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Donnerstag, 8. Mai 2025

Google weiß viel - aber nicht alles.

Heute morgen wusste Google 3 1/2 Stunden nicht, wo ich war. Für die Datenkrake war ich unsichtbar. 
Was habe ich gemacht? Ich habe mein Handy ausgestellt und bin zur Arbeit gefahren, ohne eine Spur zu hinterlassen. 
Erst um 10.00 Uhr habe ich das Handy wieder angestellt. 
Somit bin ich sozusagen aus dem nichts wieder aufgetaucht.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

Endes schwieriges Frauenbild

Nun gibt es ja diese Bewegung, die aus alten Büchern alles tilgen möchte, was aus heutiger Sicht politisch nicht mehr korrekt erscheint. 
So ist der Vater von Pippi Langstrumpf schon länger kein "Negerkönig" mehr, sondern ein "Südseekönig".
So wenig, wie er vormals über die "Neger" geherrscht hat, so wenig herrscht er nun über die Südsee. 
Der eine, wie der andere Begriff passt nicht. Allerdings haben die Eingeborenen ihn zum König gemacht - im Gegensatz zur Südsee. 
Ein Sternchen mit Fußnote wäre schön gewesen, auch Kinder verstehen eine Erklärung wie: Als das Buch geschrieben wurde, war "Neger" eine gebräuchliche Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen und nicht unbedingt abwertend gemeint. Heute wird der Begriff vermieden.
Dann könnte eine Reihe alternativer Begriffe genannt werden. 


Schon schwieriger wird es bei Michael Endes "Jim Knopf", denn Lukas schlägt vor, das dunkelhäutige Baby "Jim" zu nennen, weil es ein "Negerkind" ist. 
Wow, das klingt nicht nur heute böse rassistisch, sondern war es damals auch schon. Vor allem, den Namen "Jim" mit der Begründung zu wählen, weil das Kind dunkelhäutig ist. 
Wie will man das "reparieren"? Soll es nun so heißen: "Wir nennen ihn Jim, weil er dunkelhäutig ist"?
Wäre das weniger rassistisch? Ebenso schwierig wäre: "Wir nennen ihn Jim, weil er ausssieht, wie ein Jim"? Der Punkt ist zu verstehen? Nur der Austausch von einzelnen Wörtern macht einen Text nicht weniger rassistisch. 
Aber ist es auch rassistisch gemeint? Sehen wir uns das liebevolle, väterliche und freundschaftliche Verhältnis von Jim und Lukas an. Da spielt die Hautfarbe eigentlich nur in sofern eine Rolle, dass sich Jim bei Lukas wohlfühlt, weil auch Lukas` Haut dunkel ist und da sehen wir schon, wie sehr Ende sich in Jim hineinversetzt hat und nachfühlen kann, wie es einem Farbigen inmitten einer weißen Gesellschaft geht. 
In meinen Augen geht dieser Punkt an Herrn Ende. 

Deutlich schwieriger wird es, wenn wir einen Punkt betrachten, über den selten bis nie etwas zu lesen oder zu hören ist. Die Frauen in Endes Buch. 
 
Es treten in zwei Bänden vier Frauen auf - drei werden im ersten Band vorgestellt und im zweiten Band kommt die Vierte dazu.
Alle anderen Protagonisten sind Männer, siebzehn - sollte ich mich nicht grundlegend verzählt haben. Von der Wilden Dreizehn noch gar nicht zu sprechen, denn mit denen kommen (Spoiler-Alarm!) zwölf weitere dazu. Damit stehen 29 männliche Sprechrollen (große Auftritte habe nicht alle) 4 Frauen gegenüber. 

Die Männer sind großherzig, mutig, karrierbewusst, ausgesprochen einfältig und gehorsam, antiautoritär eingestellt, dienstbeflissen oder intelligent. Nicht alles zugleich, sondern schön auf die guten und auf die bösen Menschen aufgeteilt.

Was bleibt da für die Frauen übrig?

Frau Waas ist liebevoll, ein wenige anarchistisch und auch mutig - sie behält das Negerbaby obwohl sie große Angst hat, dass ihr "Betrug" auffliegt. Aber Ende verleiht ihr auch Eigenschaften, die sie in keinem guten Licht dastehen lassen. Sie ist betulich, wie eine alte Tante. Erscheint ungebildet und weiß nicht, "was für Leute Drachen sind", zwar ist sie gut um Haushalt (nähen, kochen, backen), aber damit wird eher das "Hausfrauenimage" zementiert. Zudem ist sie immer wieder ängstlich und stets besorgt.
Dabei aber auch wieder passiv - sie lässt es einfach geschehen, dass Jim heimlich abhaut. 
Unter uns: Bea hätte die Welt aus den Angeln gehoben, hätte eines ihrer Kinder so etwas gemacht. 
Die Kinder dürfen gerne in die Welt ziehen - aber nicht ohne, dass man weiß, wo sie abbleiben. 

