Redewendung, "Wasser auf meine (seine, deine, ihre, deren...) Mühlen" - nämlich immer dann, wenn Ereignisse oder Ergebnise die eigene Meinung oder Ansicht bestärken oder unterstützen.
Salz wird in die Wunde gestreut - zum Beispiel, wenn man jemandem einen Fehler mehrfach "unter die Nase reibt" oder darauf "herumreitet", dass durch zu schnelles Fahren der Führerschein des Gegenübers gefährdet sei. 
 
Es hätte beides gepasst. Ohne Zweifel. Aber in dieser Kombi habe ich es noch nie gehört.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Das Rattenrennen

The Rat Race - so wird im Allgemeinen die Konkurrenz im Arbeitsleben beschrieben, zumindest im englischsprachigen Raum. 
Das Bild passt aber gut zu unserem "Hamsterrad" - man läuft und läuft und kommt nicht zum Ziel. 
In diesem Zusammenhang möchte ich einen Strip aus "Calvin and Hobbes" zitieren. Susi schlägt vor "House" zu spielen - die Entsprechung bei uns wäre "Vater, Mutter Kind". Als Calvin fragt, wie sie das machen sollen, antwortet Susi, man käme nach Hause, beschwert sich über seine Arbeit und streitet sich dann, wer dran ist, das Essen in der Mikrowelle (Microwave-Dinner, als Junkfood) aufzuwärmen.
 
Das ist schon eine sehr dystopische Vorstellung, wenn das Leben aus Gejammer über die Arbeit und schlechtes Essen besteht.  
Calvin and Hobbes werden seit über 30 Jahren nicht mehr gezeichnet.
Eines hat sich nicht geändert: Die Unzufriedenheit über die Arbeit ist größer geworden. Warum leben wir in einer Welt, in der fast jeder ungern zur Arbeit geht, sich ungerecht behandelt fühlt und ein System herrscht, dass einen dazu zwingt, sofern man nicht obdach- und arbeitslos sein möchte. 
 
Bin ich der Einzige, den das umtreibt? 

Dienstag, 14. Juli 2026

Sterben und sterben lassen

Nein, nicht launig, nicht witzig und auch gar nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. 
 
Vor etwa einer Woche ist ein Kollege gestorben. 
Am Montag nicht zur Arbeit gekommen - das kam einigen Verdächtig vor. 
Er lag im Bad, sein Rasierer lief noch und die Tasche für die Arbeit war schon gepackt. Das hat er sich bestimmt anders vorgestellt, denn er wollte noch einiges erleben. 
 
Heute Morgen kam dann die Nachricht, dass eine Bekannte von Victor ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Es war für sie der letzte mögliche Ausweg aus ihrer Situation. 
Dass es ihr nicht gutging, wussten wir. Damit gerechnet, dass sie zum letzten Mittel greift, habe wir nicht. 
 
Die Welt dreht sich einfach weiter und die Vögel singen ihr Lied. 
Manchmal fühlt es sich falsch an.  

Freitag, 5. Juni 2026

Der Verfall einer Kultur

Es gibt "skills", die eindeutig als Kulturleistung zu sehen sind und bei denen ich schon seit geraumer Zeit feststelle, dass sie im Schwinden begriffen sind.
Zum Beispiel, aus der Flasche trinken. 
Scheint für viele U40er ein ernsthaftes Problem zu sein. 
Ebenso das Binden einer Schleife oder die richtige Haltung und Handhabung von Messer, Gabel und Löffel. Von der Haltung bei Tisch reden wir besser gar nicht. 
Jeder der einen Führerschein hat, sollte in der Fahrschule das Anfahren am Berg geübt haben. Ich halte immer extra Abstand, wenn jemand am Hang vor mir steht. 
Aus gutem Grund!
Auch der grundsätzliche Sinn, warum und wann der Blinker aka Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen ist, scheint bei mindestens der Hälfte der fahrenden Bevölkerung nicht verstanden worden zu sein. Ja, dazu zählen 95% der BMW-Fahrer. 
Zum Schluss nochmal ein Wort zum Müll. Es war (zumindest bei den Schulen hier im Umkreis) so, dass Mülltrennung gelehrt wurde. Dazu gehörte auch, die Vermittlung von Wissen darüber, wie schädlich es ist, Abfälle einfach auf die Straße, aus dem Autofenster oder neben den Abfalleimer zu werfen.
Anscheinend ist es heute ein Geheimwissen, das vielen verborgen bleibt. 
 

Montag, 1. Juni 2026

Wer nicht fragt, der nicht gewinnt

Letztens beim Essengehen. 
Das Essen war gut, die Bedienung freundlich, auch das Ambiente stimmte und zum Abschluss wollte der Kellner noch einen draufsatteln und brachte 5 Gläser mit Schnaps. 
Hätte er gefragt, hätte er keinen Schnaps wegschütten müssen. 
 
Tatsächlich ist es eine nette Geste, aber nachdem Yolande und ihr Freund abgelehnt hatten, war er doch etwas verunsichert und blickte etwas panisch in unsere Runde, ob er sich beim Alter vielleicht etwas vertan hat - Alkohol an Minderjährige auszuschenken, ist so eine Sache. 
Jetzt sind alle Kinder schon in den 20ern - nur trinken diese beiden eben kein Nervengift. Ich, als Fahrer, habe auch dankend verzichtet - Victor hat mich böse angesehen, weil er mein Glas gerne noch genommen hätte. Dann hat er Bea böse angesehen, die zwar aus Solidarität mit Victor und weil ihr der Kellner etwas leid tat, einen Schnaps genommen und getrunken hat. 
Denn ihr schmeckte der gar nicht und Victor meinte, er hätte den ja bekommen können. 

Vielleicht hätte der Kellner etwas ahnen können - zwei alkoholfreie Radler, ein alkoholfreies Erdinger, eine Flasche Wasser und ein Bier. 
Kann es sein, dass da jemand nicht so auf Alkohol steht?