Dienstag, 17. September 2024

Die Stirne bieten - wer kann, der kann.

 Freistunde in der Schule und das Gemüt von einigen schlägt über die Stränge. 
Man solle doch über eine nicht so sehr beliebten Klassenkameradin eine "lustige" Präsentation über den Beamer zu jagen - zur allgemeinen Belustigung. 
 
Warum steht nur Victor auf und benennt es als das, was es ist: Mobbing.
Einer stachelt auf, andere machen mit, die Mehrheit schweigt. 
Nur einer lehnt sich auf. 
 
Was ist bei der Erziehung von 24 Jugendlichen schiefgelaufen?

Mittwoch, 14. August 2024

Zurück immer - vorwärts nimmer!

Ein bisschen tut es mir leid, aber Frau Stöhr nimmt tatsächlich etwas überhand. 
Aber es ist auch leicht, schnell etwas wenig tiefgehendes hinzuschreiben, als tiefergehende Gedanken auszuwalzen. 
Außerdem bezahlt mich hier auch keiner für Tiefsinnigkeit. 

Also zurück zu Frau Stöhr, ihre Fähigkeit, Sprichwörter, Ausrufe oder Bemerkungen zu verdrehen, falsch zu verwenden oder auch verkehrt wiederzugeben, ist immer wieder wieder Anlass für inneres Kopfschütteln. 
 
Die Redewendung "back to the roots" beschreibt die Rückbesinnung auf die eigene Herkunft (eigene Wurzeln), bewährte Kulturleistungen, auf einfaches Leben oder auch zu einer Tätigkeit ohne Schnickschnack. 
 
"Back to the roots" kann in der Musik bedeuten, dass sich Musiker mit der Musik ihrer Ahnen, Vorfahren oder ggfls. auch der großen Vorbilder beschäftigen. 
"Back to the roots" kann in der Küche heißen, mit einfachen Zutaten und Hilfsmitteln leckeres essen zuzubereiten (für die jüngeren Leser: Es ist möglich, schmackhaftes Essen ohne Thermomix, Rezepten aus dem Internet und Fertigmischungen herzustellen).
"Back to the roots" kann im eigenen Leben bedeuten, sich auf seine Familie, seinen Heimatort oder einfach auf das Arbeiten im Garten (sofern es Teil der Kindheit war) zurückzubesinnen. 

Bei Frau Stöhr wird daraus: Sie arbeitet an Vorgang 1 und wird gestört, muss daher Vorgang 2 und 3 vorziehen um nach Erledigung von 2 und 3 die Rückkehr zu Vorgang 1 mit "back to the roots" zu kommentieren. 
Es trifft den Kern nicht ganz, aber auf eine Diskussion lasse ich mich auch nicht ein.

Mittwoch, 17. Juli 2024

Ein Blick nach oben.

Der Sommer ist nicht der schönste. Es gibt viel Regen und die Sonne macht sich rar. Wobei wir solche Sommer schon des öfteren gehabt haben. ich kann mich an die 80er erinnern, wo auch nicht jeder Sommer Sonne und Wärme gebracht hat.
 
Nun hat sie wieder (verbal) zugeschlagen. 
Frau Stöhr hat geoffenbart, dass es keinen blauen Himmel mehr gäbe, weil die Regierung Flugzeuge fliegen lässt, die Chemtrails verteilen. 
 
Früher hätte sie da auch nicht dran geglaubt, aber in der Zwischenzeit hätte sie schon einige überzeugende Argumente dazu gehört. 
 
Ein Diskussion schätze ich als nicht sinnvoll ein, da eigentlich nur die Aussicht auf Erfolglosigkeit besteht. Leider muss man hier auch feststellen, dass bei ihr ein wirklicher Mangel an Allgemeinbildung besteht. Sie mag herzensgut sein, aber das Bildungssystem hat hier (zumindest in Teilen) versagt.

Montag, 15. Juli 2024

Ein Schuss - ein Treffer

Es gab ein Attentat auf Herrn Trump - er wurde nur oberflächlich getroffen. 
Worüber kein mehr spricht, ist aber, dass ein anderer Mensch gestorben ist. 
Wieder steht nur Herr T. im Rampenlicht und er achtet darauf, dass er dort besonders gut aussieht. 
 
Tatsächlich höre ich im Umfeld vor allem zynische und enttäuschte Kommentare. 
Es gibt nicht wenige, die es lieber gesehen hätten, die Kugel hätte ihn getroffen. 
Ob dieser Wunsch moralisch fragwürdigt ist, möge bitte jeder für sich selbst beantworten. 
 