Prinzessin Li-Si erscheint ebensowenig in einem guten Licht. Sie ist zwar sehr intelligent, aber auch listig, aufmüpfig, frech, naseweis, ängstlich und besserwisserisch. 
Sie ist nicht einmal emanzipiert und forsch, weil sie die gleichen Rechte einfordert wie Jim sie sich rausnimmt (auf Abenteuerfahrt gehen), sie möchte es bloß, weil sie trozig ist und das ungerecht empfindet - da hat sie nicht einmal Unrecht und Jim ist da auch nicht sonderlich diplomatisch. 
Aber sie zeigt eher ein unreflektiertes Verhalten, als den Willen zur Veränderung des Status quo an sich. Jim und sie begegnen sich im Konflikt auf Augenhöhe. Vor allem lässt Jim hier ziemlich deutlich den Macker oder Macho raushängen.

Fau Malzahn ist die böse Antagonistin in Person. Boshaft, rachsüchtig, uneinsichtig, rassistisch (aber darüber spricht ja wieder niemand). Als "Goldener Drache der Weisheit" ist sie zwar allwissend, aber schweigsam und spricht nur mit Jim und Lukas. 
Ja, nun ist sie auch dankbar, aber sympathisch macht es sie nicht.
 
Prinzessin Sursulapitschi, die Meerjungfrau, hat eine etwas beschränkte Sichtweise, wenige Verständnis für die Bedürfnisse anderer, ist dafür aber hilfreich und niedlich. 

Für ein positives oder gar progressives Frauenbild spricht das nicht.
Jim und Lukas werden als antiautoritär, mutig und entschlossen gezeigt. 
Männer der Tat, die allen Widrigkeiten der Welt trotzen, einem ungewissen Schicksal, vielleicht auch dem Tode mit einem grimmig lachenden Gesicht entgegengehen. 

Tja, und die Frauen: FrauWaas versorgt den Haushalt, am Anfang vom zweiten Buch wird erzählt, dass Li-si bei ihr lernt/lernen soll, einen Haushalt zu führen. In den großen Ferien, wohlgemerkt.
Malzahn ist eine Lehererin - hui! Das macht Lust auf Schule und die kleine Sursulapitschi tanzen vergnügt und etwas weltfremd durch ihr Leben. 

DAS ist alles nicht mehr zeitgemäß. Aber alles am "N"-Wort aufzuhängen, greift zu kurz.

Dienstag, 12. November 2024

Was wird hier eigentlich passiert?!

Gute Frage: Was passiert eigentlich gerade so um uns herum?
Die FDP begeht politischen Selbstmord, die SPD stolpert hinterher. 
Die CDU gibt Töne von sich, die sie anscheinend von den 10 Jahre alten PEGIDA-Parolen abgeschrieben haben, die AFD lehnt sich zurück, reibt sich die Hände und freut sich, dass ihre böse Saat aufgeht und Sarah Wagenknecht arbeitet daran, ihr neues Bündnis auf Linie zu bringen - mit dem Ergebnis, dass sie auch die Partei implodieren lässt - wie zuvor schon die Linke. 
Es bleiben die Grünen, die aber auch nicht mehr viel vom frechen Witz der 80er haben erhalten können. 
Sieht also düster aus. 
Nun stellt sich auch noch heraus, dass Taylor Swift auf ihrer Eras-Tour von Autopitch unterstützt zu Musik vom Band trällert und einige Gesangspassagen sogar gänzlich vom Band kommen. 
Da wird es doch gleich noch etwas düsterer. 
 
An solchen Tagen möchte ich mich eigentlich nur etwas in die Sonne stellen und ihre Wärme auf meiner alten Haut spüren. 

Montag, 11. September 2023

Wie wir sprechen und gesprochen haben.

Der Blick zurück offenbart oft,wie sich die Dinge verändern. 
"ALF" war in den 80ern ein großer Hit. Victor hat sich mit seiner Freundin auch mal einige Folgen angesehen und wir ebenso. 
Wie spannend, dass Lynn ihm sagt, der für ihn gebackene Kuchen sei eine "fertige Mischung" gewesen. 
Da schließe ich draus, dass "Fertigmischungen" zu der Zeit bei uns noch unbekannt waren.
Dafür wird dem Zuschauer aber zugemutet, dass er weiß, was ein "Nassauer" ist.
Vielleicht wurde dem Publikum damals noch eine halbwegs umfassende Allgemeinbildung unterstellt. 

Bei "Friends" geht es in einer Folge darum, dass Joey seinen "privaten Fan" habe. Im Original ist es ein "Stalker" - auch das ist ein Begriff, der uns Mitte der 90er noch unbekannt war. Heute klingt das sehr merkwürdig, aber bestimmte Dinge sind erst später zu uns rübergeschwappt. 

Ein letztes Beispiel?
In "Frühstück bei Tiffany" erzählt Holly von ihrem Bruder Fred, der so groß geworden sei und führte es auf den großen Konsum von Haferflocken zurück. 
Haferflocken?? Echt jetzt?
Nein, im Original (und auch im Buch (deutsche Übersetzung) spricht sie von Erdnussbutter (bzw. Peanut Butter), was auch mehr Sinn ergibt, denn Erdnussbutter ist sehr energiereich. Aber dem deutschen Publikum war dieser typische amerikanische Aufstrich in den 50er Jahren wohl nicht zuzumuten. Heute ist er jedem Kind bekannt, aber damals anscheinend nicht, sonst hätte man es nicht gegen Haferflocken ausgetauscht. 

