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Donnerstag, 28. November 2024

Ein Wiedersehen - aber nicht unbedingt lustig.

Es wird immer viel darüber geschwallert, ob "Serien gut gealtert" seien.
Bei Friends wird bemängelt, dass zu viele Weiße mitspielen, bei Two And a Half Man ist jetzt irgendwann aufgefallen, dass sich mindestens eine Person toxisch verhält, Sex And The City ist bieder, blablabla. 
Erstens sollten Serien immer aus der Zeit heraus verstanden werden, zweitens sind sie nicht gedreht worden, um politisch korrekt oder "woke" zu sein.
Drittens hat man vor zwanzig oder dreißig Jahren über andere Sachen gelacht und auch einiges anders gesehen, als heute. 

Aber beim Wiederansehen von der BigBangTheorie ist uns noch etwas ganz anderes aufgefallen: Einige Folgen sind wirklich anstrengend. 
Ja, es sind Nerds. Ja, sie sind überzeichnet. Ja, bei einigen Dingen denken sie komplizierter, als Normalos. Ja, einige Handlungsstränge wirken übel konstruiert. 
Eine ganze Reihe von Episoden sind witzig, weil es diese Spannung zwischen "normal" und "nerdig" gibt. Auch, weil sich die Superschlauen so oft selber im Wege stehen und so wenig Verstädnis für andere(s) haben. 
Trotzdem sind einige Folgen (speziell in der ersten Staffel) so hölzern und kompliziert, dass es schon weh tut. Da spreche ich auch nicht von Fremdscham, sondern einfach davon, dass völlig (!) am Leben vorbei gehandelt wird. Aber ohne dabei selbstironisch oder witzig zu sein. 
Es liegt sicher auch daran, dass die Folgen von verschiedenen Autorenteams geschrieben werden und oft vermisst man einen roten Faden oder eine Kohärenz. Gute Ansätze verbleiben Ansätze und zentrale Elemente verschwinden in der Versenkung, bzw. tauchen nur sporadisch auf, wenn es gerade mal passt. 
Wieviel Potential wird da verschenkt und es entstehen viel zu viele Löcher im BigBang-Kosmos. 

Wirklich schade, aber im Nachhinein lässt es sich nicht mehr ändern und Gemecker darüber ist genauso sinnfrei wie darüber, ob die Serien heute noch "genauso" gedreht werden könnten oder ob die Zeit alle Ecken und Kanten abgeschliffen hätte.

Montag, 21. Oktober 2024

"Warum hassen Sie mich"

Kennt noch jemand die Folge aus der Serie "Friends", in der Chandler (durch eine Verkettung unglücklicher Umstände) alleine im Theater in einer One-Woman-Show sitzt, in der eine Schauspielerin eine Darbietung einer frustrierten Frau auf die Bühne bringt?
Chandler fühlte sich wirklich deplatziert - nicht nur, weil es wirklich nur um Frauenthemen ging, sondern auch, weil er alleine in der ersten Reihe saß - komplett im Focus der Darstellerin und da niemand neben ihm saß fühlte er sich auch immer direkt angesprochen.

Ein bisschen so fühlten wir uns auch, als wir zur offenen Vorlesebühne gegangen sind. 
Victor hatte sich in den Kopf gesetzt, dort etwas vorzutragen, was er selber geschrieben hat.
So saßen wir also im leidlich gefüllten, aber hübsch dekorierten Publikumsraum und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
Ein Mittfünzigerin, alternativ gekleidet, betrat die Bühne, sezte sich, sprach eine kurze Begrüßung mit einer Ankündigung, wer alles lesen wolle und dass Hubert mit der Gitarre für etwas musikalische Umrahmung sorgen würde. 
 
