Freitag, 31. Juli 2026

Wasser ist knapp? Nehmt doch Salz!

Es war mal wieder soweit. 
Frau Stöhr hat einen ihrer Verwechsler von Sprichworten herausgehauen. 
Sie fühlte sich ungerecht behandelt und dieses Mal musste ich ihr sogar Recht geben. Kurz zuvor hatten wir drüber gesprochen, da trat diese Situation ein.
Das veranlasste sie zu sagen, das sei "Salz auf ihre Mühlen". 
Ja, Wasser ist knapp, aber es bleibt bei der Redewendung, "Wasser auf meine (seine, deine, ihre, deren...) Mühlen" - nämlich immer dann, wenn Ereignisse oder Ergebnise die eigene Meinung oder Ansicht bestärken oder unterstützen.
Salz in die Wunde gestreut - zum Beispiel, wenn man jemandem einen Fehler mehrfach "unter die Nase reibt" oder darauf "herumreitet", dass durch zu schnelles Fahren der Führerschein des Gegenübers gefährt sei. 
 
Es hätte beides gepasst. Ohne Zweifel. Aber in dieser Kombi habe ich es noch nie gehört.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Das Rattenrennen

The Rat Race - so wird im Allgemeinen die Konkurrenz im Arbeitsleben beschrieben, zumindest im englischsprachigen Raum. 
Das Bild passt aber gut zu unserem "Hamsterrad" - man läuft und läuft und kommt nicht zum Ziel. 
In diesem Zusammenhang möchte ich einen Strip aus "Calvin and Hobbes" zitieren. Susi schlägt vor "House" zu spielen - die Entsprechung bei uns wäre "Vater, Mutter Kind". Als Calvin fragt, wie sie das machen sollen, antwortet Susi, man käme nach Hause, beschwert sich über seine Arbeit und streitet sich dann, wer dran ist, das Essen in der Mikrowelle (Microwave-Dinner, als Junkfood) aufzuwärmen.
 
Das ist schon eine sehr dystopische Vorstellung, wenn das Leben aus Gejammer über die Arbeit und schlechtes Essen besteht.  
Calvin and Hobbes werden seit über 30 Jahren nicht mehr gezeichnet.
Eines hat sich nicht geändert: Die Unzufriedenheit über die Arbeit ist größer geworden. Warum leben wir in einer Welt, in der fast jeder ungern zur Arbeit geht, sich ungerecht behandelt fühlt und ein System herrscht, dass einen dazu zwingt, sofern man nicht obdach- und arbeitslos sein möchte. 
 
Bin ich der Einzige, den das umtreibt? 

Dienstag, 14. Juli 2026

Sterben und sterben lassen

Nein, nicht launig, nicht witzig und auch gar nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. 
 
Vor etwa einer Woche ist ein Kollege gestorben. 
Am Montag nicht zur Arbeit gekommen - das kam einigen Verdächtig vor. 
Er lag im Bad, sein Rasierer lief noch und die Tasche für die Arbeit war schon gepackt. Das hat er sich bestimmt anders vorgestellt, denn er wollte noch einiges erleben. 
 
Heute Morgen kam dann die Nachricht, dass eine Bekannte von Victor ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Es war für sie der letzte mögliche Ausweg aus ihrer Situation. 
Dass es ihr nicht gutging, wussten wir. Damit gerechnet, dass sie zum letzten Mittel greift, habe wir nicht. 
 
Die Welt dreht sich einfach weiter und die Vögel singen ihr Lied. 
Manchmal fühlt es sich falsch an.