Haltet die Augen und Ohren offen, welche Worte uns in 10 Jahren begegnen, die bei uns heute unbekannt sind und ausgetauscht werden, aber anderswo schon lange gebräuchlich sind.

Mittwoch, 30. August 2023

Absolut kein Verlass!

Da musste ich außerplanmäßig zum Arzt, habe mich angemeldet, durfte im Wartezimmer platznehmen und habe mich auf eine entspannte Lektüre von Spiegel und Stern gefreut. 
Zack, wurde ich aufgerufen und hatte doch gerade erst das Editorial (oder wie das Vorwort beim Stern auch immer heißt) fast(!) durchgelesen. 
 
Wie kann das angehen, wo sind die Stunden Wartezeit hin verschwunden?
Es ist auf nichts mehr Verlass!

Dienstag, 13. Juni 2023

Der Zug hat keine Bremse

Bea und ich waren zu einer Goldenen Hochzeit eingeladen. 
Für alle, die das nicht wissen - Goldene Hochzeit bedeutet, 50 Jahre ohne Unterbrechnung mit der gleichen Person verheiratet zu sein. 
 
Die gut in Mathe sind, haben schnell mitgerechnet und wissen, dass die Hochzeit 1973 stattgefunden haben muss.
 
Damit ich nicht noch mehr langweile, als ich das sowieso schon tu, bringe ich die Pointe zuerst. 
Es wurde exakt so gefeiert, wie die Alten es schon Anno '73 gemacht haben. 
 
Das "Hochzeitsessen" war klassisch (zumindest für unsere Region): Vorsuppe, zwei Sorten Fleisch, Soße, Gemüse, Kartoffeln, Kroketten. Etwas genauer gesagt: Es gab zwei Soßen, passend zu den zwei Sorten Fleisch. Von allem reichlich - ein Zugeständnis an die neue Zeit war dann doch zu finden; wer wollte, konnte vegetarisch essen. 
Nach dem Hauptgang gab es Eis, genauer: Eistorten. Viele Eistorten. 
Ja, zugegeben, die Auswahl war vermutlich nicht nur größer, als '73, die Sorten waren auch sehr modern. 
Tatsächlich schmeckte alles, was aufgetischt wurde. 
 
Es gab eine Rede vom Goldpaar, die Kinder haben etwas vorgeführt und dann wurde getanzt. 
Was können die Alten tanzen!!
Obwohl es wirklich warm war, blieb das Jacket am Mann und der Schlips am Hals. 
Dabei wurde wirklich viel getanzt. "Damals" war die Tanzschule noch gut und die haben ja schon viel in ihrem Leben getanzt. Das war zu merken, die konnten nicht genug bekommen. 
Keine Rede davon, dass die Feier lahm war oder sich die Reihen gegen 10 Uhr abends lichten. 
Die Alten waren gut dabei. 

Nur die Musik war nicht so das Wahre. Warum muss auf einer goldenen Hochzeit der deutsche Schlager gespielt werden, der nur von Andrea Berg bis Helen Fischer reicht. 
Waren die in den 70er Jahren nicht in ihren Zwanzigern. Haben die wirklich nur Schlager gehört? Die internationalen Tanzhits wurden auch im Nachkriegsdeutschland gespielt. 
Leider Fehlanzeige. Kein Jefferson Airplain, kein Elton John, kein Pianoman, kein Queen, nichts von den Jackson Five - alles Sachen die tanzbar sind und sicher auf jeder Fete gelaufen sind. 

Gegen 2 haben dann einige junge Leute noch eine Polonäse organisiert, zu "Der Zug hat keine Bremse" ging es durch den Saal. Ob das jetzt einer der Höhepunkte der Feier oder der Tiefpunkt der Musik war, bleibt dem Betrachter überlassen. Für uns war es Zeit die Alten zurückzulassen - man ist ja keine Vierzig mehr.

Dienstag, 5. Juli 2022

Outlook tötet mich!

Wirklich wahr - was sich die Entwickler von Microsoft, hier Outlook im speziellen, so ausdenken, ist mit dem gesunden Menschenverstand nicht mehr zu erklären. 

So habe ich gerade nach einer E-Mail gesucht, die ein Angebot enthält. 
Suchbegriff QWERTY123456 (ja, es hieß natürlich anders, aber der Absurdität tut es keinen Abbruch).
Hat Outlook sogar gefunden. 
Nicht ohne mich zu fragen: Meinten Sie QWERZ 123456?

Spaßeshalber habe ich den Outlook-Vorschlag angeklickt. 
Das Ergebnis: Keine entsprechenden Einträge vorhanden. 

Warum wird dann so ein Müll vorgeschlagen. 
Falls Computer eines Tages die Macht übernehmen, wird die Menschheit entweder ganz fix untergehen,  weil KI den Mensch an sich als auszumerzenden Fehler erkennt, oder die Computer werden untergehen, weil sie einfach dämlich sind. 
Dazwischen gibt es nix.  

Dienstag, 1. Februar 2022

Der Verlust von ... eigentlich allem

Nach dem Verlust der Kindheit, dem Verlust der Unschuld und dem Verlust des Zusammenhalts
bleibt nicht mehr viel übrig, was wir in dieser Gesellschaft verlieren können.

Somit haben wir alles verloren, auch die kleinen Freuden des Alltags, die eigentlich das Leben so schön machen.