Das Spiel begann, es wurde gelesen: Kurzgeschichten, Gedichte, Hörspiele, selbstgeschriebenes, gefundenes und auch etwas frei vorgetragenes. 
Victor war an zweiter Stelle und so hegten wir die Hoffnung, nach der Pause gehen zu können.  
Nicht, dass es langweilig oder enttäuschend gewesen wäre, aber an einem Sonntagnachmittag könnte man bei gutem Wetter auch etwas im Garten tun. 
Doch Victor wollte bleiben und alle anderen auch. Der Raum war nach der Pause so voll, wie vor der Pause. Es gab keine Peinlichkeiten, nichts, wo man schreiend rausrennen wollte, es war alles in Ordnung. Fast schon enttäuschend, dass es keinen Lapsus gab, nichts, über das man hätte etwas meckern können. Professionell, freundlich, die Qualität durchaus vernünftig. Die Atmosphäre durch und durch positiv. Niemand hat gebuht, es wurde immer geklatscht und schließlich gab es später sogar noch direkten Zuspruch für Victor, dem einige gesagt haben, wie sehr sie sich in seinen Gedichten wiedergefunden hätten.

Wir haben uns bei dem Gedanken erwischt, auch zur nächsten freien Vorlesebühne zu gehen - ganz freiwillig.

Dienstag, 10. September 2013

Im Visier der Ermittler

Eigentlich haben wir am Wochenende oft "Friends" (DVD) geguckt.
Das ist immer etwas albern, manchmal auch tiefsinnig und als Zuschauer ist man in der bequemen Lage, deren Irrungen und Wirrungen nicht selber mitmachen zu müssen, sondern sie mit einer amüsierten Distanz sehen zu können.

Derzeit läuft sonnabends aber immer ein Block von drei NCIS-Folgen.
Darum verstauben die "Freunde" im Schrank, weil die Fälle des NCIS spannend sind.

Lassen wir den Inhalt und alles mal beiseite und betrachten, warum diese Folgen gedreht und gezeigt werden:
Es finden allerlei Morde statt, die stets aufgrund von Mobiltel.-überwachung, Gesichtserkennungssoftware, Bankkonten-Check und so weiter, aufgeklärt werden.

Kurz gesagt: Es wird alles das genutzt, wogegen wir uns so wehren und was wir nicht haben möchten: Datenspeicherung von E-Mail-Verkehr, Mobiltel.-Daten, alle Dokumente, Lebensläufe, Führerschein, was auch immer gebraucht wird.

Wohlgemerkt nicht nur von Verbrechern oder Leuten, die mit sicherheitsrelevanten Daten zu tun haben - egal, wer, sie finden ihn.
Ganz egal, ob unbescholtener Bürger, zwielichtiger Einwanderer oder gestandener Soldat.

Das heißt im Umkehrschluss - jeder kommt in die Datei.
Früher gab es eine Verbrecherkartei, und die wurden überprüft.
Jetzt gibt es eine Datei für alle - somit stehen alle unter Generalverdacht.

Ist das nicht beängstigend?
Wer nun meint, es sei nicht schlimm und wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu befürchten, dem sei gesagt, es gab auch schon Fälle, wo Daten missbraucht und geklaut wurden.


Somit meine Frage: Laufen die NCIS-Serien, um uns dahingehend zu beeinflussen, dass wir all die neuen "Errungenschaften" gut finden?

Freitag, 28. Juni 2013

Friends

Die Serie "Friends" wurde von 1994 bis 2004 gedreht und ausgestrahlt - in D natürlich mit etwas Verzögerung.
In einer Folge, die etwa 95 oder 96 gelaufen ist, hat Joey eine Rolle als Arzt in "Zeit der Sehnsucht" ergattert und dadurch einigen Erfolg.
So verwundert es nicht, dass eine Folge sich mit der Schattenseite der Berühmtheit befasst; Joey wird von einem "Fan" verfolgt. Der Fan in der Serie ist eine Frau und meint, Joey sei wirklich Arzt.
Die Schauspielerin spielt ihre Rolle als Fan, als sei sie nicht ganz zurechnungsfähig oder vielleicht auch von ihrer Verehrung für den "Arzt" Joey "besessen".

Im englischen Original wird von "Joey's personal stalker" gesprochen, die deutsche Übersetzung macht daraus "Joeys persönlichen Fan".
Das tut der ganzen Handlung keinen Abbruch, doch zeigt es ganz deutlich, dass "Stalker" Mitte der 90er in D noch kein Thema waren.

Zumindest keines, dass mit diesem Namen benannt wurde.
Es weiß nur heute niemand mehr, was man damals dazu sagte.