Was ich befürchte ist allerdings, dass dieser Schuss an Herrn T. vorbei die Präsidentenwahl vorab entschieden hat. 
Mit dieser Aktion wird Herr T. auf einmal deutlich beliebter werden, so schlimm sich das auch anhört.

Montag, 22. April 2024

Keine Party für Niemand

Natürlich weiß ich, dass es in der Überschrift "Keine Party für niemanden" heißen muss - abgesehen davon, dass wir es hier mit einer doppelten Verneinung zu tun haben, also heißt es eigentlich: Party für alle!
Aber es war als Anlehnung an einen bekannten Text der "Scherben" gedacht. 
Hier ist der Moment, wo ein Raunen durch die Menge gehen darf, weil die Andeutung endlich verstanden wurde. 
 
Worum es geht, sind aber weder Liedtexte, noch Musikgruppen. 
Es geht um das Verhalten von Menschen, das nicht der Erwartung entspricht, die man an sie hat. 
 
So hat Victor vor kurzem eine Party bei uns gefeiert. Die Runde war recht klein, weil einige wegen mentaler Probleme abgesagt haben. 
Jetzt erwartet man, dass eine Punker-Fete laut und schrill wäre. Dass gegröhlt wird und gesoffen, die Musik bis zum Anschlag aufgedreht und sich die Nachbarn beschweren. 
 
Nichts davon. 
Gut, es gab einen Alkoholabsturz nebst Erbrechen - das war's. 
Ansonsten gab es gute Musik (naja, überwiegend), Lautstärke völlig in Ordnung. Es wurde Gemüse in Dipps getaucht und "gesnackt" (das heißt, als "Snack gegessen"). Neben Bier gab es selbstgemachte Liköre und sonst kaum etwas hartes. 
Sogar Salzstangen - Inbegriff der Spießigkeit - waren beliebt.  
Dazu dann Deep Talk vom feinsten und wir als Eltern wurden willkommengeheißen, sollten einen mittrinken und wurden in ernsthafte Gespräche verwickelt. 
Die Party war gegen 1.00 Uhr vorbei (hat ja auch schon um 19.00 Uhr angefangen). 
Dabei sprechen wir hier nicht von einem Kindergeburtstag, sondern 18+ mit lauter wildaussehnden Personen.
 
Vergangenes Wochenende war Victor zu "Freunden" gefahren. 
Mit unserem Auto, über die Staatsgrenze, in eine fremde Stadt und diese Freunde hat er auf einer Schulexkursion im vergangenen Jahr nur einmal kurz gesehen. 
Natürlich auch Punks. Die gibt es ja anscheinend in jeder größeren Stadt. 
 
Kurz und gut: Er ist gut angekommen und hat eine schöne Zeit in der Punk-WG verbracht. Zwischendurch hat er uns geschrieben: 
"Sind am Strand spazieren."
"Kochen leckeres Essen."
"Haben Spiele gespielt."
"Gehen bald zu Bett." (Das war gegen 23.00 Uhr)
"Habe gut geschlafen, wir frühstücken auf dem Balkon."
"Fahren zu einer Aussichtsplattform, die Sonne genießen."

Bitte, was sind das für Punks? Ich hatte erwartet, dass die zu einer wilden Feier gehen, die Nacht zum Tage machen und er völlig übermüdet und kaputt wieder zuhause ankommt. Aber nichts - er kommt nach Hause und geht ersteinmal eine Runde joggen, weil er noch Energie und Bewegungsdrang hat. 

Finde nur ich dieses Verhalten merkwürdig?

Dienstag, 19. März 2024

Bakerman is Baking Bread

 Na, Ihr Süßen, wer erinnert sich noch an dieses gehaltvolle Lied, voller Niveau und überraschenden musikalischen Wendungen?

Keiner? Ist auch besser so. Es war nervtötend und gehört in die Schublade "90er-Songs, die keiner braucht". 
Was aber Beachtung verdient, die Tatsache, dass auch der Yeti angefangen hat, sein Brot selber zu backen. Angefangen vom selber angesetzen Sauerteig, über mehr oder weniger gelungenen Backversuchen, bis hin zum gar nicht mal so schlechten Brot. 
Nebenbei bemerkt, auch unsere Brötchen backe ich jetzt selbst. Es sind kleine, aber immerhin. 

Eine Sache aber verstehe ich nicht recht. 
Überall wird so ein Bohei drum gemacht über die meditative Kusnt des Brotbackens und es wird so getan, als ob ein archaische Kraft geweckt und man auf mystische Art "geerdet" werde.
Backen als spirituelle Erfahrung und Weg zu sich selbst. Kreativer Ausdruck und sensibler Umgang mit Nahrungsmitteln. 
Das ganz(heitlich)e Blabla, was einen auf Instagram, Kochblogs, Pinterest, Foren und anderen geneigten Plattformen entgegenschwallert. 