Weihnachtsgebäck - ist ab September zu bekommen. Im Internet bestimmt das ganze Jahr über.
Süßigkeiten, Schokolade, Kuchen, Kekse - jederzeit verfügbar.
Essen - bringt der Lieferservice.
Die große Liebe - Parsh*p wird's schon richten.
Fernsehen - früher war es die "eine" Serie, die einmal in der Woche lief und wenn man die verpasste, war es ein Weltuntergang. Heute kann über einen Streamingdienst bis zum Erbrechen geguckt werden (neudeutsch: binge watching).
Kleine Geheimnisse - der Browserverlauf verrät alles, und wenn nicht der, dann die Werbung, die eingeblendet wird, weil sich die an den Sachen orientiert, die zuletzt angesehen wurden. 

Der Zauber, der dem Unbekanntem, der Unwägbarkeit innewohnte, den haben wir wegrationalisiert. 
Daraus ist letztendlich eine Leere in uns entstanden, die wir jetzt versuchen, durch lustige Filmchen auf Instagram, durch bunte Bilder auf Pinterest und alberen Postings auf Facebook zu füllen.
 
Wer sich noch an die "Unendliche Geschichte" erinnert, oder auch an "Momo" - das wird jetzt die kalte Wirklichkeit. Immer, wenn ich denken, noch schlimmer kann es ja kaum kommen, holt mich die immer schnellere Entwicklung unbarmherzig wieder ein. 


Montag, 15. November 2021

Wenn Idole nicht mehr so ideal sind...

Tenorsaxophon, das war immer mein Traum.
Der rauchige Subtone, das jazzige Image, das coole Aussehen.

Aber mein Vater hat sein Tenor schon vor Jahrzehnten verkauft, und spielte auf einem Altsax.
So blieb mir nix anderes übrig, als auch Altsax zu spielen.

Über das Alto kam ich dann zu Candy Dulfer, die war frisch, sexy und funky.
Wobei mich vor allem die Musik ansprach.
Der Funk hat mich begleitet und hier war halt das Altsax viel präsenter, als das Tenor.

Zwischenzeitlich hatte ich mir ein Tenor geliehen, aber der Funke sprang nicht recht über.
Dann kam das Bariton, was mich so sehr fasziniert hat, dass ich mir Jahre später ein eigenes zugelegt habe. Aber das Alto blieb und bleibt die Nr. eins!

Candy spielt Alto, weil ihr das Tenor zu schwer ist, auch wenn sie meint, das Altsax sei ein Girlie-Instrument. Aber auf auf dem Girlie-Sax spielt sie unglaublich virtuos, funky, dreckig und laut.
Der Funk kennt viele Spielarten. Der von Candy Dulfer, Maceo Parker und Fred Weasley gefällt mir gut. 
Musikalisch entwickelte Candy sich weiter, so muss es ja auch sein.
Es wurde sehr elektronisch, die Drums kamen aus dem Rechner, Hupfdohlen sprechgesangen und MC's rappten ihren Kram.
Während Ende der 90er böse Zungen behaupteten, Candy sei in den 80ern stehen geblieben, finde ich, dass sie sich heute anhört, als sei sie in den 90ern angekommen.
Ein Jahrzehnt, dass musikalisch nicht meinem Geschmack entsprach und -spricht.
Auch ihre neueste CD (LP, Download - was immer ihr wollt) findet keine Gnade vor meinen Ohren.
Es klingt weichgespült und beliebig, nichts, wo der Fuß wippt, das Herz im Takt zuckt und man am liebsten aufspringen und tanzen möchte.
Langweilig.
Fertig aus.

Am Alter kann es nicht liegen: Maceo Parker ist funky, wie eh und je.
So ist es halt. Das Idol meiner Jugend hat mir nicht mehr viel zu sagen.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Bienenstich...

Dieses Jahr hatten wir wenig Mücken. 
Nicht, dass ich um entgangene Stiche weine - aber es ist auffällig, dass es so wenige Viecher gibt, obwohl uns ein Mückenjahr prophezeit worden ist. 
Auch das Wetter passte gut für sie. 
In unserer Wäsche (besonders den dunklen Hosen), die draußen trocknet, haben sich die Jahre zuvor gerne dicke Nachtfalter versteckt. Grundsätzlich musste man die Wäsche einmal wenden, bevor man sie in den Wäschekorb legte. Dieses Jahr gab es kaum fette Falter. 
Klar, es gibt immer mal Schwankungen, aber es fällt auf - wenig Motten, wenig Weberknechte, wenig Mücken, wenig Vögel. Selbst in den relativ unaufgeräumten Gärten in der Nachbarschaft mit wilden Ecken und allem drum und dran, macht es sich bemerkbar, dass die "wilden" Tiere auf dem Rückzug sind. 

Dienstag, 28. September 2021

Homosexuelle sind der Untergang des Abendlandes

Na, auch wegen der provokanten Überschrift hierhergeklickt?
Dann sage ich das am besten gleich:
Hier wird einfach ein Gedanke etwas überspitzt und satierisch auf den Punkt gebracht.
Ich schreibe das lieber gleich, weil Satiere, Ironie und selbst blanker Unsinn in Deutschland generell ernst und für bare Münze genommen wird.

Wem verdanken wir einige der besten Stücke Literatur, unvergessliche Musik und bahnbrechende Filme?
Ganz klar, homosexuellen Künstlern.
Thomas Manns "Zauberberg" und "Tonio Kröger"
Tennessee Willams "Katze auf dem heißen Blechdach" oder die "Glasmenagerie"
Freddy Mercurys Musik
...
Jedem werden wohl Beispiele einfallen, sei es in Kunst oder Bildung, Forschung oder Technik.

Die Beatles sind bekannt geworden, weil Brian Epstein von den Jungs fasziniert war und aus einschlägig bekannten Gründen keine Familie gegründet hat.
Also wurden die Beatles seine Familie und er kümmerte sich intensiv um deren Erfolg.

In Manns Werken stecken viele Anspielungen auf seine unterdrückte Neigung und auch bei anderen Künstlern ist die verdrängte Sexualität oft zur Triebfeder ihrer Werke und Arbeiten geworden.

Die Kinder, die aus den evtl. geschlossenen Ehen hervorgingen haben die künstlerischen Neigungen oft geerbt und auf die eine oder ander Weise umgesetzt.

Aber was sehen wir jetzt?

In unserer pluralistischen Gesellschaft darf jeder so homo oder bi oder hetero sein, wie gerne möchte.
Wer mit Latexmaske zur Arbeit geht oder sich als Pferd verkleidet durch die Straßen treiben lassen möchte, kann das tun. Es interessiert irgendwie auch niemanden mehr so richtig.

Wo bleibt jetzt der Untergang?
Ganz einfach, da wo kein Zwang mehr besteht, entsteht auch keine Kunst mehr. Die Kraft, die Energie, die sich vorher kreativ entladen hat, kann nun auf ein normales Leben aufgewendet werden.
Also verarmt die Künstlerlandschaft, weil keiner mehr den Drang verspührt, sich auf einer Metaeben auszutoben - geht jetzt ja auch einfacher.

Weiterhin pflanzen sich diejenigen, die sich dennoch künstlerisch ausdrücken müssen, nicht mehr fort. Für den Einzelnen ist es ein Segen oder eine Befreiung, denn mit einer unterdrückten Sexualität zu leben ist kein Spaß, wieviele Selbstmorde auf das Konto von Unterdrückung Repressalien geht, ist wohl nirgendwo erfasst, müsste aber enorm sein.
 
Doch die Kultur-Gesellschaft zwingt es in die Knie.
Kein künstlerischer Ausdruck, keine frischen Ideen, niemand mehr, der uns den Spiegel vorhält.
Zu guter Letzt werden auch die kreativen Gene nicht mehr weitergegeben und in dieser Folge verarmt die Kultur Europas.  
 
Freue mich auf Eure geschätzten Kommentare zu diesem brisanten Thema.  

Dienstag, 31. August 2021

Der große Umsturz

Frau Stöhr platzte damit heraus: Eine Freundin hätte ihr gesteckt, dass innerhalb der nächsten sieben Tage ein General-Lockdown geplant sei. 
Kein Strom, kein Wasser und danach solle alles besser werden. 
Sie würde sich jetzt eindecken und wir sollten das auch tun. 

Nun sind wir gut eingedeckt. Victor hat sich eingehend mit verschiedenen Szenarien beschäftigt und daher haben wir die offizielle Notrationen-Liste zwar nicht 1:1 umgesetzt, aber doch als Orientierung genommen. Allerdings hängen wir das nicht an die große Glocke. 
Es kann jederzeit etwas passieren. 
Das europäische Stromnetz ist fragil, teils marode und ein Stromausfall kann uns täglich treffen. 
Da sprechen wir auch gleich von Tagen ohne Strom und nicht nur für ein oder zwei Stunden. 

Was mich aber umtreibt ist der Umstand, wie sich die Nachricht vom "großen Lockdown" verbreitet und auch unreflektiert weitergegeben wird. 
Vor allem höre ich immer "die" und "es wird alles besser" und "wird umorganisiert"...
Auf die Nachfrage, wer denn den Lockdown ausrufen, wer ihn umsetzen und überwachen wird, bekomme ich keine Antwort. Auch was "alles besser" werden soll, bleibt nebulös. 

Noch hat die Woche ein paar Tage, es kann viel passieren, aber was ist nun, wenn die Sache einfach so dahingeht, ohne Lockdown, ohne Umsturz, ohne Stromausfall...
Dann sitzt Frau Stöhr auf einem Zentner Grillkohle, 30 Dosen Ravioli und einigen Kisten mit Dauerwurst.

Mittwoch, 11. November 2020

Identische Symptome

Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden (also noch vor Corona) plauderten wir über dies and das.
So kam es zur Sprache, dass deren Sohn in den schönen Frühjahrs- und Sommermonaten
mit dem Fahrrad zur Schule gefahren ist. Immerhin sind das fast 20km. Für sich genommen
ist das schon eine reife Leistung. Dann stellt der Herr Papa allerdings fest, dass sich das Rad nur
schwer bewegen ließ. Die Rücktrittbremse war irgendwie halb fest, die Bremsbeläge schleiften,
alles in allem Kleinigkeiten, die den Fahrgenuss doch schmälerten.
Doch nichts, was sich nicht mit etwas Werkzeug und Zuwendung zu beheben ging.
Nun fährt das Rad wieder leicht und gut, der Sohn ist begeistert.