Was ist es denn: 
Mehl und Wasser werden zu einer Pampe verrührt, es kommt ein Backtriebmittel dazu, egal, ob es Hefe oder Sauerteig oder beides ist. Der Kram steht, geht und ruht.
Dann wird der Teig gedehnt, gefaltet und geformt und landet schließlich im Ofen. 
Zum Schluss sollte ein Brot dabei herauskommen, dass außen eine schöne Kruste oder Rinde hat und innen so fest ist, dass es sich schneiden, beschmieren, belegen und kauen lässt, aber doch "fluffig" genug, um es gerne essen zu wollen. 

Vielleicht bin ich zu mechanistisch aufgewachsen, vielleicht auch zu nüchtern und zielorientiert. 
Doch kochen und backen sind einfache Tätigkeiten, die für die einen lästige Pflicht sind, andere dagegen empfinden dabei Spaß und Erfüllung, weil etwas geschafft und geschaffen wurde, was zuvor nur unzusammenhängende Komponenten waren. 

Damit ist doch schon alles gesagt. Was daran nun Wellbeing, ganzheitlich, mystisch oder sonstwas sein soll, erschließt sich mir nicht. 
Backen und fertig. Wer meint etwas anderes dazu?

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Baustellenradios...

Wer auch immer diese plärrenden Baustellenradios mit dem Endlosakku entwickelt hat, sollte zur Strafe davon eine Woche lang, 24 Std. am Tag beschallt werden. 
Vor allem mit deutschem Schlager und Betroffenheitspop.

Es ist eine Geißel der Menscheit - als ob die Welt nicht mit genügend Lärm gefüllt ist - diese Radios machen diese Welt zu keinem besseren Ort. 
Gleich danach folgen die USB-Boxen der einschlägigen Hersteller. 

Wobei das Problem weniger die Radios sind, als die Menschen, die ihre Umwelt rücksichtslos dem Lärm aussetzen. 

Bin ich auf dieser Welt der einzige, der so denkt?

Montag, 11. Dezember 2023

Tod, sieh' mein Angesicht

Vorm Wochenende ist ein Bekannter gestorben. Er war nicht einmal 70 Jahre alt. 
Eine gute Freundin hat es mit dem Herzen, sie schleppt sich von Woche zu Woche. 
Sie ist eine herzensgute Frau, die in ihrem Arbeitsleben vielen Kindern auf einen guten Weg geholfen hat. 

Sie beide stehen für alle die vielen Menschen, die sich engagieren, freundlich sind und der Welt nichts böses wollen. 

Dagegen gibt es so viele alte Männer, die von Wahn und Selbstherrlichkeit Länder und Regionen ins Unglück stürzen. Mit Tod und Krieg Leid über Familien und Freunde bringen, ohne Rücksicht auf Menschlichkeit oder Not. 

Wenn es etwas ungerechtes gibt, dann das: Nur die Guten sterben jung!

Mittwoch, 22. November 2023

Das Schweigen dröhnt laut.

Als ob ein Schweigen auch leise dröhnen könnte. 
Nur um das einmal gesagt zu haben. 

Victor hat eine Freundin. 
Große Liebe beiderseits. 
Aber Chloé hat leider einen Knacks. Da kann sie auch nichts für. Das äußert sich darin, jemanden um sich zu brauchen, der Sicherheit gibt. 
Am liebsten 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. 
Das kann Victor nicht leisten. Das kann niemand leisten. 
Sie weiß es, sie ist in Therapie, aber es im Alltag umzusetzen - da hapert es. 
 
In den ersten Wochen hat er aber sein Bestes getan. Wir haben ihn kaum gesehen und selbst wenn sie hier waren, war nur zu den Mahlzeiten eine Begegnung möglich.  
Allerdings eine der vierten oder fünften Art. 
Denn körperlich waren sie da, vom Kopf her ganz woanders. 
 
Es erinnerte schon etwas an John und Yoko - alleine waren sie nicht mehr zu bekommen. 
Nun hat es innerhalb weniger Wochen mehrmals geknallt. Victor möchte mehr, als seine Freizeit alleine mit Chloé zu verbringen. Er möchte andere Freunde treffen, möchte alleine sein, möchte zu Konzerten oder auch einfach mal einige Stunden für die Schule arbeiten, ohne nebenbei noch telefonisch erreichbar zu sein.
Das kann Chloé aber nicht verstehen. Das will sie nicht verstehen. 
Dramen über Dramen und das seit Wochen. 