Wenn ich daran denke, wie es "früher" war...
Im Alter zwischen 10 und 17 habe ich viel an meinem Rad geschraubt.
Das Rad war ein "Rennrad", das ich als Werbeprämie für den Bertelsmann Club bekommen habe.
Also ein "normales" Fahrrad ohne Schutzbleche und Beleuchtung, dafür mit 10-Gang-Schaltung,
Rennlenker mit entsprechenden Bremshebeln und Pedalen, an denen Schnallen für die Füße
waren. Irgendwann war die Welle vom Tretlager ausgenudelt und musste ersetzt werden,
dem Zahnkranz habe ich mal neue Lagerkugeln gegönnt, (die man damals noch lose beim
Fahrradhändler bekam), die Gangschaltung war auch hakelig und benötigte oft etwas Zuwendung.
Auch Rost war ein Thema und das Rad war später nicht mehr weiß, sondern rostschutzfarbenrot.
Bei alledem war ich nicht alleine. Mein bester Kumpel hat auch viel geschraubt, umgebaut,
angebaut, gemalt. Oft haben wir das zusammen gemacht.
Unsere Räder liefen - immer!
Dagegen haben sich unsere Eltern rausgehalten, bei Fragen standen sie parat, aber ansonsten
lag das in unserer Verantwortung.

Woran liegt es, dass sowas heute nicht mehr funktioniert.
Was ich da hörte erinnert mich an Yolande und Victor - wenn am Fahrrad was nicht funktioniert,
wird da nicht von gesprochen, sondern es wird hingenommen.
Victor sagt zumindest Bescheid, wenn die Bremsen nicht mehr richtig arbeiten oder schleifen,
aber selber mal den Schraubenschlüssel in die Hand nehmen? Gar nicht dran zu denken. 


Hört man ein wenig "zwischen den Zeilen", dann ist dieses Verhalten anscheinend gang und gäbe.
Egal ob bei Fahrrädern, bei Kleidung, Schultaschen...
Es wird drauf gewartet, bis Mama oder Papa feststellt, was gemacht werden muss und
das dann auch wirklich macht. Aber Eigeninitative ist irgendwie nicht zugegen.

Jetzt frage ich mich: Was hat diese Elterngeneration falsch gemacht?

Donnerstag, 5. November 2020

Die "Wahl" in der USA

Es wurde gewählt. 
Die Stimmen werden ausgezählt und es passiert, was befürchtet worden ist. 
Trump akzeptiert nicht, wenn er weniger Stimmen erhält, als Biden.  
Dass Briefwahl Betrug ist, hat er seit Monaten kundgetan - wobei er selber auch schon von der Briefwahl Gebraucht gemacht hat. 

Doch was passiert, wenn Trump wirklich verliert und auch die Gerichte nichts anders tun können, als den Sieg Bidens zu bestätigen (was noch nicht sicher ist!)?

Trump wechselt in die APO. 
Er wird per Twitter und Fox gegen die Biden-Regierung ätzen, wird seine Anhänger anstacheln, wird die Republikaner wieter gängeln und alles dafür tun, dass Biden keinen Erfolg hat. 
Solange, bis vier Jahre um sind, er sich erneut zur Wahl stellt und damit wirbt, dass er alles viel besser gemacht hat. 

Wartet ab und denkt an meine Wort. 
Es ist ein Alptraum der nie enden wird.

Freitag, 23. Oktober 2020

Die dreibeinigen Monster

Das Motiv ist nicht neu. 

Bekannt ist den Älteren unter uns sicher noch die Fernsehserie "Die dreibeinigen Herrscher", basierend auf dem Buch "Die dreibeinigen Monster". 

Eine düstere Utopie einer Menschheit, die in einer Art vorindustrieellen Welt "gefangen" ist und durch eine Herrscherrasse, die sich als Außerirdische herausstellen, kontrolliert und in gewissem Maße auch unterdrückt werden. 

Das taucht in Variationen immer wieder auf - seien es Affen, die die Weltherrschaft übernehmen, seien es Echsenmenschen, Geheimbünde, Wirtschaftsunternehmen oder Aliens, immer wieder Aliens. 
Sei es im "Krieg der Welten", in "Alien", ferner auch StarWars oder diversed Derivate davon. 
 
Das wirklich schlimme sind nicht die Außerirdischen. Auch von Geheimbünden oder Echsenmenschen erwarte ich nicht viel. 
Aber wir sind mitten dabei, die Kontrolle über uns zu verlieren. 
Google soll eine App entwickelt haben, die uns anhand der gemessenen Körperdaten sagen kann, ob wir wütend, glücklich oder erschöpft sind.  
So eine Anzeige wünschen sich frischgebackene Eltern für ihr Neugeborenes, das sie einfach nicht verstehen. Doch ist es erstrebenswert, dass mir Algorithmen sagen, wie ich mich gerade fühle?
Die "SmartWatch" funkt permanent Blutdruck, Puls, Körpertemperatur in die Cloud, zählt Schritte und Bewegungen um mich anschließend aufzufordern, mehr herumzulaufen. 
Schade, dass sie keine Fleißbildchen druckt. 
Unseren Ausflug am Wochenende machen wir von der Wetterapp abhängig, Entscheidungen treffen wir nicht mehr selbst, sondern vertrauen dem "Schwarm", Kneipen findet Google für uns und bei der Partnerwahl verlassen wir uns auf Algorithmen. 

Der Verlust, auf den "Bauch" zu hören, die Abneigung, selber zu entscheiden, die Last, eigene Erfahrungen zu machen und diese bei späteren Ereignissen ein- oder umzusetzen.
Das Unvermögen, die Signale unseres Körpers zu deuten, oder die Äußerungen unseres Babys in der lernenden Auseinandersetzung zu verstehen.
Selbst die erlernte Unfähigkeit, Langeweile zu ertragen;
das ist der Verlust unserer Freiheit. Unseres Mensch-seiens. 

Es wird keine Kontrolle durch außen übergestülpt. 
Keine Macht ergreift uns. 
Kein Wesen versklavt uns. 

Wir selbst sind es, in der Unfähigkeit, zu erkennen, dass wir auf einem falschen Weg sind. 
Die Freiheit zur Entscheidung, die Fähigkeit zum selber Denken, der Mut, neues zu wagen - all das überantworten wir willig und kritiklos der Künstlichen Intelligenz. Ohne dass wir wissen, was uns dadurch blüht, denn unsere Phantasie wurde von Hollywood gefressen, getötet auf dem Altar von schönen, bunten Bildern, die nicht die Wirklichkeit zeigen sondern wie die Lüge aussehen soll. 

Ist es schon zu spät, aufzubegehren? Sich zu bewegen und die Fesseln zu spühren?
Offen auszusprechen, wie unzufrieden wir damit sind, dass uns Maschinen vorgeben, wie wir leben und arbeiten sollen?

Ja, das ist es.
Alle Macht den Algorithmen!
Heil den künstlichen Schaltkreisen!

Freitag, 7. Februar 2020

Wissen heißt wissen

Tante G**gle weiß alles!

Gestern Abend habe ich aus einer Laune heraus nach Infos über ein altes Buch gesucht.
"Durch die weite Welt" - ein Jahrbuch für Jungen (?) von 1928 aus der "Franckh'schen Verlagsbuchhandlung".
Nun endlich weiß ich, dass es sich hier um ein Buch aus dem Hause "Kosmos" handelt und die Reihe "Durch die weite Welt" bis in die 1980er hinein fortgesetzt worden ist.

All das sind Informationen, die nett zu wissen sind, mein Leben verändern werden sie nicht.

Doch das Buch ist interessant. Tatsächlich habe ich es von meinem Großvater geerbt, der mir damit das Lesen der deutschen Frakturschrift beibrachte und es mir dann schenkte.
Er wird es als Jugendlicher gekauft oder geschenkt bekommen haben.
Nehme ich es zur Hand, lese ich Geschichten, die in exotischen Ländern spielten, lerne, wie man mit einfachen Chemikalien belichtete Bilder entwicklen kann, wie man die Temperatur einer Flamme berechnet. Es gibt einen Aufsatz über Geheimschriften, kleine Rätsel und launige Artikel, die nicht ganz ernst gemeint sind.
Kurzum ein bunter Strauß an interessanten Dingen, die mal mehr mal weniger relevant für den Alltag sind. Doch - und das ist ein Kern dieses Postings - diese Informationen sind jederzeit abrufbar.
Das Buch hat nicht nur fast 100 Jahre überstanden, einen Weltkrieg, mehrere Umzüge und Besitzerwechsel, doch es steht noch alles so geschrieben, wie einst.
Selbst wenn es den Kosmos-Verlag nicht mehr gäbe - das Buch existierte weiter.

Dagegen habe ich vor einigen Jahren auf YouTube ein Video gesehen, in dem der Saxophonist Gerry Mulligan  mit der Sängerin Judy Holliday das Lied ''I can't wait to get married'' geprobt hat.
Dies Video ist verschwunden, gelöscht.

So, was soll uns das alles sagen?

Heute wird gestreamt; also gegen Bezahlung heruntergeladen.
Doch was man sieht, wird nicht erworbenen.
Die ''Online-Musiksammlung'' gibt es nur so lange, wie es auch den Anbieter gibt.
Das gleiche gilt auch für Online-Büchereien.
Es wird gezahlt, ohne die Sachen zu besitzen. Nein, es ist nicht wie mieten oder leasen.
Denn die Ware ist nur solange verfügbar, wie Strom und/oder Internet verfügbar ist.
Ein feiner Unterschied, der einem erst dann auffällt, wenn die bezahlte Leistung nicht mehr verfügbar ist. So steht der Kunde also in direkter Abhängigkeit zum Anbieter - und scheint es nicht zu merken, ja mehr noch. Er erklärt jeden für altmodisch oder gar beschränkt, der dieses System anzweifelt.


Als ich im vergangenen Jahrhundert zur Schule ging,  wurde uns immer gesagt,  wissen heißt wissen, wo es steht.
Das war und ist natürlich nur die halbe Wahrheit.
Es reichte nicht, nur irgendwie und ein bisschen. Nein, es ging darum, in welchem Buch, in welchem Kapitel,  auf welcher Seite.
Die relevanten Informationen mussten dann auch selbst herausgelesen werden.