Mehrmals war Victor schon davor einen Schlussstrich zu ziehen - auch weil die Kommunikation über Probleme und Lösungen schwierig ist. 
Nun gab es eine Woche "Abstand" - gesehen haben sie sich trotzdem mal, aber halt nur kurz, auf der Straße, mal im Bus. Victor ging es damit gut. Er hat Freunde besucht, war unterwegs, hat für die Schule gearbeitet. Chloé dagegen hatte es nicht so gut. 
Anscheinend hat Victor sich aber einige Freiheiten "erkämpft", denn er verbringt wieder ziemlich viel Zeit selbstbestimmt. Auffallend ist, dass er kaum davon spricht, wann und wo er sie sieht, wiederzusehen gedenkt oder was für das Wochenende geplant ist. Insgesamt wirkt er auch deutlich entspannter. 

Das Schweigen über Chloé ist derart laut, dass man sich gar nicht zu fragen traut.

Freitag, 17. November 2023

Aldidente

 Gerade habe ich einen Artikel gelesen, dass es in Mexiko wohl die zweithöchste Dichte an Fastfood-Buden gibt und auch ein überdurchschnittlicher Teil der Bevölkerung ist dick. 
Dagegen ist die traditionelle Ernährung, die zwar auch kalorienreich, dafür aber aus natürlichen Zutaten bestand und als "gesund" eingestuft wird, innerhalb weniger Generationen fast völlig vergessen worden. 

Wer lehnt sich da zurück und meint, er wäre im germanisch-europäischen Kulturraum den anderen Nationen überlegen, weil wir besseres Essen hätten und einfach auch wüssten, wie ungesund Fastfoood sei. 

Es ist sicher schon 25 Jahre her, da haben findige Köche (?) ein kleines Büchlein herausgebracht, das auf den bei Aldi erhältlichen Artikeln basiert und allerlei Rezepter darauf abgestimmt. 
Es war kein "Basics"-Kochbuch, sondern da wurden teils extravagante Gerichte beschrieben. 
Allerdings verwendete das Kochbuch vor allem "Grundnahrungsmittel". 
Aldi hatte damals nur einen geringen Teil an Fertigfutter und das waren vor allem Dosen:
Ravioli, Erbsensuppe, Rindsrouladen und die berühmte serbische Bohnensuppe. 
Heute hat sich die Lage geändert. 
Die Auswahl an unverarbeiteten Sachen ist deutlich eingeschränkt worden, dafür gibt es sehr viel Dosenfraß, eingeschweißte Fertiggerichte, Mikrowellen-Essen, Tiefkühlpizza und die aufgebackenen Pappbrötchen aus dem "Backshop".

Vielleicht verbinden wir mit "Fastfood" das goldene M, den Börger König oder Dollis Imbiss an der Straßenecke. Tatsächlich ist die Masche der Fastfoodketten bis in den heimischen Supermarkt/Discounter geschwappt. Es sind nicht nur verarbeitete Lebensmittel, die uns im Laden entgegenlachen, es sind stark verarbeitete Waren. Jetzt will ich gar nicht über die Auswirkungen von Zusatzstoffen jeglicher Colleur lamentieren, aber es muss mal gesagt werden, dass der Fertigfraß aus Dose, Folie oder Pappschachtel nicht besser ist als ein Cheeseburger, Hamburger oder fette Fritten. 

Kommen wir also zurück auf den ersten und zweiten Absatz: Nur, weil wir unsere Dose Gulaschsuppe mit einem Biosiegel versehen oder Fleisch durch vegane Ersatzstoffe austauschen, essen wir weder gesünder oder besser, als der durchschnittliche Mexikaner, der seine Taccos an der Ecke holt. 

Die Lösung wäre, sein Essen selbst und aus frischen Zutaten zuzubereiten. Alles andere ist auf Dauer ungesund. Eigentlich ist das auch allen klar. Aber warum fahren die Supermärkte dann so tolle Umsätze mit ihren Fertiglösungen ein?

Dienstag, 7. November 2023

Der Fortschritt...

Frau Stöhr hat mir stolz berichtet, dass sie eine neue Katzenklappe für ihren (jetzt kommt es:) Kater hat einbauen lassen. Weil sich das störrische Vieh weigert, ein Halsband mit Sensor zu tragen, musste eine andere Lösung her. 
 
Also gab es eine moderne Katzenklappe und der Kater wurde gechipt (geschippt? chipped? gechiped? Denglisch ist doof!). 
Nun braucht das Tier kein Halsband und trotzdem öffnet die Klappe einzig für den Fresssack, während die anderen Katzen der Umgebung leer ausgehen. Zwischenzeitlich war es bei ihr wohl soetwas wie die Tafel für Katzen. 

Um des lieben Friedens willen habe ich sie nicht daran erinnert, dass sie sich nicht hat impfen lassen, weil sie "keinen Bill-Gates-Chip" implantiert haben wollte.