Heute wird Grundschülern einfach an den Kopf geworfen: Sucht das mal im Internet.
Ohne Anleitung, wie eine zielstrebige Suche aussieht.

Das Resultat sehen wir heute. Google ist die meistgenutzte Suchmaschine, Wikipedia hat alle Enzyklopädien vom Markt gefegt, Telefonnummern hat man nur noch im Telefonspeicher und der Weg zum Bäcker wird ohne den Navi nicht gefunden.
Gewiss, ich übertreibe. Aber nicht sehr.

Der Nachteil an der ganzen Sache ist jedoch, ohne Strom läuft nix.
Akku leer - die Langeweile beginnt.
Sendemast ausgefallen  - die Suizidrate steigt.
Strom weg - alles Wissen ist dahin.

Sollte wirklich mal ein "black out" des Stromnetzes in Europa das Licht ausgehen lassen, dann werden Chaos und Anarchie herrschen.
Abgesehen von den tatsächlichen Problemen, wie abtauende Gefriertruhen, kalte Heizungen und geschlossene Läden, wird es für die Menschen schwierig, wenn sie keine Bilder von sich vor der dunklen Ampel, dem verschlossenen Kiosk oder vor einem Autounfall mehr bei Instagram oder Facebook posten können. Online-Spiele fallen aus, "Freunde" und "Follower" sind nicht mehr zu erreichen. Anrufen kann man auch niemanden mehr. Nicht nur, weil das Internet nicht mehr läuft, sondern auch weil niemand mehr die Nummer des jeweils anderen kennt.
Selbst wer ländlich lebt und die fehlende Heizung mit einem Holzofen ausgleichen kann, wird nicht mehr wissen, was er essen soll, denn alles Wissen über Pilze und Wildkräuter steckt in einer App.
Die Grundlagen, um evtl. eine Notstromversorgung mittels Nabendynamo herzustellen sind zwar vorhanden, aber der Bauplan liegt im Netz und beim Elektroversand kann auch nicht bestellt werden.

Diese hochzivilisierte Welt ist derart abhängig von Strom und Internet, dass einem bei etwas Nachdenken Angst und Bange wird. Wir leben in einem sehr fragilen System.
Vielleicht sollte ich mal anfangen, vorzusorgen...


Samstag, 2. November 2019

DIY

Waschpulver - check!
Geschirrspülpulver - check!
Spülmittel, Reis, Natron, Cornflakes im Loseladen gekauft - check
Abfluss mit Soda und Essig gereinigt - check!

Es gibt Dinge, die wirklich einfach umzusetzen sind

Viele Putzmittel aus dem Regal sind überflüssig, teuer und schädlich obendrein.
Mit Essig, Natron, Soda, Kernseife und Regeneriersalz lassen sich viele konventionelle Mittel gut ersetzen.

Macht mit!

Montag, 9. September 2019

Schluss und aus.

Jetzt war es soweit.
Jolande ist ausgezogen.
Nicht zwei Straßen weiter, oder in die nächste Stadt - nein, wir sprechen hier von rund 6 Stunden Autobahn, bei viel Verkehr auch mal 8 Stunden.

Da war man 18 Jahre Papa, Freund, Vertrauter, Seelentröster, Nachhilfelehrer, Taxifahrer, Begleiter zu Konzerten oder Theater, Meckerpott, Korrektiv, Aufbauhelfer und Scheuerpfahl.
Habe sie herumgetragen, wenn sie nicht schlafen konnte, angefeuert, wenn es nötig tat, Wunden verbunden, Spielzeug repariert, fahrrad- und autofahren gelehrt, sie immer zur Selbständigkeit ermuntert...

... und dann ist sie auf und davon.

Es fällt uns sicher schwerer als ihr.
Sie war immer die Große, immer ein Gegenüber, immer präsent.
Fransçoise und mir fehlt auf einmal ein intellektueller Gesprächspartner, jemand, der seine Wäsche im ganzen Haus verteilt und alles stehen und liegen lässt. Das Mädchen, dass jeden Tag als Kindergeburtstag sieht und schon morgens singend umherhüpft.
Auch Victor wird sie vermissen, denn er kennt kein Leben ohne sie - ab jetzt ist er Einzelkind.
Die große Schwester, mit der er herumalbern konnte, die Musik mit ihm hörte, die für ihn da war und alles wusste - ein Whatsapp-Kontakt ist kein Ersatz dafür.

Kurz gedrückt, ein knappes Tschüss und dann war es soweit.
Willkommen im neuen Leben.



Dienstag, 20. August 2019

Dachte, das ist normal.

Jetzt würde ich ja gerne sagen, ich habe diesen Luke Mockridge nie gemocht.
Das Problem ist nur, ich weiß gar nicht, wer das ist.
Bin ich wohl zu alt für.
Was hat der nun schlimmes gemacht? Im ZDF auf der Bühne wie ein Affe rumgelaufen, Unsinn geredet und "Furzgeräusche" gemacht.
Also das, was heute unter "Humor " verstanden wird und was die "Comedians" jeden Tag im Fernsehen darbieten.

Dass diesem Unsinn überhaupt Raum in den Medien gegeben wird, ist doch der eigentliche Skandal.